Heimat- und Geschichtsverein ehrt ein Ehrenmitglied Helmut Döbert zählt zu Gründern der AG Leder

Die Vorsitzende Melitta Matthes und ihr Vorgänger Professor Klaus Werner dankten Ehrenmitglied Helmut Döbert , der sich seit 25 Jahren im Heimat- und Geschichtsverein einbringt. Foto: pro

Obertshausen (pro) – Den Ehrenbrief der Stadt besitzt er schon, die Ehrenmitgliedschaft des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) ebenfalls. Das hinderte den Vorstand nicht, ihn nun für 25-jährige aktive Mitarbeit auszuzeichnen: Exakt am 21. November, dem Tag der Feierstunde im Karl-Mayer-Haus, trat Helmut Döbert den Hobby-Historikern bei.

Vorsitzende Melitta Matthes hielt die Laudatio auf das Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Leder und überreichte ihm eine Urkunde. Eigentlich ist der Geehrte schon länger in der „Babbscher-Werkstatt“ im ersten Stock des Heimatmuseums beschäftigt. Der Verein besteht seit 1987, die AG Leder hat sich ein Jahr später gegründet, erinnerte die Vorsitzende. Zu ihren Gründern zählen neben dem Jubilar noch Martin Wilhelm, Klaus E. Winter, Peter Roth-Weikl, Rudi Knapp und die bereits verstorbenen Ludwig Wilz und Horst Kiel.

Später kamen Karl Aulbach, Herbert Döbert, Horst Hahn, Günter Hopf, Josef Lotz, Heinrich Niegemann, Richard Köhl, Gerhard und Jochen Roth hinzu. „Sie und ihre Kollegen haben in mühevoller Kleinarbeit Exponate für die beiden Räume im Obergeschoss zusammengetragen“, blickte Matthes zurück.

Handwerkliche Vorführungen

Dank des Engagements der Männer könne die „Entwicklung der Lederwarenherstellung in Hausen und Obertshausen“ anschaulich präsentiert werden. Eine typische Heimarbeiter-Werkstatt mit dem Arbeitsplatz eines Feintäschners, seinen Werkzeugen und Utensilien sowie Dokumente und Erzeugnisse aus dem vergangenen Jahrhundert bilden einen Schwerpunkt des Museums.

Die Gruppe organisierte regelmäßig handwerkliche Vorführungen, in Verbindung mit der Firma Picard auch in Kaufhäusern im ganzen Land. Diese Demonstrationen „fanden immer großes Interesse bei Jung und Alt und warben zugeich für das Karl-Mayer-Haus“, hieß es in der Laudatio weiter. In Zusammenarbeit mit Inge Klohoker, früher Vorsitzende des HGV und Leiterin der Waldschule, kamen auch viele Kinder in den Genuss der Darbietungen. „Die Arbeitsgruppe hat immer ihren Sachverstand und praktische Erfahrungen eingebracht“, fuhr die Sprecherin fort.

Hausen und Obertshausen waren wichtige Standorte

Helmut Döbert wurde vor fast 90 Jahren in Hausen geboren. Bis 1979 führte er den Betrieb, den sein Vater Johann und sein Bruder Valentin 1929/30 eröffnet haben. „Hausen und Obertshausen waren bedeutende Standorte der deutschen Lederwaren-Industrie und haben Wohlstand und Reichtum in die Gemeinden gebracht“, erinnerte die Leiterin. Die Arbeiter wurden jedoch nicht sehr gut bezahlt, in Heimarbeit musste oft die ganze Familien helfen.

Zur Blütezeit in den 50er Jahren erlernten fast 90 Prozent der Schulabgänger den Beruf des Portefeuiller, der Stepperin oder Anschlägerin. Mitte der 80er hatte die Branche mit Billig-Importen aus Osteuropa und Asien zu kämpfen, die ihre Geschäftsgrundlagen zerstörten. Helmut Döbert habe bereits zehn Sonderausstellungen mitgestaltet, die „Lederwaren im Wandel der Zeit“, „Neue Mode 2003“ und „exklusive Taschen aus der Blütezeit“ zeigten, ferner Maschinen und Werkzeuge, die Entwicklung der Firma Picard und des Schuhhandwerks.

 „Nachwuchs ist so gut wie nicht in Sicht“

Leider sei die Arbeitsgruppe um den Jubilar heute alters- und krankheitsbedingt eingeschränkt, „Nachwuchs ist so gut wie nicht in Sicht“, bedauerte Matthes. Trotzdem absolvieren immer wieder junge Leute eine Ausbildung zum Feintäschner - „vielleicht finden sich ja doch mal ein paar von ihnen, die Interesse daran haben, hier im Museum mitzuarbeiten“.

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