Im Hanau A Go-Go geht’s mit neuer Pächterin weiter Regionalkult für alle

Die neue Pächterin des Hanau A Go-Go, Rita Marucci, mit Daniel Siebert, dem die Immobilie gehört. Künftig wird es in der Hirschstraße auch kleine Snacks und Kuchen geben. Bild: kerstin biehl

Hanau – Anderthalb Monate waren im Hanau A Go-Go die Lichter aus. Jetzt hat die Musikkneipe an der Hirschstraße, die mit ihren Intarsien eine Reminiszenz an die Roaring Sixties darstellt, die rauschenden Sechziger in der Grimm-Stadt, eine neue Pächterin. Rita Marucci kommt aus Limburg, hat italienische Wurzeln, ist gelernte Hotelfachfrau und will dem Rock’n’Roll und Blues im Hanau A Go-Go auch weiterhin eine große Spielwiese bieten.

Aber auch etwas Neues hat die 49-Jährige im Gepäck. Nämlich die Idee, den Laden bereits ab 14 Uhr aufzusperren und Snacks sowie Kuchen anzubieten. „Die Gäste können sich auf Focaccia, Panini und Arancini freuen, dazu Suppen und ein bis zwei Kuchen sowie Cannoli zur Auswahl. Und guten Kaffee wird es geben.“

Daniel Siebert , dem die Immobilie gemeinsam mit seiner Frau Nicole Frost gehört, formuliert als Ziel „weiter mit dem Regionalkult“ zu arbeiten, „aber für alle offen zu sein. Auch Familien oder Senioren sind bei uns willkommen. Ich sage immer: vom Punker bis zum Banker. Wir sind ein Ort für alle, an dem sich jeder wohlfühlen soll.“

Und das Ganze mit reichlich Lokalkolorit. Denn Siebert ist eigentlich Filmemacher, ein Hanauer Bub, der über die Zeit, in der Hanau als das hessische Sankt Pauli galt, zwei Dokumentarfilme gedreht hat: „Roll over Hanau“ und „Hanau a Go-Go“. Letzterer stand Namenspate für die Kneipe, die es seit 2018 gibt.

Die Wände der Bar sind denn auch geschmückt mit Devotionalien aus der damaligen Zeit – etwa Flyer aus der Atlantik-Bar oder Jolly-Bar.

Kaum vorstellbar, dass es Zeiten gab, in denen in Hanau reeperbahnähnliche Zustände herrschten, es in manchen Straßen bis zu 15 Bars in einer Reihe gegeben hat und Jimmy Hendrix oder Bill Haley hier auftraten.

„Die Amerikaner, die damals hier stationiert waren, besonders die vergnügungssüchtigen GIs, haben das vorangetrieben. Hanau galt als Rockcity, hatte ein cooles Image. Es war eine wirklich glamouröse Zeit, in der sogar Frankfurter nach Hanau gekommen sind, um hier auszugehen. Es war wirklich kultig damals“, sagt Siebert.

Mittlerweile Kultcharakter hat auch die wohl kleinste Bühne Hanaus, die im Hanau A Go-Go steht, und auf der, vorausgesetzt sie machen sich ganz schlank, vier Musiker Platz finden. In den vergangenen fünf Jahren fanden in der Hirschstraße zahlreiche Konzerte statt.

Und genau so soll es unter der Regie von Rita Marucci weitergehen. Für den 25. November haben sich Electric Horseman aus Darmstadt angekündigt, eine Psychedelic Folk Rock Band.

Rita Marucci spielt übrigens Saxofon und Klarinette, mag R’n’B und Latinomusik. Also wer weiß, vielleicht wird sie auch selbst einmal auf der Bühne des Hanau A Go-Go stehen.
 kb