TCAW startet wieder mit dem Trainingsbetrieb Zurück auf der roten Asche

Auch Ü80 Weltmeister Werner Schlereth freut sich, endlich wieder seine Leidenschaft, den Tennissport ausüben zu dürfen. Foto: m

Obertshausen (m) – Auch beim Tennisclub „Am Waldbad“ (TCAW) hat das Training nach Regeln der neuen Zeit wieder begonnen. Die Fortsetzung der Medenrunde ist ab dem 15. Juni geplant, heißt es vom Hessischen Tennisverband.

„Die Wiederaufnahme der Wettbewerbe ist wichtig, damit nicht Spieler und Trainer abspringen“, erläutert TCAW-Pressewart Uwe Bartl.

Tagsüber treffen sich vor allem Senioren in freundschaftlicher Runde, darunter der amtierende Ü80-Weltmeister, Werner Schlereth, und seinen Kameraden. Sie nutzen das sonnige Frühlingswetter zu Einzel-Begegnungen und dem Spiel im Doppel. Schlereth, Jahrgang 1938, ist Kapitän der Nationalmannschaft seiner Altersklasse und alljährlich Teilnehmer an der Weltmeisterschaft im kroatischen Umag. Die fällt in diesem Sommer wie so viele Turniere ins Wasser.

Spieler in den Landesligen überlegen indes, ob sie zu einem Spiel allein im Auto bis nach Kassel fahren sollen, wo es dann wegen der Corona-Regeln weder eine Bewirtung noch eine Dusche gibt. „Auch die Geselligkeit gehört zum Tennis“, unterstreicht Ruben Becker, der Vorsitzende des TCAW. Auf der Anlage am Monte-Mare-Erlebnisbad sind fünf von sieben Plätzen bespielbar.

Um die Mittagszeit sind alle von den älteren Herren belegt, die Kinder kommen nachmittags. „Wir schauen nach vorne“, fasst Becker die Situation zusammen. Mitstreiter um den engagierten Platzwart Holger Koch und eine Fachfirma haben die Plätze hergerichtet - „die müssen bespielt werden, damit sie hart und wettkampffähig werden“.

Arbeitsdienst haben sie noch keinen angesetzt, lediglich einige Aufgaben in Kleingruppen ausgeführt. „Ständig erreichen uns neue Verordnungen von Regierung und Verband, die kaum umsetzbar sind, ein Corona-Beauftragter muss rund um die Uhr erreichbar sein“, schildert der erste Mann im Club zusätzliche Aufgaben. „Ich muss einen Dienstplan erstellen, aber wir konnten nur ein paar Vorstandssitzungen im großen Kreis unter freiem Himmel einberufen.“ Fazit: „Wir wissen, dass wir nichts wissen“. Gefordert ist auch Trainer Sven Aldorf von der Tennisschule TSA, der Stundenpläne für drei Vereine erstellen muss. „Das ist schwierig, gerade mit Kindern“, erläutert Becker. „Erst sollten sie nur zu zweit spielen dürfen, jetzt sind sogar fünf Schüler erlaubt“, schildert der Vereinsvertreter die Entwicklung. „Das ist auch eine Kostenfrage“, und da äußerten manche Leute ihren Unmut, Eltern waren oft nicht kompromissbereit. „Aber wir kriegen das hin“, zeigt sich der Vorsitzende zuversichtlich.

Andere Vereine setzen auf die Online-Buchung der Plätze, „diese Empfehlung haben wir noch nicht umgesetzt“, teilt Pressewart Uwe Bartl mit. Der TCAW nutzt sein bewährtes Reservierungssystem per Telefon. Raum für den geforderten Abstand bietet die erst vor einem Jahr erweiterte und neu bestuhlte Terrasse an der Vereinsgaststätte „Bella Famiglia“ reichlich.

Weil keine Hauptversammlung anberaumt werden konnte, müssen die bisherigen Vorstände „auf unbestimmte Zeit weitermachen“. Sie haben also wie gewohnt die vorbereitenden Arbeiten ausgeführt, damit der Spielbetrieb beginnen kann.

„Wir haben alles nach den Vorschriften ausgeführt, aber wie die Medenrunde weitergeführt werden soll, ist unklar.“ Vielleicht gebe es nur eine „Überbrückungsrunde“ mit einer „Kernspielzeit“ von 45 Minuten.

Die Organisatoren haben zum Neustart ein Chaos befürchtet, „aber am Sonntag war die Anlage fast leer“, registrierte Bartl. Der Tennisclub zählt 220 Mitglieder, davon 50 Kinder und Jugendliche, „Tendenz steigend“. In der Vergangenheit haben sie die Nachwuchsarbeit etwas vernachlässigt - „die letzten Schüler sind jetzt über 30 Jahre alt“, amüsiert der Pressemann.

Heute unterhält der TCAW 14 Jugendmannschaften, viele sind gemeinsame Teams mit Schülern der DJK Blau-Weiß Bieber. Bartl unterstreicht die „sehr gute Kooperation“ mit den Abteilungen von TV und Teutonia Hausen. Daneben treten 15 Erwachsenen-Mannschaften an. Die Herren 40 kämpfen in Spielgemeinschaft mit dem TV in der Verbandsliga, die Damen 40 in der Hessen-Liga, dem höchsten erreichbaren Niveau. Insgesamt sind fünf Teams auf Landesebene gemeldet, die anderen in der Bezirksliga.

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