Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren – Neue Komödie des Atelier-Theaters Obertshausen im September Ein Ausflug in die 50er und 60er

Auf die neue Komödie des Atelier-Theaters Obertshausen darf man gespannt sein. Soviel darf verraten werden. Das Chaos beginnt, als die Senioren August und Ida Bodendiek sich überlegen, für ihr leerstehendes Zimmer einen Untermieter zu suchen. Foto: m

Obertshausen (m) – Auch in der Zeit des Wirtschaftswunders war nicht alles Gold, was glänzt. Viele Menschen blieben trotz des rasanten Wachstums auf der Strecke, profitierten nicht vom Aufschwung. Was sich heute wiederholt, verweist Heinz-Jürgen Grab auf die Aktualität der Komödie von Fritz Wempner, die sein Atelier-Theater Obertshausen (ATO) Anfang September auf die Bühne des Pfarrer-Schwahn-Hauses bringt.

Mit dem Ausflug in die 50er und 60er Jahre möchte die Truppe aber keinesfalls politisieren, verspricht der Leiter. Die heitere Unterhaltung des Publikums stehe im Vordergrund, wenn den Senioren August und Ida Bodendiek einfach „kein Auskommen mir dem Einkommen“ gelingt. Das möchten die beiden jetzt ändern. Um ihre karge Rente aufzubessern, wollen die Bodendieks einen Untermieter für ihr leerstehendes Zimmer suchen.

Doch während Ida für die Stube den Fernfahrer Klaus Jäger auswählt, schließt August einen Vertrag mit der Privatsekretärin Lisa Franzen. Der Rentner wollte schon immer gerne eine weibliche Mitbewohnerin, ist zu vernehmen. Doch jetzt ist guter Rat teuer, da das Objekt doppelt vermietet ist. Die beiden Alten können sich auch nicht einigen, wer bleiben darf.

Die Lösung lautet schließlich: Beide! Die Bodendieks kassieren doppelt ab, denn Klaus fährt nachts, sie arbeitet am Tage, die neuen Mitbewohner sollten sich bloß nicht begegnen. Die Vermieter haben allerdings nicht damit gerechnet, dass die jungen Leute ihre familiären Probleme mit in ihr neues Zuhause bringen. Außerdem hat Lisas die Ehefrau ihres Chefs belogen. Und als gäbe das nicht schon genug Trubel, heizt Nachbarin Paula Sprott mit ihrem Ehemann das Chaos an.

Für die Darsteller bedeutet das erst einmal, ihre Rollen zu pauken. „Ehefrau Ida“ Sylvia Pieroth hat ihren Part aufs Handy gesprochen und berieselt sich über Ohrhörer beim Gassi-Gehen mit dem Hund. „Ich habe die Bewegungen zu meinem Text im Kopf“, verrät „August“ Oliver Bode seine Lerntechnik. „Du musst dich mit deiner Figur identifizieren“, plaudert Sabrina Grab-Archard von ihrer Erfahrung. „Du musst wissen, wer die Person ist, woher sie kommt, was sie will“.

Sabrina spielt die Sekretärin und bewältigte in den vergangenen Jahren sehr sicher lange Dialoge. Nützlich sei, dass sich das Stück der Alltagssprache bediene, die lasse sich leichter merken. Gleich drei Mitglieder des Ensembles feiern in einem Monat ihr Debüt auf der Atelier-Bühne: Joachim Rodenhauser alias Helmut Jäger, Kirsten Altmann als Gerry Franzen und Heinz Hoos, der Friedrich Sprott verkörpert. Der Heusenstammer stand schon mehrfach in Dietzenbach auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“.

Ab Ende August wird im Pfarrer-Schwahn-Haus aufgebaut, Ton und Licht eingerichtet und jeden Abend geprobt, erklärt Regisseur Grab. Doch diesmal erhoben Bühnentalente und Techniker, Requisiteure und Souffleuse im Hause Grab die Sektgläser: Vor zehn Jahren hat der Gastgeber das Ensemble gegründet. Es traf sich in verschiedenen Sälen in beiden Stadtteilen, zum Üben kommt die Gruppe heuer im Reihenhaus seiner Familie in Hausen zusammen.

Auf der Terrasse formierten sich die Laiendarsteller in den schwarzen Polohemden mit dem „ATO“ in dicken, roten Lettern und einer zweifarbigen Maske zum Gruppenfoto. Mehr als zehn Stücke haben sie aufgeführt, darunter ernste Werke, die zum Nachdenken anregen, weihnachtliche und historische Szenen, die sie selbst geschrieben haben, Krimis und Vergnügliches wie die Komödie „Kein Auskommen mit dem Einkommen“.

Die Premiere ist am Freitag, 6. September, auch am Samstag, 7., hebt sich der Vorhang um 19.30 Uhr, am Sonntag, 8. September, um 15.30 Uhr. Spielort ist das Pfarrer-Schwahn-Haus in der gleichnamigen Straße. Die Karten kosten acht Euro für Erwachsene, fünf für Schüler und Studierende. Den Vorverkauf übernehmen der Büchertreff in der Schulstraße und Schreibwaren Hoffmann in der Herrnstraße, Pieroth Immobilien, Windthorststraße 5, und die Familie Grab über Z  06104 490449.

Nähere Informationen, auch über freie Plätze, bietet das Internet unter www.atelier-theater-obertshausen.de.

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