Theaterclub Lach Mal muss mit Feierlichkeiten warten Jubiläum verschoben

Das Theater-Ensemble ist aktuell von der Corona-Pandemie ausgebremst und muss seine Aufführungen verschieben. Foto: m

Obertshausen (m) – Irgendwann in diesen Tagen würden in der Mehrzweckhalle die Korken knallen und die Gläser klingen. Schnittchen und Lobeshymnen würden die Runde machen, der Theaterclub Lach Mal ist 25! Das Jubiläum ließ sich nicht verhindern, Feiern, Proben und Auftritte schon. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und „Theaterdirektor“ Thomas Zeiger hat entschieden, „die Feier wird nachgeholt“. Dabei wird die Rezeptur der Bühne gerade jetzt gebraucht, versucht die Truppe doch, „die Menschen mit viel Humor ihren Sorgen zu entreißen“. Dazu haben sich die Laienschauspieler von Anbeginn der Hilfe verschrieben, unterstützte seit in dem Vierteljahrhundert mehr als 20 Vereine, Organisationen und Aktionen mit insgesamt 160 000 Euro. „Mit Küchenbenutzung“ hieß das erste Stück, das Lach Mal 1996 auf die Bühne brachte. Mit dem Verkauf von 450 bis 500 Eintrittskarten für jeweils vier Aufführungen und von Speisen und Getränken hat die Gruppe die stolze Summe eingespielt. Regelmäßig fördert sie die Clowndoktoren, die in Kliniken der Region vor allem die jüngsten Patienten aufheitern, das Clementinen-Kinderhospital, die Stiftung Krebskranke Kinder und das Palliativ-Team in Frankfurt, Glasknochen-Kranke sowie mit der Band „Irre Typen“ und der Initiative Gemeinsam Lernen auch Menschen mit Behinderungen. Vor Ort spendete der Club an den Verein Lebensräume, an den Wohnverbund der Behindertenhilfe und fürs Sportfest für Schüler mit Handicaps. Er bedachte die Lebensmittelausgabe Oase und immer wieder schwer erkrankte Mädchen und Jungen. So ermöglichte die Gemeinschaft eine Delphin-Therapie, die dem kleinen Sebastian aus Obertshausen sehr geholfen habe.

Zwischen zehn und 15 Talente stehen im Rampenlicht, dazu kommen Experten für Kulissenbau und Maske. „Ich hatte mich damals für zehn Jahre bei den Maltesern verpflichtet“, erzählt Zeiger. Er schloss sich dem Theaterkreis des MHD an, der Geld für den Kauf eines Krankenwagens sammelte. Bald stieß der spätere Berufsschullehrer zur katholischen Jugend und zu den Böhmerwaldsingers, die im Rathaus Beethovenstraße musizierten und Stücke vorbereiteten und aufführten. Dort traf er Beate Zeiger, Beate Thews und Angelika Lorente-Pütz. Auch der heutige Erste Stadtrat Michael Möser war dabei, als die „Urgesteine“ 1995 im alten Hausener Pfarrheim Lach Mal ins Leben riefen. „Gerade einmal 100 Zuschauer passten in den Saal, die Heizung musste extra bezahlt werden, also zogen wir bald in die Mehrzweckhalle“, blickt Sprecher Zeiger zurück. Die Turnhalle der Joseph-von-Eichendorff-Schule bietet wesentlich mehr Raum. Dort traten sie viermal in den Herbstferien auf. „Wir können Kulissen aufbauen und Requisiten stehen lassen“, erklärt der langjährige Regisseur zufrieden. „Es war spannend, als die Schauspieler früher in den Pausen von der Bühne flitzten, um im Foyer Sekt und Würstchen zu verkaufen.“ Längst übernehmen Teams befreundeter Vereine diese Aufgaben.

Keine Frage, die Vorstellungen an der Waldstraße sind Kult. Freundeskreise, Vereinsabteilungen und Betriebe treffen sich in den Zuschauerreihen. Und an jenem Tag, an dem der Vorverkauf um 11 Uhr bei der Turngemeinde beginnt, bildet sich ab 8.30 Uhr eine Schlange mit Wartenden auf Campingstühlen und mit Kaffee, schildert Organisator Zeiger.

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