Ridouan Tifrasi rollt mit dem Café Marli durch Obertshausen und die Umgebung Espresso und Cappuccino auf Rädern

Die Geschäftsidee entstand, als Ridouan Tifrasi wegen des Corona-Virus seinen Telekommunikationsladen schließen musste. Foto: m

Obertshausen (m) – Er macht die Bohne mobil, verleiht der Kaffeemaschine Flügel. Ridouan Tifrasi und Miguel Carrasco sind als findige Geschäftsmänner bekannt, jetzt haben sie Espresso und Cappuccino auf Räder gestellt, auf drei, genau genommen. Das Marli Café ist nämlich ein Piaggio Ape 400, einer dieser hell knatternden Viertakter mit bescheidenem Platzangebot für zwei Passagiere und zweieinhalb Quadratmeter Ladefläche.

Tifrasi nennt den Flitzer aus italienischer Produktion zärtlich „Unser Liebling“.

Das rollende Herz von Marli wird künftig in Obertshausen und Umgebung verführerischen Kaffeeduft verbreiten. Die Geschäftsidee entstand, als der Unternehmer wegen des Corona-Virus seinen Telekommunikationsladen schließen musste. Mit Freund Carrasco stieß er im Internet auf das Gefährt. „Wir haben uns sofort verliebt, einen Hänger gemietet und die Ape in Stuttgart abgeholt“, berichtet der gelernte Einzelhandelskaufmann.

Der Obertshausener führte bereits einen Mobilfunk-Laden und die Bar „Lebenswert“ mit Restaurant an der Durchgangsstraße. So hatte er zuletzt das kulturelle Leben der Stadt mit Live-Bands und Partys mit DJs bereichert. „Aber das Tagesgeschäft ist schwierig, es fehlen Parkplätze, und Gastronom ist ein Vollzeit-Job“, lernte der 44-Jährige hinter der Theke. „Du musst Restaurantfachmann, Betriebswirt, Koch und Logistiker sein“, formuliert er seine Erfahrungen und seinen Respekt vor der Branche.

Der risikofreudige Geschäftsführer ist hauptberuflich wieder bei der Telekommunikation gelandet, managt einen Telefonladen in Offenbach und den Friseursalon seiner Schwester in Hausen. „Aber ich möchte nicht mit 50 noch im Shop stehen“, erklärt Tifrasi seine Motivation, ein weiteres Standbein aufzubauen. Ähnlich denkt der in Obertshausen aufgewachsene Gas-Wasser-Installateur Carrasco. Er lebt jetzt mit Familie und eigener Firma in Oberursel.

Der Name Marli entstand aus den Initialen der Kinder der beiden Männer, Malik und Aliyah, Rafael und Letizia plus ein „i“ für den guten Klang. Vorteil des Geschäfts auf Rädern sei, „du zahlst keine Miete, hast nur dann Kosten für Personal und Stellplatz, wenn du rausfährst“. Das Risiko sei also überschaubar.

Und „irgendwas läuft immer“, Junggesellenabschiede, Hochzeiten, Taufen, Messen, Firmenjubiläen, vorweihnachtliche Feiern – und die Hausener Kerb, wo das Marli Café kürzlich Premiere feierte.

„Derzeit fallen viele Veranstaltungen durch Corona aus, aber nächstes Jahr werden wir Gas geben“, verspricht Tifrasi. Er plant, das Dreirad längerfristig in Frankfurt zu installieren, Hauptwache, Zeil oder Bahnhof, eben „wo viel Leute unterwegs sind“.

Das Team stehe, dazu zähle auch ein Bruder, der noch kaffee-verrückter sei als er selbst, versichert Ridouan Tifrasi. „Die Barrister beherrschen die Siebträgermaschine, wollen noch mehr Herzen, Bäume oder Delfine in den Milchschaum des Capucciono zaubern.“

„Guter Kaffee war immer meine Leidenschaft“, verrät der Hesse mit Wurzeln in Marokko, „ich brauche jeden Tag einen guten Espresso“. In Nordafrika werde eher Pfefferminztee getrunken, es gebe allerdings auch eine gute, Traditionen in der Kaffeezubereitung. Daneben stattet Marli auch Sektempfänge mit Prosecco und Hugo aus, „alles mit viel Leidenschaft und Spaß an der Sache“, wirbt das Duo mit seinem „Liebling“.

Der düst mit indirekter Einspritzung, 422 Kubikzentimetern und Trommelbremsen, bringt 56 „Sachen“ Spitze auf den Tachometer und fährt mit drei Litern auf 100 Kilometer. Diesel, wohlgemerkt, nicht Espresso.

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