Hofanlage der Künstlerfamilie Busch als „Denkmal des Monats“ in Hessen ausgezeichnet Rundgang durch eine vergangene Zeit

Freude beim Überreichen der Auszeichnung bei (von links) Beate Funck, Klara Busch, Angela Dorn, Ingrid Seiler und Burkard Huwe.

Steinheim (zli) – Besuch und Ehrung aus der Landeshauptstadt: Schon im Dezember zeichnete Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn die Hofanlage der Steinheimer Bildhauer-Dynastie Busch als „Denkmal des Monats“ aus (wir berichteten kurz).

Mit einem Preisgeld von 1.000 Euro werden Personen, Initiativen oder Körperschaften ausgezeichnet, die sich bei der Erhaltung ihrer Denkmäler in besonderer Weise verdient gemacht haben.

1889 richtete der Bildhauer Johann Georg Busch die „Werkstätten für kirchliche Kunst und Kunstgewerbe“ in der Hofreite in der Steinheimer Vorstadt 15 ein (davor Am Marstall), über 150 Jahre später haben die Nachkommen der Busch-Platz-Stiftung um Nachfahrin Klara Busch das Wohnhaus von 2014 bis 2018 sehr aufwendig und mit hohen Kosten restauriert. Die Urenkelin der Bildhauer-Dynastie führt die Reporterin der Heimat-Post herum: Der Rundgang beginnt in der historischen Werkstatt, für deren Sanierung leider immer noch die Gelder fehlen. Die ehemalige Scheune atmet Geschichte, bereits über dem Eingang, geschützt von einer Holzdecke, sind zwei schöne, verwitterte Skulpturen zu sehen. In der Werkstatt und der angrenzenden Galerie lagern alte Werkzeuge und Maschinen, ehemalige Formen und weitere Werke aus Gips oder Holz sind zu bewundern. Früher waren hier zahlreiche Kunsthandwerker beschäftigt, die Arbeiten der Bildhauerei Busch waren über die hessischen Landesgrenzen hinaus berühmt. Hochaltäre mit aufwendigen, detaillierten Reliefs und Verzierungen – beispielsweise auch der Altar von St. Johann Baptist in Steinheim zählen zu den bekannten Werken des künstlerischen Vermächtnisses.

Weiter geht die Führung im ehemaligen Wohnhaus. Während der Besichtigung erzählt Klara Busch sehr anschaulich und spannend aus ihrem Leben und weiß von manchen historischen Anekdoten der Familiengeschichte zu berichten.

Im ersten Stock sind die Räume der Stiftung untergebracht, antike Möbel, Bilder und Heiligenfiguren aus Holz sind in den „Stuben“ zu sehen und lassen eine Vorstellung vom Leben in der Gründerzeit aufkommen. Im Erdgeschoss ist unter anderem noch das ehemalige, leer stehende Ladengeschäft mit den großen Glasfenstern untergebracht. Solange das Geld für die notwendigen weiteren Sanierungen fehlen, ist die Busch-Platz-Stiftung aktuell damit beschäftigt historisch wertvolle Dokumente zu sichten, zu archivieren und weitere Antiquitäten und Exponate zu sortieren. Ideen für eine zukünftige Verwendung als Anlaufstelle für Künstler und Kunstinteressierte gibt’s jedenfalls genug, schön wäre es beispielsweise den früheren Holz-Trockenboden als Galerie auszubauen und von dort eine überdachte Verbindung zum Haupthaus zu schaffen.

Bis es soweit ist, wird wohl noch Zeit vergehen. Es ist der rüstigen alten Dame und der Stiftung zu wünschen, genauso wie dem Stadtteil Steinheim, dass diese Träume in Zukunft irgendwann einmal verwirklicht und die Gebäude der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden können.

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