Wohnzimmer-Konzert von Tom Jet und Ute Jeutter „Wir lassen uns nicht unterkriegen“

Ein Konzert der besonderen Art. Aus dem Wohnzimmer hinaus in die Herzen der Zuhörer. Foto: m

Obertshausen (m) – „Mit zwei Gitarren braucht man kein Playback“, bestätigt die Gesangslehrerin einen Kommentar bei der Live-Übertragung im Internet. Mit einer Rock- und einer Jazz-Röhre auch nicht: Attraktive und stimmgewaltige Talente sind die Fans an der Seite von Tom Jet gewöhnt. Selten aber steht dort seine Schwester Ute Jeutter, Mitglied der Coming Home Blues Band. Bei einem seiner Wohnzimmer-Konzert entlockte sie ihrem Bruder ganz neue Töne. „Wir lassen uns nicht unterkriegen“, kämpft Tom gegen die neue Realität. Über Mikrofon und Handy-Kamera begrüßt er Heidi, deren Beitrag auf dem Monitor zu seinen Füßen auftaucht. „Die Heidi, die beim letzten Mal eine Rolle Klopapier gewonnen hat – kommt noch!“ Sondergrüße schickt Thomas Jeutter zu einem Auswanderer nach Italien, dann stimmt er mit Ute „Baby, What You Want Me To Do“ an. „Kommt draußen gut an“, lautet ein Lob auf der Seite. „Langsam bildet sich die Hoffnung ab, bald kleinere Veranstaltungen spielen zu dürfen, nicht nur Wohnzimmer-Konzerte“, macht Tom sich selbst Mut. Denn unter den neuen Bedingungen haben Musiker eigentlich keine Einnahmen. „Ihr habt die Möglichkeit, etwas in den digitalen Hut zu werfen“, erläutert der Hausener die technischen Möglichkeiten. „Aber wir haben euch auch lieb, wenn ihr nichts gebt!“ Das Duo vermittelt musikalisch Sehnsucht nach Italien, Malerin Ute wirbt mit 30 Prozent Rabatt für jedes ihrer quadratisch-farbenprächtigen Bilder. - Tanja und Charlie „grooven mit euch“, steht auf der Internetseite, Joachim hat die „Posaune geschnappt und den Bläsersatz gemacht!“, Walter verrät, „Tom, wir haben getanzt“. „Ach Blues, scheee“ schreibt Heiner mit drei „e“ in die Community. Margit macht keine großen Worte, tippt kurz und knapp „wow, Blues kannste echt gut“.

Ute schmettert ein starkes Solo zum Finale, viele virtuelle Herzen und klatschende Hände fliegen über den Bildschirm und fordern eine Zugabe. Doch, „die Verbindung ist wieder grottig“ und das 60-minütige Konzert „zu schnell rum“, schreibt Heidi.

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