Bürgermeister Manuel Friedrich spricht über Schwerpunkte, Chancen und Schwierigkeiten eines Rathauschefs Bilanz nach den ersten 100 Tagen

Bürgermeister Manuel Friedrich in seinem Büro, das er am 23. Juni im Rathaus bezogen hat. Foto: p

Obertshausen (m) – Den letzten Handschlag gab Manuel Friedrich nach seiner Wahl am 8. März. Seitdem regiert das Corona-Virus mit eiserner Hand, der Bürgermeister mit offenen Türen und Ohren.

Nach 100 Tage zieht der „Neue“ jetzt eine erste Bilanz, berichtet über Schwerpunkte, Chancen und Schwierigkeiten eines Rathauschefs.

„Überraschung“ war damals, in der alten Zeit, das am meisten strapazierte Wort an seiner aktuellen Wirkungsstätte. Überraschungen bestimmen bis heute seine Tage, allerdings solche der unangenehmen Art. Nicht nur, dass der Bürgermeister immer neue Absagen und Einschränkungen verkünden muss, jetzt gilt es zudem, auf starke und gefährliche Ausbrüche des Virus innerhalb der Stadt zu reagieren.

Mit dem neuen Dienstherrn wurden auch die Geschäftsfelder neu verteilt: Die Fachbereiche 1 bis 4, Zentrale Dienste, Finanzen, Bürger, Ordnung und Verkehr sowie Sport, Kultur und Bildung unterliegen dem Mann an der Spitze, Umwelt, Planen und Bauen sowie Soziales führt der Erste Stadtrat Michael Möser. Geblieben ist das Credo Friedrichs aus Wahlkampftagen – einen engen Kontakt zu Mitarbeitern und anderen Bürgern zu pflegen.

„Wir haben fast täglich Rücksprachen und diskutieren über viele Sachthemen, sehen uns als Team, das die Stadt nach außen vertritt“, erklärt er. In Sachen Stadtentwicklung und Kita-Ausbau fielen bereits „richtungsweisende Entscheidungen“, ein Klimaschutzmanager wurde eingestellt, ein Computer-Spezialist soll folgen. „Das Personal ist die bedeutendste Ressource eines Unternehmens, das gilt auch für eine Stadtverwaltung“, betont der Bürgermeister.

Die Mitarbeiter sollen sich wertgeschätzt fühlen und „in einem positiven Umfeld ihrer Arbeit nachgehen können“, um zum Wohle der Bürger zu wirken. Seine geöffnete Bürotür legte „an einigen Stellen großen Redebedarf“ zutage. „Insgesamt hat die Verwaltung – auch aufgrund von Corona – an Flexibilität gewonnen“, versucht er, der Situation Positives abzugewinnen.

Mit Blick auf die Vereine will er „das Ehrenamt mit aller Kraft unterstützen und fördern“.

Und vergisst nicht, den vielen Helfern in Privatinitiativen bis Feuerwehr und Verbänden zu danken: „Sie alle sind unersetzlich, um unser Sozialwesen am Leben zu erhalten.“ Über die politische Arbeit steht der Begriff „Transparenz“. So möchte Friedrich alle Fraktionen in Prozesse zur Entscheidungsfindung einbeziehen.

Heute Abend wird er die Gründung des Stadtmarketing-Vereins begleiten. Mit den Besuchen vieler Unternehmen in seinem Wahlkampf knüpfte er Kontakte und informierte sich umfassend.

Bei den Nachbarkommunen sammelte der jüngste Kollege in Chef-Kreisen Erfahrungen, wie sich Personal für die Kinderbetreuung gewinnen lässt. 270 Kinder stünden auf der Warteliste, der Verwaltungschef stellt „Teillösungen“ mit kirchlichen Kitas in Aussicht. Planung und Bau zusätzlicher Einrichtungen nehmen zwei bis vier Jahre in Anspruch.

Dem stehen „enorme Einnahmeausfälle“, vor allem bei der Gewerbesteuer, entgegen. Man müsse „sich der Krise bewusst werden, kleinere Brötchen backen und auf die Unterstützung durch Bund und Land setzen“. Nicht erst beim Thema Parken merkte Ordnungsdezernent Friedrich, dass „ich niemals 100 Prozent der Bürgerschaft zufriedenstellen kann“.

Das Weinfest habe er ausfallen lassen müssen, das Kleinkunstprogramm aber werde im großen Saal gestemmt. „Unser Bürgerhaus ist derzeit die einzige Veranstaltungsstätte, die wir für Politik und Vereine zur Verfügung haben.“ Die Aktion „DJ to go“ mit einer rollenden Disco und die Sportlerehrung konnten unter freiem Himmel laufen, um eine Form des Weihnachtsmarktes wurde gestern Abend bei der Sitzung des Vereinsrings gerungen.

„Kleine Schritte in die richtige Richtung“ seien laut Rathauschef auch die Aufstellung von Sitzbänken und Papierkörben. Familienvater Friedrich: „Ich werde alles daransetzen, das in mich gesetzte Vertrauen trotz der Pandemie durch gute Arbeit für unsere Stadt zurückzugeben.“

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