Gelungene Mischung Oliver Dillen und Norbert Heil präsentieren „Crime & Rock’n’Roll“

Oliver Dillen hatte sein Publikum fest im Griff, gemeinsam mit Norbert Heil sorgte er bei den Naturfreunden für gute Laune. Foto: pro

Obertshausen (pro) – „Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett“ – warum auch, draußen scheint ja noch die Sommersonne in den Garten. Trotzdem sang natürlich jeder Gast im Naturfreundehaus aus voller Brust, wenn auch keiner den Text des Evergreens so kunstvoll zelebrieren konnte wie Oliver Dillen. Der Sänger und Komponist lud mit Chic-Musiker Norbert Heil wieder ein zu „Crime & Rock’n’Roll“.

Wie gewohnt im feinen Zwirn, mit schwarzen Lackschuhen und weißer Krawatte trat der Autor von Kurzgeschichten vor sein Publikum. Mit tiefem Bass und rollendem „R“ verbreitete er „ganz grausame Geschichten“. Zum Beispiel die von Marlene Tacker. Eddy Moser beobachtet die Mitvierzigerin genau, kundschaftet aus seinem Versteck im alten Wohnmobil die Gründerzeit-Villa aus.

Herbert Tacker ist in der Firma, die Kinder im Gymnasium, Marlene leidet nach einem Unfall an einer Sehstörung. Die Terrassentür steht offen, Eddy huscht ins Wohnzimmer, durchstöbert Schubladen und Safe und erbeutet mehr als erwartet. Er knebelt die Frau und verschwindet, dennoch klicken vor seinem gebuchten Flug die Handschellen – er wusste eines nicht: dass sein Opfer eine neue Netzhaut bekommen hat ...

Dann drehen die beiden Hausener wieder auf. Zwischen den Geschichten ertönte „Rock’n’Roll Is King“, „Hello Josephine“, „Oh Carol“ von Neil Sedaka, und das geht auch auf Sächsisch. Ganz ohne Stimme klingt der „Watermelone Man“, den Norbert Heil am Saxophon vorstellt. Nach den nächsten Erzählungen entspannt das Publikum bei „Buena Sera, Signorina“, auch Hits von Frank Sinatra sind dabei und Freddy Quinns Sehnsucht „Junge, komm bald wieder“.

Nach der Pause ist mal wieder der „Mord im Hühnerhof“ dran, mit unverkennbaren Parallelen zum Veranstaltungsort. Neu ist „Die letzte Zigarre“: Der erfolgreiche Unterwelt-Boss Johannes hat überall seine Finger im Spiel, überlässt seine Villa seinem Zwillingsbruder Harald, einem braven Lehrer. Der wird kurz nach dem Verschwinden von Johannes erschossen. Kommissar Peter Keller findet rasch heraus, der Gangster hat seinen Bruder erschießen lassen, um die Szene glauben zu lassen, er, Johannes, sei ausgeschaltet worden. Die Zuhörer quittieren die Pointe mit Beifall, Norbert Heil mit der Erkennungsmelodie von „Mission Impossible“.

In einem anderen Krimi geht es um den Tod einer „blonden Schönheit auf dem Trapez“, die bei einem Live-Auftritte plötzlich stürzt und tot auf dem Beton zerschmettert. Hauptkommissar Volker Bach kann nach Auswertung von mehr als 100 Zeugenaussagen, Fotos und Videomaterial den Organisator, einen Galeristen, festnehmen. Er verdiente an den exklusiven Fotos seines Fotografen. „Tote Künstler verkaufen sich besser als lebende“, erklärt er.

Auch der Fall vom gestohlenen Kelch ist in einer Zeitschrift des Burda-Verlags veröffentlicht. Unterhaltsamer ist es freilich, wenn der Schriftsteller seine Werke selbst vorträgt – das nächste Mal am 30. September.

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