Dieses Jahr keine Reise nach Caravaca de la Cruz Ein Gottesdienst im Zeichen der Pilgerstadt

Cristobal, Gewinner einer Castingshow, Produzent und Komponist, sang für seine Heimatstadt in St. Thomas Morus. Foto: m

Obertshausen (m) – Ausgerechnet der Jubiläumsbesuch fiel ins Wasser. Anfang Mai hätten Pfarrer Norbert Hofmann und Luis Galvez vom Vereinsring zum zehnten Mal eine Pilgergruppe aus Obertshausen und Umgebung nach Caravaca de la Cruz begleitet. Seit 2011 pflegen Obertshausener und der in der Heiligen Stadt geborene Spanier Kontakte in die Region Murcia. Doch dem Virus gelang es, selbst die überschäumende Lebensfreude zu den Fiestas verstummen zu lassen.

Die Besucher hätten sonst die Wettbewerbe der Weinpferde und die historischen Szenen und die Festumzüge der prachtvoll gekleideten Christen- und Araber-Gruppen bewundert. Doch die neuen Zeiten erlauben weder die Pflege von Bräuchen noch das Reisen, also zelebrierte Pfarrer Hofmann einen Gottesdienst mit Blick auf das doppelarmige Kreuz Caravacas.

2012 beteiligte sich die erste Gruppe aus Hessen an den achttägigen Feierlichkeiten in Südost-Spanien. Seit 788 Jahren wird dort das „Vera Cruz“, das „wahre Kreuz“, verehrt. Der Legende zufolge brachten es am 3. Mai 1232 zwei Engel dem von Mauren gefangen gehaltenen Pfarrer, damit er die heilige Messe feiern konnte. Auch die aktuelle Version des verehrten Kreuzes enthalte eine Reliquie, Splitter vom Holz, an dem Jesus Christus starb. Die spezielle Form sei auch in Masuren in Polen als Pest- und Epedemiekreuz bekannt, lehrte der Theologe. Caravaca wurde 1998 durch Papst Johannes Paul II. zur Heiligen Stadt ernannt und begeht seit 2003 alle sieben Jahre ein Heiliges Jahr. Bereits in den 90er Jahren knüpften die „Hausener Minis“ Kontakte nach Caravaca. 2011 weilten junge Christen aus Obertshausen im Vorfeld des Weltjugendtags dort. „Ohne dich hätten wir nichts von deiner wunderschönen Stadt erfahren“, dankte der Pfarrer der Familie Galvez, die regelmäßig die Reisegruppen begleitete.

„Die Besuche haben auch das Leben des Pfarrers sehr verändert“, versicherte der Seelsorger. „Das Glaubenszeugnis bleibt nicht ohne Spuren, macht den Glauben reicher.“ Gerade in schwierigen Zeiten suchen die Menschen „sichtbare Helfer und Zeichen“, täglich werde das größte Caravaca-Kreuz der Welt außerhalb des Wallfahrtsorts selbst, auf dem Pilgerplatz an der Berliner Straße, von Wallfahrern berührt.

Viele Christen trügen eine kleine Version des Kreuzes bei sich, „auch als Zeichen für Auferstehung und ewiges Leben“, berichtete Hofmann. „Gläubige spüren, im Kreuz ist Heil, Leben und Hoffnung, es verändert jeden Menschen. Die Begegnung mit dem kleinem Zeichen bleibt nicht ohne Wirkung, gerade auch für junge Menschen hat es eine große Bedeutung.“

Der Priester grüßte über Fernsehkameras in St. Thomas Morus den Bischof von Cartagena und Murcia, die Mitbrüder, die Bruderschaft vom „Vera Cruz“, den Pilgerchor, die Pferdegruppe Jupiter und Bürgermeister Jose Francisco Garcia in Spanien. Den Gottesdienst gestalteten die Band Resound, die ebenfalls an der Caravaca-Reise teilgenommen hätte, Ralf Hofmann an der Orgel und der Gewinner der einstigen „Popstar“-Fernseh-Show, Cristobal Galvez Moreno, mit.

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