Erster virtueller Volks-Waldlauf mit mehr als 300 Teilnehmern ein voller Erfolg „Unsere Liebe zum Laufen“

Erschöpft aber glücklich sind die Läufer nach dem Erreichen des Ziels beim ersten virtuellen Volks-Waldlauf in Hausen. Foto: m

Obertshausen (m) – Kreativität, ein bisschen Fantasie und viel guter Wille waren gefragt für den ersten Volks-Waldlauf unter den neuen Bedingungen. „Unsere Liebe zum Laufen“ spornte Steffen Bogdahn und sein Team an, nicht in den Chor der Absager einzustimmen, sondern eigene Wege zu beschreiten. Immerhin, 328 Aktive schlossen sich der Idee aus den Reihen der Turngesellschaft (TGS) Hausen an und gingen auf eine der bekannten Strecken.

Sie hatten die freie Auswahl, konnten wählen, wo sie rannten. Danach sollte die benötigte Zeit an die Organisationsgruppe übermittelt werden. Klaus-Uwe Gerhardt von der Mannschaft Grüne Lunge Obertshausen absolvierte die Zehn-Kilometer-Distanz in 1:21 Stunde. Im Urlaub lief er auf dem Hahnenköpfle von Faschina nach Garsella in Österreich. Am häufigsten wurde die bekannte Strecke genutzt, die TGS-Vorsitzender Bogdahn und weitere Mitstreiter erneut markiert hatten. Bürgermeister Manuel Friedrich, der die Veranstalter vielfach unterstützt hat, gab für eine Gruppe den Startschuss.

Gewonnen hat über die 10. 000 Meter der Hausener Rolf Ciesielski in 36:44 Minuten. Die schnellste Frau heißt Sigrid Grygosch und brauchte 44:34 Minuten. Beide zählen zu den „langen Bekannten“ des Volkslaufs. Eine Läuferin sorgte für eine große Überraschung im Halbmarathon. Franziska Baist legte die gut 21 Kilometer als Zeitschnellste in 1:23 Stunde zurück. Ihr folgte eine Minute später Florian Kaltenbach.

„Wir hatten Anmeldungen bis aus Berlin und Potsdam, Duisburg und Leverkusen, Ingolstadt, Karlsruhe und Aschaffenburg“, teilte Bogdahn mit. Aus Obertshausen beteiligten sich 78 Sportler. „Das unterstreicht, wie überregional wir hier aufgestellt sind.“ Die 10.000-Meter-Strecke war mit Abstand die beliebteste, 44 Frauen und 113 Männer war auf dieser Distanz unterwegs. Den Jedermann-Lauf über fünf Kilometer wählten 80 Personen, den Halbmarathon 59. Insgesamt 32 Jugendliche, Schüler und Bambini rannten Touren über 5000, 1000, 400 oder 200 Meter.

„Für viele Läufer im Rhein-Main-Gebiet ist unsere Veranstaltung ein Begriff und seit 44 Jahren eine echte Institution in der Szene“, fasste Organisator Bogdahn zusammen. 2019 nutzte mit Philipp Pflieger und Laura Hottenrott sogar die deutsche Lauf-Elite den Hausener Volkslauf zur Wettkampfvorbereitung. „Dass die staatlichen Regelungen die Aktion in ihrer ursprünglichen Form nicht erlauben, haben wir schon Anfang März befürchtet. Aber wir wollten Corona auch nicht so einfach gewinnen lassen“, erklärte der Vereinschef und setzte Maßstäbe.

Die Initiatoren hatten sich frühzeitig und eng mit dem Rathauschef abgestimmt. Vor seinem Amtsantritt richtete der gelernte Veranstaltungskaufmann mit seinem damaligen Arbeitgeber auch den Frankfurt Marathon aus. „Ich freue mich sehr, dass die TGS den Mut hatte, hier einfach mal einen anderen Weg zu gehen und nicht einfach aufzugeben“, lobte der leidenschaftliche Läufer.

Das Konzept war denkbar einfach: Die Interessierten meldeten sich online an und bekamen ihre Startnummer per E-Mail geschickt. Dazu erhielt jeder einen Zugang zu einem Internet-Portal, um das persönliche Ergebnis und Fotos hochzuladen. „Alle Angaben erfolgten auf Vertrauensbasis, der Wettbewerb rückte in den Hintergrund“, erläuterte Bogdahn. Die Teilnahme war kostenfrei, die TGS bat lediglich um Spenden zur Förderung ihrer Jugendarbeit. In der neuen Zeit fehlen auch den Abteilungen die üblichen Einnahmen.

Das Kinder- und Jugendtraining sei in nahezu jedem Verein ein Zuschussgeschäft und müsse durch andere Aktivitäten gedeckt werden. „Die TGS Hausen betreut rund 600 Mädchen und Jungen, entsprechend wichtig ist uns diese Arbeit“, unterstrich der Vorsitzende.

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