Kappensitzung der Babbscher strapaziert die Lachmuskeln

Närrisches Stelldichein von Jung und Alt in Obertshausen

Oliver Murmann und Michael Möser sind Babbscher-Urgesteine und standen auch schon vor der Gründung des Karnevalvereins in der Bütt, Foto: Prochnow

Obertshausen (m) – Es ist die größte Party der Stadt und die bunteste zugleich – in jeder Hinsicht. Wenn „Die elf Babbscher“ (DEB) zur Kappensitzung rufen, dann einen sie die Generationen: Innerhalb von zehn Jahren ist es dem Karnevalverein gelungen, „Oberts-Häuser“ vom Kindergarten-Knirps bis zum Fastnachtssenior in einer zu vereinen. Zuletzt am vergangenen Wochenende im Bürgerhaus.

Mit Stolz konnten Vorsitzender Andreas Murmann und Conferencier Sebastian Leinweber allein sechs Tanzformationen präsentieren. Dazu braucht es keine gestelzten Reime und kein Elfer-Grinsen. Auch werden alle Plätze zugelost, allerdings ist die Sicht aufs Podest von den hinteren Plätzen an der Glasfront nicht so gut. Umso besser sind die Auftritte freilich von der eigentlichen Saalbühne zu verfolgen, die den mittlerweile zahlreichen Tollitäten als vornehmer Rückzugsort dient.

Und weil der Lichttechniker auch Chef der Nodebabbscher ist, leuchtet bei jedem Schlag aufs Fell die Trommel oder der Stock auf. Sie begleiteten mit Fahnenträgern und Tänzerinnen die Hoheiten Baron Frank I. und Comtesse Claudia II. ins Rampenlicht. „Nicht nur reden, sondern was Neues wagen“, warb der Vorsitzender für ein gemeinsames Rathaus in der Burg Im Hain.

Die Blue Little Stars

Die Blue Little Stars, die jüngsten Gardemädchen, wurden auf den Schultern ihrer Papas hereingetragen. Auch die Blue Magic Kids tanzten ihren Auftritt mit viel Begeisterung und wenig Scheu. Eine Premiere und beachtliche sportliche Leistungen in Sachen Tanz brachten gleich zwei Duos: Ex-Baron Chris hatte starke Hebefiguren mit Tanzpartnerin Iris aus Hanau einstudiert.

„Schneller, höher, weiter“ springen die Blue Blizzards über die Bühne, die Teenager beherrschen schnelle Schrittfolgen mit hoher Synchronität und vielen artistischen Elementen. Mit Chim-chimeney, mal langsam, mal flott, gestalteten die Blue Butterflies ihren Schautanz mit gelungenen Hebefiguren. Wettkampf erprobt ist Solistin Sara Hagemann, die sich diesmal ganz in Schwarz „Tribune von Panem“ verarbeitete.

Das kreative Herren-Rudel stellte Kevin aus Lämmerspiel vor, der ausgerechnet im Waschplanet des Barons schafft. Er umgarnt im „Herzblatt“ Britney, die mit ihren „wilden Hühnern“ zu der TV-Show erschienen war. Die kreativen Männer einten viel Bewegung, Rhythmus und Witz in ihre Szenen. Auf Tanzen in Tüll stehen die „Bonbons“ der „Häuser Gretchen“. „Warum hast du nicht nein gesagt“, schmetterte Wolf-Christian Baesecke von den Katholischen Karnevalisten Mühlheim, auch „Griechischer Wein“ und „Joana“ feuerten die Stimmung aufs Neue an, „steh auf, mach laut“.

Dombaumeister

Als Dombaumeister wollte Michael Schmitt, Babbschers erster Baron, einen „Dom zu St. Thomas Morus“ erstellen. Pfarrer Hofmann könnte dann in einer Kathedrale Paare trauen. Die Sanierung des heimischen Kanalnetzes hinterlasse „überall Schlamm: Ist ein Loch da, sindse fort“, frotzelte der Baumeister über die Bauarbeiter. Und für die neue „Lichtsignalanlage“ an der Umgehungstraße fehlte der Strom, „da haben sie beim Hundeverein nachgefragt“. Im Monte mare versickere Steuergeld, dagegen sei der neue Internetauftritt der Stadt „nicht mit Informationen überfrachtet“, die meisten Seiten noch immer „im Bau“, kritisierte der alternative Protokoller.

Zu den raren Büttenassen gehören zwei „Vädder 2017“, Michael Möser und Oliver Murmann mit Infusion und Mobile am Hut. Die Babysitter grübelten über Sex mit der Schwangeren und Windelwechseln: „Auf der Packung steht sechs Kilo, da passt noch was nei!“, sah Möser keinen Handlungsbedarf. Dann lag der Kleine „an Mamas Brust – de Babba schiebt Frust“. Mit allerlei Jammerei und Ratschlägen in Reimform, Grimassen und Rhythmusspiel bewegten sie einmal mehr das Publikum.

Das Männerballett ist die jüngste Abteilung der ObertsHäuser Babbscher, die Kerle stiegen mit viel Musik und wenigen Worten in den Box-Ring. Das noch fetzigere Finale leiteten die Icebreakers von der Stadtgarde Offenbach mit leuchtenden Trommeln und viel Gebläse ein. In den beiden großen Pausen spielte die Band „Holzköppe“ noch mehr Stimmungshits.

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