Relax-Fit hat wieder geöffnet Trainingsstart an den Geräten

Nach der mehrwöchigen Pause dürfen die Sportler endlich wieder an die Geräte. Foto: m

Obertshausen (m) – Ein Stehtisch mit Spray zur Handdesinfektion, ein Hinweis auf die 1,5 Meter Abstand. Mundschutz dagegen ist keine Pflicht im Fitnessstudio. „Dabei würden Sportler zu viel Kohlendioxid einatmen“, erläutert Peter Wanderer, Geschäftsführer des. Die Umkleiden und Duschen im Keller sind gesperrt, die Kunden erscheinen gleich im Trainings-Dress, wechseln nur noch die Schuhe. Das Relax-Fit an der Bürgermeister-Mahr-Straße hat wieder geöffnet, und nicht nur das vierköpfige Team freut sich.

Auch die Face Shields, die durchsichtigen Plastikmasken vor den Gesichtern der Trainer, sind nicht vorgeschrieben. „Damit geben wir unseren Kunden einfach mehr Sicherheit“, begründet der Chef die Ausstattung. Für die Gruppenkurse haben sie in Übungsraum Felder abgeklebt, in denen sich die Teilnehmer bewegen: Yoga, Rückengymnastik, Pilates, Stretching, Fat Burner, Best Age und Übungen gegen verhärtetes Fasziengewebe laufen dort.

Im lichtdurchfluteten Erdgeschoss rennen Aktive auf Crosswalker-Bändern, andere strampeln auf dem Fahrrad-Ergometer und der Chef führt gerade den Backpull vor: Ein Monitor fordert, innerhalb von drei Sekunden die Gewichte neben dem Sitz anzuheben und vier Sekunden, um sie wieder herunter zu lassen. Die Trainer reinigen nach jeder Benutzung die Geräte und Flächen, erklärt Wanderer.

Die Besucher sollen sich anzumelden, „sonntags um 10 haben sie uns früher die Bude eingerannt“, erinnert der Inhaber. Also üben jetzt vier, maximal fünf Personen an den computerunterstützten Geräten. „Wir haben die Regelung von Nordrhein-Westfalen übernommen, dort kann pro sieben Quadratmeter eine Person üben“, sagt Wanderer. Er verfügt über rund 200 Quadratmeter reine Trainingsfläche, hat im Vorfeld alle Kunden kontaktiert und über die Änderungen informiert.

Gleich nach der Zwangsschließung der Einrichtung hat das Team Briefe an Abgeordnete in Berlin und Wiesbaden sowie an Politiker in Stadt und Kreis verfasst, um auf die Bedeutung der Angebote im Studio hinzuweisen – insbesondere wenn andere Tätigkeiten der Menschen wegfallen. „Im Shut Down sportliche Betätigung zu verbieten, ist genau das Falsche“, betont der Maschinenbau-Ingenieur, der schon als Jugendlicher in der Fitness-Branche beschäftigt war und heute wie seine Mitarbeiter eine B-Lizenz besitzt.

„Du musst das Immunsystem durch Bewegung stärken“, unterrichtet Wanderer, „Muskeln garantieren Gesundheit durch die Ausschüttung von Myokine“, das sei wichtig für den ganzen Körper. Sein Haus sei spezialisiert auf gesundheitsorientiertes Training, biete aber auch Kraft-Ausdauer-Programme mit langen Hanteln. Die Einrichtung wird von Menschen zwischen 13 und 90 Jahren geschätzt, der Schwerpunkt liege auf der reiferen Generation.

Vier Trainer und sieben Kursleiter arbeiten in dem Institut, das seit 30 Jahren am Ortseingang öffnet. „Während der Schließung haben wir sehr viel Fortbildung mit Webinaren, also im Internet, gemacht“, erzählt Peter Wanderer. Es ging ums Immunsystem und um Sarkopenie, also Muskelabbau. „Dazu habe ich Schulungen vorbereitet, die ich gerne auch mal vor großem Publikum im Bürgerhaus halten würde“, sagt der Geschäftsführer. Das qualifizierte Team möchte helfen, „Gesundheit und Beweglichkeit bis ins hohe Alter zu erhalten“.

„Viele Kunden haben angerufen, wann sie denn wieder kommen dürfen, sie kämen die Treppe nicht mehr hoch“. Das Zu-Hause-Sitzen verursache auch psychische Schäden, gerade bei Älteren. Junge Leute fänden schnell eine Alternative, joggen, Rad oder Inliner fahren. „Ein Senior hat geweint, weil er nicht trainieren durfte“, berichtet der Leiter.

Die Mitarbeiter hören sich Wünsche und Ziele der Kunden an, überprüfen mit regelmäßigen Tests die Leistungsfähigkeit in Watt pro Kilogramm Körpergewicht und programmieren die digitale Kundenkarte entsprechend. Die Geräte fordern dann die entsprechenden Werte ab. Zum Abschluss eines Besuchs gehen viele zum Flexibilitätstraining, zum Dehnen der Muskeln „entgegen der Embrionalhaltung, die wir am Schreibtisch, im Auto und auf der Couch einnehmen“.

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