Maintalerin hat ihr Aus bei „The Voice Kids“ gut verkraftet Paloma zieht positives Fazit

Hat Paloma doch gestoppt: Mit dem anspruchsvollen Queen-Song „Don‘t stop me now“ trat sie gegen Lana und Anabel an und musste letztlich den Kürzeren ziehen. Trotzdem schätzt sie die Erfahrung. Bild: seven.one/claudius pflu

Maintal – Im Gesangswettstreit bei „The Voice Kids“ war für sie zwar nach der zweiten Runde Schluss. Aber das ändert rein gar nichts daran, dass Paloma für ihr Leben gern singt. Die Zehnjährige will Sängerin werden und singt schon von Kindesbeinen an klassische Werke. Da das in ihrem Alter durchaus außergewöhnlich ist, bescherte dem Publikum und den prominenten „Coaches“ in der Sat1-Castingshow in den sogenannten „Blind Auditions“, bei denen die Stars die jungen Talente zwar hören, aber nicht sehen, einen Überraschungsmoment.

Mit Mozarts Version des Frühlingslieds „Komm, lieber Mai, und mache“ trat die Maintalerin gegen die starke Konkurrenz an, die eher auf aktuelle Pop- und Rocksongs setzte. Doch Paloma überzeugte trotz großer Nervosität mit ihrer Stimme und ihrem natürlichen, authentischen Auftritt gleich zwei Teams: den spanisch-deutschen Popstar Álvaro Soler und die beiden Deutschrap-Urgesteine Michi und Smudo von den „Fantastischen Vier“. Paloma hatte sich nach Rücksprache mit ihrer besten Freundin Leni, die hinter der Bühne fleißig die Daumen drückte, für Álvaro entschieden und freute sich, dass sie, die selbst südamerikanische Wurzeln hat, mit dem Popstar Spanisch sprechen konnte.

Der hatte für sie und ihre beiden Konkurrentinnen Lana und Anabel ein überaus anspruchsvolles Lied ausgewählt, das den Sängerinnen stimmlich einiges abverlangte: Mit Queens „Don‘t stop me now“ sollten die drei Mädchen ihr Können auf der TV-Bühne zeigen. „Es war ein sehr schweres Lied“, bekennt Paloma im Nachhinein – auch wenn sich ihre Mutter über die Song-Auswahl freute, da der Queen-Klassiker eines ihrer Lieblingslieder ist.

Doch die Proben des jungen, energiegeladenen Trios mit Álvaro Soler und Popgröße Nico Santos waren alles andere als diszipliniert. „Es war schon sehr chaotisch“, erinnert sich Paloma daran, dass die drei Mädchen trotz Kameras und prominenten „Coaches“ waren wie Kinder eben oft sind. „Lana hat gequatscht und gelacht und und andere damit angesteckt.“

Die Entscheidung, wen er aus dem Trio in die nächste Runde mitnahm, fiel Álvaro nicht leicht. Doch der „Coach“ sah bei der achtjährigen Lana einen klitzekleinen Vorsprung. Für Paloma endete das „The Voice Kids“-Abenteuer in diesem Moment mit Tränen.

Mit ein paar Tagen Abstand blickt sie trotzdem positiv auf die Erfahrung zurück: „Ich war schon sehr enttäuscht. Aber jetzt bin ich glücklich, dass ich mitgemacht habe“, sagt sie. „Ich habe viele Freundinnen gefunden.“ Sie fiebert nämlich nach wie vor mit und unterstützt die verbliebenen acht Finalisten, zu denen auch Lana zählt, online in den sozialen Netzwerken.

Und ein Gutes hatte die Sendung für Paloma auch: Sie, die bis dahin ausschließlich klassische Musik gesungen hatte, weiß jetzt, dass sie sich auch an Pop- und Rocksongs wagen kann.

Und die Enttäuschung über ihr Ausscheiden war spätestens nach dem Telefonat mit ihrer besten Freundin in Maintal wie weggepustet: „Sie sagte direkt ‘Ist doch nicht schlimm‘, als ich ihr erzählt habe, dass ich nicht weitergekommen bin“, berichtet Paloma von dem Gespräch mit Leni, die sie zur Teilnahme an der Castingshow ermutigt hatte. „Sie wollte direkt wissen, wann ich endlich heim komme und wir wieder miteinander spielen können.“ Das können die beiden ausgiebig, wenn Paloma nicht gerade doch noch einmal auf der Bühne steht: Im Juni und Juli singt sie mit dem Kinderchor der Oper Frankfurt nämlich in Giuseppe Verdis Oper „Otello“ mit. Und in Hanau tritt sie beim Jugendmusikfestival „Coming together – Stimme trifft Instrument und Chor“ am 28. Juli ab 16 Uhr auf.
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