Der Stadtelternbeirat der Kitas will Schließzeiten und Gebühren anpassen Neue Satzungen angestrebt

Ein beratendes Gremium im Austausch mit der Stadt: Anni Maier, stellvertretende Vorsitzende des Stadtelternbeirats der Kindertagesstätten und ihr Vorsitzender Dustin Schlupper. Bild: gerth

Obertshausen – Eigentlich hätte dieses Treffen auf dem Waldspielplatz stattfinden sollen. Aber bei diesem Dauerregen ist ein warmer, trockener Platz im Café der Bäckerei Bauder die bessere Alternative. Der Stadtelternbeirat der sieben Kindertagesstätten von Obertshausen ist ein Gremium, welches selten in der Öffentlichkeit steht. Wie auch, wenn man nur beratend agiert? „Wir sind ein Austauschmedium mit der Stadt“, sagt Dustin Schlupper. 38 Jahre alt. Er ist Ende Oktober zum Vorsitzenden des Beirats mit insgesamt 14 Mitgliedern wiedergewählt worden. Seine Stellvertreterin ist Anni Maier (37).

Wenn am morgigen Mittwochabend im Bürgerhaus der Sozialausschuss der Stadt zusammenkommt, dann werden auch die Vorschläge des Stadtelternbeirats diskutiert. Es geht dabei darum, die bestehenden Satzungen für die Kindertagesstätten zu überarbeiten: Einmal zu den Schließzeiten, der zweite Bereich betrifft die Gebühren. Entschieden wird dann von der Stadtverordnetenversammlung am 7. Dezember.

Die alte Satzung sieht bisher vor, dass die sieben Obertshausener Kindertagesstätten an 29 Tagen im Jahr geschlossen sind. Mit der Neuen wären es sieben Tage weniger, also ein Gewinn für Eltern und Kinder. Zudem sollen die Zahl der Fortbildungstage der Erzieher von vier auf sechs erhöht werden. „Die hessische Satzung dient dabei als Grundlage“, sagt Schlupper, von Beruf Projektleiter in der IT-Branche. Sein Kind besucht die Kita „Regenbogen“ an der Vogelsbergstraße.

Angestrebt wird auch, dass die Abholzeiten für die Kinder deutlicher formuliert werden. Bisher heißt es, dass diese bis zu einer bestimmten Uhrzeit abgeholt werden. Künftig soll es heißen: Die Kinder müssen zu einer bestimmten Uhrzeit abgeholt worden sein. Also keine Abholung beispielsweise ab 15 Uhr, sondern bis 15 Uhr. So eine Regelung würde Verbindlichkeit schaffen und den Tagesablauf in einer Kindertagesstätte besser planen lassen.

Für die Neugestaltung der Gebührensatzung hatte der Beirat geprüft, ob die Beiträge noch angemessen sind. Obertshausen liege im Mittelfeld des Kreises Offenbach, sagt Schlupper. Bei der Neugestaltung „haben wir uns an den Tarifen für Tagesmütter orientiert“. So heißt es etwa von der Stadt Offenbach: „Je Betreuungsstunde wird ein Betrag von 1 Euro (bis zur maximalen Dauer von 50 Stunden wöchentlich) in Rechnung gestellt. Pro Monat beträgt der Höchstbetrag demnach 217 Euro.“

Was eine neue, über zwei Jahre gestaffelte Gebührenordnung für Obertshausener Kitas bedeuten würde, beschreibt das Beispiel für Schluppers Kind: Demnach kostet für ein Kind unter drei Jahren der Vollzeitplatz nach der heutigen Satzung 150,48 Euro im Monat. Ab 2024 wären es 197,04 Euro, ab dem Jahr 2025 dann 243,60 Euro.

Bei all diesen Satzungsfragen fungiert der Beirat als übergeordnetes Gremium, „das gehört werden muss“, wie es Anni Maier beschreibt, von Beruf Notarfachangestellte. Für etwaige Probleme zwischen Kita-Personal und Eltern ist der Stadtelternbeirat indes nicht zuständig. „Das machen die jeweiligen Elternbeiräte der einzelnen Kitas“, erklärt Maier, dessen Kind die Einrichtung in der Mühlheimer Straße besucht. Was aber das Gesamtgremium unterstützt, ist die Idee, dass die Sportvereine der Stadt mit den Kitas kooperieren.

Angesichts des aktuellen regnerischen Herbstwetters sind auch hierzu überdachte Bewegungsangebote die Mittel der Wahl.

Von Steffen Gerth