Auf der Liegewiese ist noch Platz / Schwimmkurse frühestens im Herbst Freibadsaison ist verhalten gestartet

Eine Luftaufnahme vom Nidderbad kurz nach Wiedereröffnung am 14. Juni. Foto: axel häsler

Nidderau – Ferien und sonniges Wetter – genau richtig für einen Besuch im Freibad. Die ersten vier Wochen nach Saisonstart verliefen allerdings schleppend, wie Betriebsleiter Harald Rühl bei einer ersten Zwischenbilanz erläutert. „Zwischen 9000 und 10 000 Besucher haben schätzungsweise in dieser Zeit das Nidderbad besucht“, so Rühl. Das habe natürlich am wechselhaften Wetter gelegen, aber auch an den immer noch geltenden Einschränkungen. „Im Jahr 2019 waren es ohne Pandemie und mit Sonne satt im Juni etwa 27 000 Gäste.“

Für den Verlauf der Sommerferien sind auch nach der jüngsten Sitzung des hessischen Corona-Kabinetts keine Änderungen beim Ticketkauf, dem Eintritt oder den Abstandsregeln in Sicht, betont Rühl. Auch die Rutsche und der Kreisel mit Wasserwirbeln bleiben gesperrt.

Obwohl die Abläufe mit Online-Tickets und Regelungen im Bad inzwischen reibungslos laufen würden, verspürten die Bürger aus Nidderau auch in den ersten Ferientagen noch keine so große Lust, ins Schwimmbad zu gehen. „Wir sind trotz der eingeschränkten Besucherzahlen noch nicht ganz ausgelastet“, so Rühl.

Eine Aufhebung der Beschränkungen würde natürlich den Betrieb vereinfachen und sicher dazu beitragen, dass die Besucherzahlen in die Höhe gehen, aber bislang kann Rühl da wenig Hoffnung machen. Denn weiterhin gelten die Regelungen für den Badebetrieb und die sehen Einschränkungen vor. So bleibt zum Beispiel die Riesenrutsche weiterhin geschlossen, weil unter anderem der Einstieg in der Schwimmhalle liegt und eine Person als Aufsicht abgestellt werden müsste. „Dafür öffnen wir bei wenig Betrieb immer wieder das Drei-Meter-Sprungbrett, das sich auch einer gewissen Beliebtheit erfreut“, berichtet Rühl. „Es finden auch derzeit keine Schwimmkurse statt, obwohl das Interesse sehr groß ist.“ „Wir hoffen natürlich, im Herbst wieder Schwimmkurse anbieten zu können – und dann verstärkt. Denn der Nachholbedarf ist groß“, weiß der Betriebsleiter.

Dagegen könnten Schulen und Vereine ihren Schwimm-unterricht und das Training wieder im Nidderbad anbieten. Die Schulklassen bekommen am Vormittag abgesperrte Bereiche, die Vereine DLRG Nidderau, TV Windecken, Landtauchclub Nidderau, Funball Dortelweil sowie der SC Undina Bruchköbel haben ab 18 Uhr Trainingszeiten gebucht.

„Nach jetzigem Stand der Dinge planen wir in der Ferienzeit keine besonderen Aktionen. Wir hoffen aber, dass es mit der Normalisierung des Lebens auch im Herbst wieder möglich wird, die 2012 eingeführte parallele Öffnung von Frei- und Hallenbad umzusetzen und auch den Saunabereich wieder zu öffnen“, blickt Betriebsleiter Rühl in die Zukunft.

Ob das allerdings dann so umgesetzt werden kann, hängt von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab. „Wer weiß, was uns nach den Ferien blüht, wenn die Leute aus dem Auslandsurlaub zurückkehren.“
 tse