Kerbborsch-Beerdigung zum Finale der Hausener Kerb Trauerzug über den St. Pius Kirchplatz

Ein letztes Mal wird dem Kerbborsch mit Gesang gehuldigt. Ein langes Leben hatte er nicht, aber ein schönes. Foto: m

Obertshausen (m) – Kurz, aber heftig, gemeinsam und kreativ wird in der „liebenswerten Kleinstadt mit dem rostigen Herz“ Kirchweih gefeiert. Der „Kerbborsch“ nimmt dabei kein Blatt vor den Mund, „Kerbvadder“ Peter Kleinschmitt obliegt die Aufgabe, zu den Takten von „Trinkfest und arbeitsscheu“ auf dem Trauerzug über den Kirchplatz die „letzten Worte“ des Herrschers über 24 Stunden zu verkünden. Am Nachmittag erinnerten Reinhard Paul und Simone Kerchner an viele der großen Stimmen der vergangenen Jahrzehnte. Der Nachwuchs genoss Farben und Spiele beim Familienverein Tausendfüßler und bei der Kinder- und Jugendförderung auf der Wiese. Teutonia und TV standen sich mit Döner, Zwiebelkuchen und Hot Dogs gegenüber – eine wichtige Bereicherung der Gemeinschaft auf dem Kirchplatz.

„Wir gedenken der armen Obertshäuser, die noch nie im Leben einen Kerbborsch hatten“, fuhr der Zeremonienmeister fort. 2018 konnte eine „höhere Macht das Kerbtreiben vor St. Thomas Morus nicht mehr ansehen, hat mit Regen den Spuk beendet“. Vielleicht war’s Lourdes-Wasser?

Der Borsch erinnerte auch daran, dass der Männerchor der Sängerlust zu Grabe getragen wurde. Wettstreite, Wein, Weib und Gesang gab’s, doch keinen Nachwuchs. Ehrenbürgerin Heide Heß wurde „nicht ans Bundesverdienstkreuz genagelt, sondern im Sitzungssaal aufgehängt“, trug Kleinschmitt weiter vor. Dort haben die Sternsinger „Enormes geleistet“, nämlich mit Weihrauch die Brandmeldeanlage ausgelöst und so „schon im Januar Beamte aus dem Winterschlaf geweckt“. Nach der Bürgerbefragung wollte keiner „längerfristig“ auf den Alten Friedhof. Durch die vielen Baustelle, klagte der Herrscher, ging manchmal gar nicht‘s mehr - nur zu Fuß „ging‘s“! Durch den Festzug an Pfingsten gelangte so mancher Zugteilnehmer in fremde Gefilde, so „erstmals durch die Forststraße“. Der Cadillac mit den Alt-Bürgermeistern musste geschoben werden, doch, „altgediente Politiker kennen sich mit Schiebung aus“.

Der „Pilgerbrot-Backofen“ in Pfarrer Hofmanns Garten stellte sich als Lourdes-Grotte heraus, der Bürgermeister-Kandidat der SPD könnte tatsächlich bald „partei-los“ sein, mache sich als Marathonläufer „auf und davon, wenn‘s brenzlig wird“. Ein Trauerredner habe „beste Voraussetzungen für die Einbringung des städtischen Haushalts“ und der regierende Roger Winter habe „eventuell festgestellt, dass das Amt mit viel Arbeit verbunden ist“.

Die Männer schworen vor dem verblichenen Regenten schließlich, „nie mehr zu trinken – als der Kerbborsch erlaubt“. Und die Frauen gelobten, sie dabei zu unterstützen.

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