Sportklasse der Hermann-Hesse-Schule entdeckt das königliche Spiel Schach „Es fördert logisches und strategisches Denken“

Das Schachspiel macht den Schülerinnen und Schülern der Sportklasse der Hermann-Hesse-Schule sichtlich Spaß. Foto: m

Obertshausen (m) – Schach ist auch Sport, Denksport eben. „Es fördert logisches und strategisches Denken“, argumentiert Gregor Surnin, „man muss Züge des Gegners vorausahnen und schnell entscheiden, wie bei anderen Sportarten auch.“

Der Pädagoge leitet die Sportklasse 5bG an der Hermann-Hesse-Schule und steht mit den Kindern normalerweise vier Unterrichtsstunden pro Woche in der Turnhalle.

Doch nach dem aktuell gültigen Erlass dürfen dort 90 Minuten Bewegungsübungen stattfinden. Die andere Doppelstunde wäre „Profilunterricht“, die Schüler konzentrieren sich dabei auf eine Disziplin ihrer Wahl.

Dieser Part soll nun als Theorie laufen. Aber Not macht bekanntlich erfinderisch, und so trainieren die Mädchen und Jungen im Raum 503 das „königliche Spiel“.

Einige Bretter haben sie von der einstigen Schach-AG übernommen, andere neu angeschafft, informiert Surnin. „Besetze mit deinen Bauern das Zentrum“, „führe die Rochade aus“, „ziehe nicht mehrmals mit derselben Figur“ und „entwickle die Dame nicht zu früh“, lauten einige der „sieben goldenen Regeln“, die auf einem Display aufgelistet sind.

Jeder Teilnehmer erhielt zu Beginn zehn Punkte, für ein gewonnenes Spiel gibt’s einen Plus-, für den Verlierer einen Minuspunkt und beim Remis je einen halben Pluspunkt. Wer gegen eine Lehrkraft siegt, Surnin, seinen Kollegen Karsten Hahn oder einen Referendar, dem werden zwei Punkte gutgeschrieben.

Coronabedingt wechseln die Fünftklässler nur eingeschränkt Partner und Figuren.

Regelmäßig werden die Hände desinfiziert, immer wieder pausieren die Zehn- bis Zwölfjährigen auf dem Balkon vorm Klassenzimmer. Dazu aktualisieren sie nach jeder Begegnung den Punktestand an der elektronischen Tafel und lassen so eine Rangliste erkennen.

„Die Schüler lernen auch hier, mit Niederlagen umzugehen und Fehler zu akzeptieren“, erläutert der Lehrer das pädagogische Konzept.

Trotz des Bewegungsdrangs akzeptiere die Klasse die Entscheidung für den Brettsport. „Einige haben einen kleinen Vorsprung, weil sie zu Hause in der Familie spielen“, beobachtet Surnin, „und manche sind ganz schnell schachmatt“. Mittlerweile dauerten die einzelnen Spiele aber schon deutlich länger.

„Eigentlich ist es in der Halle viel besser“, stellt Niclas klar und meint Fußball oder Handball spielen. „Aber Schach ist auch toll.“

„Es macht irgendwie Spaß, man kann sich entspannen“, findet Luis. Talina und Josefine bewerten das neue Fach als cool: „Es ist schön, dass wir dieses Thema haben“, sagen sie. „Wir müssen sehr viel nachdenken, aber wir sind ja Gymnasiasten.“  

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