Turnierbetrieb der Schützenvereinigung Offenbach Stadt und Kreis läuft wieder an Hubertus-Schützen mit Heimspielen bis Ende Januar

Die neue Corona-Wettkampf-Form ist auch im Interesse der Hubertus-Schützen, die sich freuen, wieder ihrem Hobby auf Wettkampfebene nachgehen zu können. Foto: m

Obertshausen (m) – Von wegen 1,50 Meter. Fünf Meter Abstand halten die St.-Hubertus-Schützen ein, und das nicht erst seit Corona! Da lag das Hygienekonzept auf der Hand, der Turnierbetrieb der Schützenvereinigung Offenbach Stadt und Kreis läuft so seit ein paar Wochen wieder, die Geselligkeit im Vereinsheim der Diana-Kameraden eingeschlossen.

Das Prinzip ist schlicht und einleuchtend: Jede Mannschaft schießt auf ihrer eigenen Anlage auf die Kartonscheiben, die Ergebnisse werden übers Internet ausgetauscht. Für die Obertshausener Gemeinschaft startete die Saison im neuen Modus allerdings glücklos – sie verlor die ersten virtuellen Begegnung mit dem PSV Panther und der SG 1929 in Offenbach. Zehn Vereine, die über die Fünf-Meter-Distanz zielen, haben sich zu der Vereinigung zusammengeschlossen. Sie sind daheim in Mühlheim, Heusenstamm, mehreren Offenbacher Stadtteilen und im Schützenhaus des SV Diana hinterm Obertshausener Bauhof. „Viele Clubs haben sich aus Altersgründen und fehlendem Nachwuchs aufgelöst“, bedauert Hubertus-Vorsitzener Udo Fröhlich.

Wie der 53-Jährige gehören fast alle Aktiven dem „Mittelalter“ an. „Vor sieben Jahren kamen sieben Jugendliche - unsere Kinder waren gerade alle 14 Jahre alt“, erzählt Vater Fröhlich. Doch nach drei Saisons entwickelten die Sprösslinge andere Interessen und blieben fern, berichtet der Berufsschullehrer. „Die Teenager zeigen weniger Kontinuität, Treue oder Identität mit dem Verein, probieren immer was Neues aus.“ Auch Corona bereitete den Aktiven zunächst ein großes Problem. „Bis Anfang Mai ist alles ausgefallen“, blickt der Sprecher zurück. Dann durften sie mit Abstand an mehreren Tischen sitzen, jetzt gelte die Zehn-Personen-Regel, „und mehr sind wir sowieso nicht“, zeigt der Vorsitzende in die Runde. Fröhlich führt den kleinen Verein mit 26 Mitgliedern seit 2011, zehn von ihnen seien aktiv. Sie trainieren einzig auf der Fünf-Meter-Distanz mit dem Luftgewehr. „Das hat eine lange Tradition“, erläutert der Pädagoge. „So konnte man in den Hinterzimmern der Gasthöfe Schießstände aufklappen und brauchte kein Schützenhaus.“ St. Hubertus trat am 10. November 1967 zum ersten Vergleich gegen den SV Auerhahn Offenbach an, das Ergebnis ist unbekannt. Treffpunkt war im Lohstübchen in der Straße im Loh, damals ein Neubaugebiet. 1973 siedelten sie um in die Gaststätte Gambrinus an der Waldstraße, von 1977 bis ‘83 waren sie nebenan in der Alten Post daheim, dann zogen sie zurück in den Gambrinus. Der wurde vor drei Jahren abgerissen, seitdem schießt St. Hubertus bei der Diana. Nur wenige Gründer leben noch: Karl-Heinz Diefenbach, der lange Erster Vorsitzender war, und seine Frau Margareta wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Männer der ersten Stunde waren auch Friedrich Gschrey und Horst Bernert. 1994 zählte der Dachverband mehr als 30 Vereine, feierte mit Stars wie Ireen Sheer in der Stadthalle. Trotz des Mitglieder-Rückgangs seit Ende der 80er Jahre sollte der Ball erhalten werden, jeder Club ein Kontingent an Karten kaufen. Daraufhin spalteten sich sechs Vereine ab. Bis 2012 existierten darum zwei Dachverbände, heute bilden sie wieder eine Vereinigung, die sich zu einem Grill- und Ehrungsabend im Schützenhaus an der Leipziger Straße trifft.

Dort stehen eigentlich drei, in Corona-Zeiten nur Sportler an den Ständen aus den Kisten auf der Zehn-Meter-Anlage. Acht Mitglieder schießen, die vier mit den besten Ergebnissen bilden eine Mannschaft. Die Resultate werden montags noch durch einen neutralen Auswerter überprüft. Mitglied Walter Costanzo stiftete jetzt allen Kameraden schwarze Polo-Shirts mit dem Vereinslogo auf dem Rücken und dem Namen des Schützen auf der Brust. Neben Fröhlich zielen freitags Volker Reinfandt, Martin und Walter Costanzo, Dieter Schnipkoweit, Thomas Thon, Harald Spanuth und dessen Frau Anita auf die Scheiben. In jeder Serie mit zehn Schuss können sie maximal zwölf Ringe treffen, also insgesamt 120. Sie blicken noch über Kimme und Korn auf den Karton, während die Kollegen von Diana ein Diopter benutzen und ihr Ergebnis auf ein Display geliefert bekommen. „Ganz wichtig ist uns, das Sportliche mit dem Geselligen zu verbinden“, unterstreicht Fröhlich. Auf dem Mannschaftstisch stehen Chips und Gebäck, jeder hat seine eigenen Flaschen mitgebracht. „Manchmal kommen auch die Frauen mit“, Anita Spanuth hat gar ihr erstes Meisterschaftsschießen mit gutem Erfolg absolviert, 113 Ringe erzielt. Bis Ende Januar messen sich die Vereine getrennt, informiert der Vorsitzende, „dann sehen wir weiter“.

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