Stadtteilzentrum sucht Geschichten über Bischofsheimer Orte Vertonter Stadtteil

Die erste Geschichte ist bereits im Kasten: Barbara Weiler hat die Erzählung, wie das Stadtteilzentrum zu seinen Farben kam, vertont. Bild: privat

Maintal – Ein buntes Haus, Mittelpunkt des Stadtteils, offener Anlaufpunkt für alle – das ist das Stadtteilzentrum Bischofsheim heute. Aber wie hat sich das einst unscheinbar graue Gebäude zu dem Willkommensort entwickelt, der es heute für diejenigen ist, die es mit Leben, mit ihren Ideen und Projekten füllen? Davon erzählt die erste Stadtteil-Geschichte, die das Stadtteilzentrum gemeinsam mit dem Bischofsheimer Kinder- und Jugendhaus vertont hat.

Das Kooperationsprojekt will dazu einladen, den Stadtteil Bischofsheim mit anderen Augen zu sehen. „Die Geschichten nehmen die Zuhörer an Orte mit, an denen Menschen ihre Geschichten erzählen“, beschreibt Christiane Betz, Leiterin des Stadtteilzentrums. Entstanden sei die Idee für das Projekt, das zwar nicht explizit im Rahmen des Jubiläumsjahres läuft, aber gut zum 50. Geburtstag der Stadt passt, im Austausch mit der Maintaler Freiwilligenagentur. „Unser Ziel ist es, damit auch die beiden Ortsteile zu verbinden“, erklärt Betz.

Damit bezieht sie sich allerdings nicht auf die vier Maintaler Stadtteile, sondern den „alten“ und den „neuen“ Teil Bischofsheims. „Wir wollen unsere Arbeit auf den ganzen Stadtteil ausweiten, auch um Vorurteile und Berührungsängste abzubauen“, sagt Betz. Denn bislang wird das Stadtteilzentrum stärker von Menschen besucht, belebt und gestaltet von Menschen, die in unmittelbarer Nähe wohnen. Das sollen die vertonten Stadtteil-Geschichten ändern und gleichzeitig die Identifikation mit dem Heimatstadtteil verstärken.

Die erste Geschichte ist bereits im Kasten: Barbara Weiler hat der Erzählung, wie das Stadtteilzentrum zu seinen Farben kam, vertont. Sie kann auf der Webseite des Stadtteilzentrums Bischofsheim angehört werden.

Peter Lenz vom Bischofsheimer Kinder- und Jugendhaus hat die Vertonung in die Hand genommen. Den Vor- und Abspann, der sich bei allen Geschichten wiederholt, hat Christiane Betz selbst eingesprochen. Da das Bischofsheimer Kinder- und Jugendhaus ein Tonstudio besitzt, in dem die jungen Besucher ansonsten ihre eigenen Rapsongs aufnehmen, können die Stadtteil-Geschichten denkbar einfach und schnell auf die Tonspur gebracht werden.

„Die erste Aufnahme liegt gut“, erzählt Lenz. Gut eine Stunde Zeit hat die eigentliche Aufnahme im Tonstudio gebraucht. Davor hatte das Team des Stadtteilzentrums selbst die Ursprungsgeschichte so bearbeitet, dass sie gut in das Format passt. Die Nachbearbeitung der Tondatei hat wieder das Kinder- und Jugendhaus übernommen.

„Das ist schon klasse, dass das hier so einfach und nah ist“, sagt Christiane Betz. „Falls jemand Ideen oder Geschichten hat, sich aber von der vermeintlich schwierigen Umsetzung abgeschreckt ist, den laden wir herzlich ein, zu uns Kontakt aufzunehmen“, appelliert Betz an alle Bischofsheimer, die etwas zu ihrem Stadtteil zu erzählen haben. Sie ist auf der Suche nach Geschichten, die sich auf ganz konkrete Orte im Stadtteil Bischofsheim beziehen – den Marktplatz, das Flugzeug- oder andere Spielplätze, die Streuobstwiesen, den Sportplatz, den Gänsseeweiher, den Boule-Platz – Geschichten, die von Vielfalt, Offenheit und Gemeinschaft berichten. „Wir wollen dort vor Ort dann auch Stelen errichten, auf denen die Geschichten per QR-Code mit dem Smartphone abgerufen und angehört werden können“, berichtet Betz über die weiteren Pläne für das Projekt. Mit ihrem Aufruf spricht sie nicht nur Einzelpersonen an. Auch Vereine, Klassen oder andere Gruppen können ihre Geschichte erzählen. Barbara Weiler, Sprecherin der ersten Geschichte, habe die Aufnahme als bestärkend und ermutigend erfahren. „Deshalb möchte ich alle ermutigen, ihre Geschichten zu erzählen“, berichtet Betz von der ersten Aufnahme. Auch wer seine Stimme oder seinen Akzent für ungeeignet hielte, sollte sich davon nicht abschrecken lassen.

„Meiner Erfahrung nach wirkt ein solches Projekt als Bestärkung, auch wenn man zuvor noch unsicher war“, erzählt Christiane Betz, die hofft, dass sich nun viele Bischofsheimer melden, die Geschichten aus und über ihren Heimatstadtteil erzählen und vertonen wollen.

Die Stadtteil-Geschichten können derzeit auf der Webseite des Stadtteilzentrums Bischofsheim unter stadtteilzentrum-bischofs heim.de/geschichten-eines-stadtteils angehört werden. Wer selbst eine Geschichte erzählen will, kann sich an Christiane Betz telefonisch unter z 06109 698280 oder per E-Mail an info[at]stadtteilzentrum-bischofsheim[dot]de wenden.
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