Hausen singt – Das Traditionskonzert der Sängerlust-Chöre Publikum erlebt einen wundervollen Konzertabend

Das Traditionskonzert im Bürgerhaus lies die Herzen der Zuschauer höher schlagen, als die Chöre ihr vielfältiges und abwechslungsreiches Programm zum Besten vortrugen. Foto: m

Obertshausen (m) – „Hausen singt“ - zum ersten Mal ohne Männerchor? - Das wäre für die Sängerlust nicht denkbar. Also lud sie zum ersten Konzert nach dem Abschied der gestandenen Herren vom Rampenlicht der Bühne ein Gast-Ensemble ein, den Männerchor Harmonie Kassel. Ihm gelang es hervorragend, die Lücke im Programm zu füllen und das in Sachen Chorgesang verwöhnte Publikum im Bürgerhaus auf gewohnt hohen Niveau zu bedienen.

Den Nordhessen ist der Generationswechsel, wie ihn die Chorlandschaft vor allem in der Männer-Klasse fordert, vorbildlich gelungen. Der blutjunge Leiter Kevin Schmitt zählt mit seinen 25 Lenzen etwa ebensoviele Stimmen unter seinem Dirigat.

Ihr Repertoire empfiehlt sich als Überlebensrezeptur für darbende Männerchöre, es reicht vom Ave Maria nach Franz Abt mit sicheren Solisten bis zu „Two Wings“, Klängen vom größten schottischen See, „Loch Lomond“, und der heiteren Ansage, „Lieber melk’ ich Mona Mu, meine liebste Kuh“, garniert mit Glocke!

Das ganz große Kino der Chorkultur beschritt Gastgeber Chor ‘84 mit den bunten Schals am Hals. Leiter Martin Trageser liebt die leisen, feinen Töne, die eine hohe Präzision fordern. Die fast 50 Talente der starken und immer wieder ausgezeichneten Formation beherrschen sie. Das bewies die vielseitige Truppe in einer Version des „Ubi caritas“ aus der Gründonnerstags-Liturgie, „wo die Liebe“, aber auch mit „Steal Away“, einem der bitteren Klagelieder der Sklaven auf dem Feld, und dem kreativen Rat „Better Run Away“, „lauf lieber weg“, des Zeitgenossen Björn Mummert.

Nach der Pause kombinierten die ‘84er ein Arrangement der „Mühle am rauschenden Bach“ mit der südländischen Lebensart „Mas que nada“, „besser als nix“. Aus den Reihen des Vorzeigechors stammen auch die beiden Moderatoren des Abends, Ute Hermsdorff und Robert Bedner. Ihnen gelang die Balance zwischen den Rollen der heiteren Begleiter und fachkundigen Lehrer, aber ohne Zeigefinger und langatmigen Informationen. Die beiden Sänger trugen mit ihren Kenntnissen und einem ungezwungenem Auftreten gleichsam zum Erfolg des Abends bei.

Der Jugendchor 2000 wollte sich eigentlich schon in „You Can Chor“ umtaufen, nachdem die mehrere Aktive nun in den Elternstand gewechselt sind. Dieser Umstand führte auch dazu, dass die enge Gemeinschaft mit Lücken im Rampenlicht stand. Das minderte weder Volumen noch Diversität der Interpretation, die Vize-Dirigent Tobias Roth mit Rhythmus-Geräuschen begleitete.

Der stabile Freundeskreis um Peter Krausch begeistert selbst die reifere Generation im voll besetzten Bürgerhaus für aktuelle und äußerst erfolgreiche Künstler wie Billy Joel und seinen Hit „She’s Always A Woman“, Ed Sheeran (Thinking Out Loud“), Bon Jovi („It’s My Life“) und Bruno Mars („Uptown Funk“).

Und weil ja nicht nur kundige Chöre die Stimmen erheben sollen, sondern „Hausen singt“, wandten sich die Musik-Lehrer immer wieder dem Auditorium zu. Den Saal erfüllte „Kein schöner Land“ und die Erkenntnis, „Das Wandern ist des Müllers Lust“. Die Noch-Jugend brachte Grand-Prix-Siegerin Nicole ins Spiel, ließ „ein bisschen Frieden“ schmettern. Nach Freddie Mercurys Band Queen wiesen die jungen Leute die Marschrichtung für die älteste Kulturveranstaltung weit und breit an, „The Show Must Go On“. Denn, und so lautete das letzte Lied zum Mitsingen, „jetzt kommen die lustigen Tage“. König Karneval ließ grüßen.

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