Erste standesamtliche Trauung in der Kommende Rüdigheim Heiraten in stilvollem Ambiente

Das Ehepaar Sharon Wisker-Stochniol und Kai Stochniol mit Trauzeugen und dem frisch gebackenen Standesbeamten Bürgermeister Jörn Schachtner. Bild: pm

Neuberg – „Aufgeregt war ich schon“, gesteht Jörn Schachtner. Der Neuberger Bürgermeister hat vor Kurzem seine erste standesamtliche Trauung vollzogen. Zweite Premiere: Treffpunkt für die Eheschließung war die ehemalige Johanniter-Kommende im Ortsteil Rüdigheim.

Schachtner wollte Eheschließungsbeamter werden „weil ich Lust dazu hatte und selbst glücklich verheiratet bin“. Zudem folge er damit seiner Amtsvorgängerin Iris Schröder nach. Bevor er aber erstmals als Standesbeamter tätig werden konnte, musste er einen Zusatzlehrgang für Bürgermeister absolvieren. „Ein dreitägiges Seminar mit Abschlussprüfung – dafür habe ich richtig gebüffelt, zum Beispiel Eheschließungs- und Namensrecht“, schildert er im Gespräch mit unserer Zeitung. Seine Befürchtung, in diesem „ganz wichtigen Moment“ könnte etwas schiefgehen, hat sich glücklicherweise nicht bewahrheitet: Die Trauzeremonie verlief wie geplant, und der Verwaltungschef konnte den frisch Vermählten „alles erdenklich Gute und ein glückliches gemeinsames Leben“ wünschen. Der rote Faden seiner Traurede: „Die beiden waren vorher schon Freunde und sind dann in die Liebe geschlittert – wie im Klaus Lage-Song: ‘1000 Mal berührt’.“ Zudem waren Sharon Wisker-Stochniol und Kai Stochniol für Schachtner bis dato keine Fremden. „Meine Schwiegermutter hat seine Mutter bei unserer Trauung vor zwölf Jahren beauftragt, den Glücksschornsteinfeger zu machen“, erläutert er.

Im Schnitt 15 bis 20 standesamtliche Trauungen werden in der 5500 Einwohner zählenden Kommune pro Jahr verzeichnet. Bislang wurde dazu ins Rathaus geladen. Auf Initiative von Bürgermeister Schachtner, den Standesbeamtinnen Daniela Hügel und Monika Lach-Handl sowie dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde wurde die Johanniter-Kommende jetzt zur Hochzeitslokation gemacht.

Für private Veranstaltungen in reizvollem historischem Ambiente wird das stattliche 700 Jahre alte, modern ausgestattete Gebäude jetzt schon gerne genutzt. Die Räumlichkeiten können halbtage- oder tageweise gebucht werden; es gibt eine große Küche. „Die Kommende als Trauort und Feierort ist zusammen mit der Kirche ein ideales Ensemble“, sagt Bürgermeister Schachtner. „Alles in unmittelbarer Laufreichweite und nicht teuer.“

Auch Pfarrer Daniel Geiss ist begeistert: „Die Paare können sich an einem Ort in der Öffentlichkeit und vor Gott das „Ja-Wort“ geben!“ Und schritt gleich zur Tat: Er traute das Ehepaar Stochniol nach dem Standesamt in der Kommende kirchlich.

Bürgermeister Schachtner hofft, dass mit diesem stimmungsvollen Standesamt sich noch mehr Paare aus Neuberg trauen werden, ihren Lebensweg gemeinsam zu gehen.
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