Sommerfest des Kleingärtnervereins Obertshausen Eine feste Größe im Veranstaltungskalender

In den Festzelten auf dem Hans-Möser-Platz ließen sich die Gäste beim Sommerfest der Kleingärtner ihre gute Laune nicht durch den Regen trüben. Foto: m

Obertshausen (m) – Nach der engagierten Gemeinschaft vom Rembrücker Weg kann man die Uhr stellen: Immer am zweiten Wochenende im Juli geht’s auf dem Hans-Möser-Platz rund, und das kann auch kein Regenschauer verhindern. Der Niederschlag am Freitag glich einem zweischneidigem Schwert: Einerseits lechzen die Böden nach wie vor nach Wasser, unterstrich KGV-Vorsitzender Siegfried Wilz. Der Feier war dieses Wetter natürlich nicht zuträglich, und dennoch waren das Festgelände mit der Weinlaube nahezu so gut besucht wie gewohnt. Die Musik zum Handkäs’ kam am Hessischen Abend von Udo und Elke Fengler, die viel Gespür für die Stimmung auf dem Gelände bewiesen.

Zu den einschlägigen Hits von Helene Fischer, Andrea Berg und Jürgen Drews wagten die ersten Besucher ein Tänzchen vor der Band. Den „Gockel“ im volkstümlichen Teil ihres Auftritts mimte Gartenfreund Gottfried mit Sängerin Elke. Zum Publikum gehörten auch mehrere Gruppen aus anderen Vereinen. Die Jedermänner der TGO waren an ihren grasgrünen Trainingsanzügen zu erkennen, auch den Kameraden aus Steinau an der Straße steht die Farbe. Die Gemeinschaft dort ist rund 60 Jahre alt – die Hälfte davon unterhält sie gute Kontakte nach Obertshausen, die auch ein „Freundschaftsband“ in der Halle bekunden. Ein Hobbygärtner, der von der Kinzig an die Rodau gezogen war, stellte die Verbindung her. Nach einem Generationswechsel auf beiden Seiten halten nur noch wenige Aktive den regen Austausch aufrecht, berichtet Wilz. Ähnlich ist es mit den regelmäßigen Fahrten in die österreichische Partnerstadt Laakirchen, die seit Beginn der Verschwisterung ein „Renner“ waren. Heute stoßen sie kaum noch auf Interesse. „Wir haben viele junge Familien mit Kindern“, teilt der Sprecher mit, „die haben andere Ziele“. Auch mit Meiningen ist es schwierig geworden. Reisten vor einigen Jahren noch mehrere Auto-Gesellschaften vom Landsberg Richtung Hochbeune und umgekehrt, machen sich heute nur noch einzelne Thüringer auf den Weg. In der Theaterstadt an der Werra gibt es sage und schreibe 24 Kleingärtnervereine. Gleich nach der Wende trafen die Hessen das Team von einem Gelände unterhalb der Burg, das allerdings nur elf Gärten umfasst. Die Gastgeber zählen 97 Parzellen. Aus jeder müssen acht Arbeitsstunden pro Jahr erbracht werden, die meisten werden beim Sommerfest geleistet. Über die drei Tage verteilt „Schichtleiter“ Walter Schirholz stolze 800 Stunden Helferdienste. Problematisch war das bisher nicht, jetzt aber müssen die neuen Mitglieder, Eltern mit schulpflichtigen Kindern, während der Sommerferien in den Urlaub starten. Und diesmal fällt die Veranstaltung am zweiten Juli-Wochenende wieder in die unterrichtsfreie Zeit. Die Fenglers sind inzwischen bei brasilianischen Rhythmen angelangt, „Nossa, nossa“, sie spielen Fischers „Atemlos“ und Ballermann-Hits von Mallorca-„König“ Jürgen Drews. Zünftig-festlich klingt’s am Sonntag, wenn das Blasorchester der TGS Hausen traditionell den Frühschoppen begleitet.

An den Theken servieren sie neben der üblichen Grillware auch Handkäs’ mit Musik, Rippchen mit Kraut und Mettbrötchen. Der Samstag bietet wie immer Spundekäs’ und ungarisches Langos-Gebäck, am Sonntag bereiten Schirholz und einige Kameraden aus Kroatien ein Spanferkel, das nach sechsstündigem Brutzeln am Spieß mittags durch die Reihen getragen wird.

„Durch die Feste können wir die Kosten für die Gärten günstig halten“, erklärt Wilz den wirtschaftlichen Vorteil des Feierns. Zuletzt haben sie eine indirekte LED-Beleuchtung für die Pergola angeschafft, als nächstes soll’s ein neuer Anhänger fürs Spülmobil sein. Der KGV, der in zwei Jahren seinen 50. Geburtstag begeht, gehört zu den engagiertesten in der Stadt. Er stellt einen Maibaum auf, beteiligt sich an der Kerb, gestaltet ein Erntedank- und ein Helferfest und ist beim Weihnachtsmarkt dabei.

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