Bewegender Abend für Geflüchtete und Betreuer Weitere Helfer in Obertshausen willkommen

Geflüchtete, Betreuer, Koordinatoren und ehrenamtliche Helfer haben über die Hilfe für Flüchtlinge berichtet. Rund 50 Besucher waren der Einladung gefolgt. Foto: p

Obertshausen (red) – Wie ist es, als Geflüchteter in Obertshausen eine neue Heimat zu finden? Wie erleben die Menschen den Ort und die Einheimischen? Was war schwer und was hat gut geklappt seit der Zuweisung in die 25.000-Einwohner-Gemeinde? Und was wünschen sich die Flüchtlinge für ihre eigene Zukunft? Fragen wie diese standen im Mittelpunkt eines Diskussionsabends, den die Malteser Stadt und Kreis Offenbach gemeinsam mit der Flüchtlingshilfe Obertshausen jüngst organisiert hatten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Katy Walther, Koordinatorin ehrenamtliche Integrationsdienste der Malteser, und von Annegret Kraus, Fachkraft für die Flüchtlingshilfe der Stadt Obertshausen.

Auf dem Podium waren neben den beiden zuständigen Sozialarbeiterinnen der Diakonie, Kathrin Nottrott und Rebecca Henkel, auch Anita Balidemaj vom Hessischen Flüchtlingsrat und Wolfgang Krastel, stellvertretend für über 80 Ehrenamtliche, die sich derzeit in der Flüchtlingshilfe Obertshausen engagieren. Begonnen hatte der Abend mit dem preisgekrönten Dokumentarfilm „Deportation Class“ von Carsten Rau, der erstmals ein umfassendes Bild von Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber aus Deutschland zeichnet und den Menschen hinter den Zahlen ein Gesicht gibt. Sichtlich bewegt gingen die über 50 Besucher in die Pause.

Der zweite Teil der Veranstaltung öffnete dann den Blick auf die Situation Geflüchteter in Obertshausen. Ahmad Babuli aus Syrien und Khalil Sharaf aus Afghanistan berichteten von ihrer Flucht aus der Heimat und ihrem Ankommen im Ort. Beide leben mittlerweile in kleinen Appartements und sind gut integriert. Khalil Sharaf hat sogar ein Studium aufgenommen. Ihr Dank dafür galt den Haupt- und Ehrenamtlichen der Stadt. Wolfgang Krastel und seine Frau Maria haben 2015 die Patenschaft für sechs junge Männer aus Afghanistan übernommen, die mittlerweile „wie Söhne zur Familie gehören“, berichtete der Flüchtlingshelfer. Er ermunterte alle Anwesenden, sich ebenfalls in der Flüchtlingshilfe zu engagieren und diese „bereichernde Erfahrung für das eigene Leben zu machen“. Außerdem informierte Krastel über seine Tätigkeit als ehrenamtlicher „Koordinator Arbeit“, im Rahmen derer er versucht, Geflüchteten einen Praktikumsplatz oder eine Arbeitsstelle zu vermitteln. Das sei nicht immer einfach. Genauso wie die Vermittlung von Geflüchteten in privaten Wohnraum.

Vielfältige Möglichkeiten

Zum Abschluss informierten Katy Walther und Annegret Kraus über die vielfältigen Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingshilfe. Bei den Maltesern Stadt und Kreis Offenbach kann man nicht nur eine 1:1-Patenschaft übernehmen, sondern auch Gruppenangebote wie Mal- oder Nähkurse, Wanderungen, Musikprojekte oder gemeinsame Ausflüge für Geflüchtete und Einheimische anbieten. Anfang Dezember wird es an zwei Abenden eine Basisschulung geben, in der Interessierte auf ihre Aufgaben als ehrenamtliche Integrationslotsen bei den Maltesern vorbereitet werden.

Interessenten dafür melden sich bitte bei Katy Walther in der Malteser-Dienststelle Obertshausen (Bieberer Straße 131), unter Telefon 06104 40679-41 oder per Mail unter katy.walther(at)malteser.org.

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