Obertshäuser Weinfest zählt zu den größten der Region Besuchermagnet Weinfest

Bei der Heusenstammer Band Doctor Blond gab es kein Halten mehr. 6.000 Menschen feierten fröhlich in der lauen Sommernacht. Foto: m

Obertshausen (m) – Es geht nicht allein um nackte Zahlen, die das Weinfest zur größten Veranstaltung in Obertshausen und in der Region gemacht haben. Das Kulturamt und die Weinfreunde haben in der einzigartigen Kooperation von Kommune und Verein eine neue Form der Geselligkeit etabliert. Die Adresse des Generationentreffens ist nicht mehr entscheidend, die Scharen scheinen an jeden Ort zu strömen. Die Burg im Hain und der Parkplatz der Firma Karl Mayer aber haben sich als genialer Festplatz erwiesen.

Klar, für Wasser, Abwasser und Strom müssen 600 Meter Rohre und Leitungen zu den Ständen verlegt und unter Kunststoffbrücken verborgen werden. Diese und das grobe Pflaster der Auto-Abstellflächen sind nicht nur für gewisse Damenschuhe Stolperfallen. Doch der 36 Meter breite Raum eröffne im Vergleich zum offiziellen Festplatz Vogelsbergstraße mit seinen vielen fest verlegten Anschlüssen die Möglichkeit mehr als 1.200 anstellte der knapp 700 Garniturplätze zu stellen, argumentierte Jürgen Krapp von den Weinfreunden.

Doch selbst die 50 zusätzlichen Einheiten von der Stadt reichten am Freitagabend bei Weitem nicht aus, um 5- bis 6.000 Fans von Rebensaft und Rockmusik unterzubringen. Viele blieben an den Theken stehen oder versammelten sich an Bistrotischen. Hunderte hüpften auf der Tanzfläche zu „Crying At The Disco“, „Summer Of 69“ oder „Cordula Grün“ der Heusenstammer Party-Band mit ihrer mitreißenden Sängerin Inga Wolf und den bekannte Saxofonisten Bernd Chwatlina. Bandgründer Hans-Jürgen Chop verabschiedete sich im Schatten des neuen Besucherrekords von Obertshausen.

Der dauerhaft leuchtende Glanzpunkt der Obertshausener Form der Weinseligkeit aber ist die Betreuung der 14 Beschicker durch „die beiden Jürgen“, Krapp sowie Hofmann vom Kulturamt. Mit Jeannette Link und Miriam Link aus dem Rathaus standen sie den Akteuren hinter den Theken nahezu rund um die Uhr zur Verfügung, lösten jedes Problem und pflegten freundschaftliche Kontakte. Das Lob für das Team war von allen Standinhaber zu vernehmen, vom Winzer über den Brezelmann bis zu den Crepes-Bäckerinnen.

Auch Cestmir Dejdar aus Nidderau, mit seiner feinen Auswahl europäischer Weine und üppigen Raclette-Portionen erstmals in Obertshausen, hat diesen Standort-Vorteil sofort bemerkt. Anfangs wurden Schinken, Salami, Zwiebel, Tomate und Gurke über einer heiße Pellkartoffel noch kritisch beäugt. „Aber der Zuspruch hat von Tag zu Tag zugenommen“, freute sich der gebürtige Tscheche. In Rodgau-Nieder-Roden und Heusenstamm kennt man den Weinhändler aus Karlsbad schon länger, dort ist er seit den ersten Märkten vor mehr als 20 Jahren dabei.

„Die Esskultur verändert sich und ist heute sehr vielfältig“, beobachtete er. Der „Neue“ lobte auch das „schöne Ambiente“ am Waldrand, das „sehr freundliche und friedliche“ Treiben, die „wesentlich entspanntere Stimmung“ als bei anderen Veranstaltungen. Tatsächlich bummeln an allen Tagen ganze Familien und Freundeskreise über den Platz. Wichtig sei nicht die Kulisse, sondern ein sicheres Händchen bei der Auswahl der Beschicker und der Unterhaltung sowie eine gute Organisation, betonte Cestmir.

„Zumindest im nächsten Jahr feiern wir noch einmal hier“, erklärt Krapp. Doch nicht nur die Händler befürworten es, wenn das Festival dauerhaft an der Burg bleibt. „Die Zufahrt ist für uns alle sehr gut“, lobte Winzer Rudi Denzer, der mit der kompletten Familie jeden Mittag eineinhalb Stunden aus der Nähe von Landau nach Obertshausen fährt und nachts wieder zurück. Weite Wege nahmen auch viele Besucher auf sich. Dank der Nähe zur S-Bahn und der Tatsache, dass die S1 am Wochenende die ganze Nacht hindurch fährt, kamen viele junge Leute aus Frankfurt und bis aus Eschborn zum größten Weinfest im Kreis. Die einheimische Jugend versammelte sich früher auf dem „Feldherrenhügel“ auf dem Festplatz, heute auf dem Gemäuer der einstigen Burg.

Den Abschied gestaltete Musiker Norbert Heil mit lokalen Größen. Oliver Dillen sang den Rock’n’Roll, der den Hausener bekannt machte. Nicole Heil fragte, „warum hast du nicht nein gesagt“, Winzer Denzer sang die „Weiße Rose“ der Kastelruther Spatzen, und seine siebenjährige Tochter Charlotte hat „dem Leben ins Gesicht gelacht“. Das 19-jährige Geburtstagskind Marie ließ leidenschaftlich „99 Luftballons“ steigen. Ein schwerer Abschied von einer wunderschönen Woche.

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