Abschied von den Pfarrgemeinden Herz Jesu und St. Thomas Morus Ralf Hofmann wechselt nach Groß-Umstadt

Ralf Hofmann schenkte den Pfarreien ein riesiges Transparent mit dem Konterfei von Papst Franziskus, mit dem das Hilfswerk Missio wirbt: „Barmherzigkeit verwandelt euer Herz.“ Foto: Prochnow

Obertshausen (m) – Ein Hofmann geht, der andere bleibt. In den Sonntagsgottesdiensten am vergangenen Wochenende verabschiedeten Pfarrer Norbert Hofmann und die Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats den frischgebackenen Pastoralreferenten Ralf Hofmann. Zwei Jahre unterstützte dieser den Seelsorger und begleitete die Pfarreien Herz Jesu und St. Thomas Morus.

Dem Pfarrer habe die Nachricht vom Weggang seines Mitarbeiters einen „Schock versetzt“, gestand er. Er verstehe aber den Wunsch, wieder Schwerkranke begleiten zu wollen. Der Scheidende übernimmt eine Stelle im Krankenhaus von Groß-Umstadt. Pfarrer Norbert Hofmann hob die Brüderlichkeit und Freundschaft mit seinem Namensvetter hervor, dessen große Treue und Loyalität. „Ich konnte mich 100 Prozent auf dich verlassen“, würdigte der Dienstherr und überreichte „Norbertiner-Brot“.

„Ich hatte den besten Chef“, strahlte Ralf Hofmann bei seinem Abschied von der Kanzel. In der Herz-Jesu-Kirche bedankte sich der Theologe, der am Samstag in Mainz als Pastoralreferent ausgesandt wurde, bei Pfarrer Hofmann. Das vertrauensvolle Verhältnis ermöglichte dem Hausener auch, neue Formen der Gemeindearbeit auszuprobieren. Er habe die Christen in der Stadt auch als barmherzig kennengelernt. Darum schenkte er den Pfarreien ein riesiges Transparent mit dem Konterfei von Papst Franziskus, mit dem das Hilfswerk Missio wirbt, „Barmherzigkeit verwandelt euer Herz“.

Seine Schulzeit am Kreuzburg-Gymansium des Franziskanerordens prägten ihn, erzählte er bei seinem Amtsantritt in Obertshausen. Nach dem Abitur absolvierte Ralf Hofmann seinen Zivildienst in einem Altenheim in München, am Offenbacher Ketteler-Krankenhaus ließ er sich zum Krankenpfleger ausbilden. Dann folgte er einem Ruf der „Missionare der Nächstenliebe“, der Gemeinschaft der Mutter Teresa im indischen Kalkutta.

Ralf Hofmann saß mit der Ordensgründerin in Kalkutta an einem Tisch, lernte ihr Werk für Arme, Kranke und Sterbende kennen. In ihrem Namen ging er ins mexikanische Tijuana an der US-amerikanischen Grenze. Dort studierte er vier Semester Philosophie und betreute Menschen, die ihr Glück in den Vereinigten Staaten gesucht hatten, aber zurückgewiesen wurden. „Viele verloren ihr ganzes Hab und Gut an Schlepper“, erinnert sich der 44-Jährige.

Über einen weiteren Standort des Ordens in Guatemala führte sein Weg nach Rom. Dort schloss er 2009 sein Theologiestudium ab. Für die Erfahrungen, die er weltweit sammeln durfte, ist er froh und dankbar. Für ihn war das „katholisch“ im eigentlichen Wortsinn, also „allumfassend“: Der überzeugte Christ hatte Professoren aus Irland, Neuseeland, Vietnam und Nicaragua, die meisten Kommilitonen kamen aus Asien, Afrika und Amerika.

Traurig über den Weggang waren auch Carmen Lehmann und Gabriele Franke-Faulhaber, die Vorsitzenden des gemeinsamen Pfarrgemeinderats im Stadtteil Obertshausen. Mit seiner neuen Aufgabe werde er auch Sterbenden Trost, Hoffnung und Zeit spenden. Dazu wünschten die Sprecherinnen „Gottes Segen, Gesundheit und Geduld“ und überreichten eine Figur des heiligen Papstes Johannes Paul II.. Auch viele Gottesdienstbesucher verabschiedeten sich von Ralf Hofmann mit persönlichen Worten und guten Wünschen.

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