Welpenstunde der Ortsgruppe Hausen-Obertshausen im Verein für Deutsche Schäferhunde Auf der Suche nach Leckerlis

Für die jungen Hunde ist es zu Beginn gar nicht so einfach, das Leckerli ausfindig zu machen. Foto: m

Obertshausen (m) – Sie flitzen quer über den Platz, von einer Ecke in die andere, raufen sich mit den anderen und konzentrieren sich im nächsten Moment auf ein buntes Plastikhütchen. Einige rennen durch eine Stoffröhre, ohne das Licht am Ende des Tunnels zu sehen. - So ist das bei der Welpenstunde der Ortsgruppe Hausen-Obertshausen im Verein für Deutsche Schäferhunde (SV), und das ausgelassene Toben freut nicht nur Vier-, sondern auch Zweibeiner.

Acht Hunde ab der zwölften Woche lernen sich auf dem Gelände an der Badstraße gerade näher kennen, genießen, dass sie sich nach acht Wochen nur Gassi-Gehen endlich wieder Artgenossen beschnuppern können. Auch die Trainingseinheiten dürfen wieder aufgenommen werden, und Mensch und Tier hoffen, dass es noch eine Weile dauert bis zur nächsten Corona-Welle.

„Wenn sie durchgeimpft sind, also normalerweise mit drei Monaten, können sie zur Welpenstunde kommen“, erläutert Veronika Trapp, Sportwartin und Übungsleiterin im SV. Mit ihren Assistenten Gabi Becker, Vanessa Schönfeld und Andreas Dorschu sorgt sie für reichlich Kontakte unter dem Nachwuchs. Manche der Kleinen sind wegen der Pandemie schon älter, gehören eigentlich schon in die Folgekurse, lehrt die Trainerin.

Während der Platzsperre hat sie Anleitungen für Übungen daheim verschickt. „Aber sie sind aufmerksamer auf dem Platz, finden mehr Ablenkung als zu Hause und in der Stadt.“ Im Freien Spiel sollen sie lernen, mit anderen Hunden zurechtzukommen. „Die Rasse spielt keine Rolle, manche können sich nicht riechen, aber keiner wird gemobbt“, betont die Leiterin. „Die Erziehung funktioniert mit Belohnung“, lernt der Mensch, und das heißt fast immer: Futter! So suchen sie kleinen Racker Leckerlis, die in Rohren, Stangen und Blumentöpfe versteckt sind, Wurst oder Käse. Das soll den Einsatz des Geruchssinns fördern. „Wir haben schon vor 20 Jahren die Rassengrenzen fallen lassen“, berichtet SV-Vorsitzender Ewald Renner, schließlich sollen alle ausgebildet werden. Das geht in der zweiten Hälfte weiter mit Slalomlauf, einem Parcours mit Sprüngen und über verschiedene Untergründe. Die „Anfänger“ solle über Plastikfolie, Gitter, Kiesel und Gras gehen, sich beim Öffnen eines Schirms oder neben einer fallenden Eisenkette neutral verhalten. Als Nächstes geht’s an der Leine in den Straßenverkehr, auch kurz in eine Kneipe und in die Stadtmitte. ,Selbst einen Tierarztbesuch simulieren sie. Die Hundeführer lernen, ihren Lieblingen ins Maul zu schauen und auch mal den Finger rein zu legen, wenn das Tier etwas Schlechtes gefressen hat. In der vorerst letzten Lektion lernen Zwei- und Vierbeiner, mit Befehlen wie „Sitz!“, „Platz!“ und „Fuß!“ umzugehen. Der Hund wird abgelegt und darf erst auf Kommando wieder zu Frauchen oder Herrchen rennen.

Die Welpenstunde läuft meistens zweimal im Jahr. Viele werden im Januar, Februar oder Oktober geboren, unterrichtet Veronika Trapp. „Jetzt fielen auch Turnier und Prüfungen aus“, schildert Renner die Situation. „Damit fehlt uns auch eine vierstellige Summe Einnahmen.“. Auch ohne Geld zählen zu können, vermögen manche feuchte Nasen sogar, Corona-Erkrankte zu erkennen!

Bei 30 Grad im Schatten wird’s auch den Kandidaten sehr warm, die Teilnehmer brauchen mehr Wasser und Ruhepausen. Und nach der Welpenstunde können die Paare Übungen zu Unterordnung und Gehorsam üben - altersentsprechend mit viel Motivation. Die nächste Begleithunde-Prüfung soll am 4. Juli laufen, Obedience am 26. Juli.

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