Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky besucht Pflegeeinrichtungen

Steinheim: Mainterrasse baut neues Haus für Demenzkranke

Als „beispielhafte Einrichtung“ würdigte Hanaus OB Kaminsky (Mitte) die Mainterrasse von Anna und Manfred Maaß (rechts) gemeinsam mit Geschäftsführerin Dorothea Bader und Betriebsleiter Daniel Schneider. Foto: Stadt/privat

Steinheim (red) – Die Pflegeeinrichtungen der „Mainterrasse“ in Steinheim waren jüngst Ziel eines Besuchs von Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Empfangen wurde er von Anna und Manfred Maaß, den Gründern und Leitern der Mainterrasse und ihren zugehörigen Einrichtungen. „Ich bin explizit hierher gekommen, um Ihre Arbeit zu würdigen“, erläuterte der OB.

Leider gebe es immer wieder Negativschlagzeilen über Pflegeeinrichtungen mit menschenunwürdigen Zuständen, aber selten würden diejenigen hervorgehoben, die bei der Pflege von hilfsbedürftigen Menschen mit vorbildlichem Engagement, sozialer Verantwortung und fortwährender Innovation, an der Spitze der Bewegung seien. „Die Mainterrasse ist eine solche beispielhafte Einrichtung, die wichtige Aufgaben in unserer Gesellschaft übernimmt, daher war es mir ein großes Anliegen Sie zu besuchen und mir erneut einen Eindruck von Ihrer guten Arbeit zu verschaffen“, so der OB.

„Wir haben in den letzten 25 Jahren ein vielfältiges Netzwerk aufgebaut, das Menschen geistig, seelisch und körperlich unterstützt - egal ob sie zuhause oder in einer unserer Einrichtungen leben“, erklärte Geschäftsführer Manfred Maaß. „Entscheidend ist für uns dabei nicht die Gewinnmaximierung, sondern der Mensch steht im Mittelpunkt. Unser Ziel ist es allen Menschen, die wir unterstützen, ein hohes Maß an Lebensqualität zu ermöglichen“, ergänzte seine Frau, die für die Hausleitung zuständig ist.

Die sechs Häuser der Mainterrasse liegen auf einem rund 4.000 Quadratmeter großen Areal in Steinheim, in Sichtweite des Mains. Der herrschaftliche Gutshof aus dem 13. Jahrhundert wurde 1992 von der Familie Maaß übernommen und in eine Einrichtung der Altenhilfe umgebaut.

OB Kaminsky besichtigte bei seinem Besuch auch zwei der Häuser - Villa del Sol und Villa Luna - die eigens für Menschen mit Demenz eingerichtet wurden. „Wir planen derzeit ein weiteres Haus für Demenzkranke auf der Brache nebenan zu bauen. Es wird nach denkmalschutzrechtlichen Vorgaben gebaut und den Namen „Villa Stella“ tragen“, berichtete Anna Maaß. Das Haus Rosengarten werde zudem grundsaniert und mit zusätzlichen Bädern versehen. „Durch die Grundsanierung fallen vier Zimmer weg, da wir die Räume insgesamt vergrößern, aber unterm Strich entstehen mit dem Neubau zehn neue Plätze für die stationäre Unterbringung. Zukünftig bieten wir somit 108 stationäre Plätze an“, erläuterte ihr Mann. Insgesamt investiert das Ehepaar 2,25 Millionen Euro in den Neubau und die zeitgemäße Sanierung.

„Das sind sehr gute Nachrichten!“, freute sich Kaminsky. „Zum einen erweitern Sie ihre Kapazitäten in der stationären Unterbringung von Demenzerkrankten, zum anderen beseitigen Sie eine städtebauliche Brache und werten damit das ganze Areal auf“, stellte er fest. Auch freue es ihn, dass die Familie Maaß stetig in die bestehenden Einrichtungen investiere und diese aufwerte.

Kaminsky besuchte auch die Tagespflege für Demenzkranke der Mainterrasse Familien - und Generationenzentrum der evangelischen Kirchengemeinde in der Ludwigstraße. Dort werden 13 Tagesgäste von vier Fachkräften betreut. „Diese Menschen leben noch zu Hause bei ihren Angehörigen, doch tagsüber sorgen wir für sie, damit die Angehörigen zur Arbeit gehen können oder ein bisschen Zeit für sich haben“, erläuterte Anna Maaß. Genau wie in der stationären Betreuung stehen auch hier den Tagesgästen ein Garten zur Verfügung, sowie ein Wohnzimmer, ein Ruheraum und eine Küche für gemeinsame Aktivitäten wie backen und kochen. An einem großen Tisch wird gemeinsam gebastelt oder gegessen. Kaminsky zeigte sich sehr angetan von der freundlichen Atmosphäre und dem hohen Personalschlüssel. „Sehr ansprechend gestaltet“ fand er auch die Räume der Tagespflege.

Zu guter Letzt begutachtete der Oberbürgermeister noch die Räume der Ambulanten Pflegedienste der Mainterrasse GmbH in der Doorner Straße in Steinheim. „Von hier und von unserem Büro im Gloria Palais Hanau aus, werden rund 370 Menschen in und um Hanau herum betreut“, erläuterte die interne Geschäftsführerin und Betriebsleitung, Dorothea Bader. „Das sind nicht nur Senioren, sondern auch geistig und körperlich behinderte Menschen und Kinder.“

Die Dienstleistung reiche von Haushaltshilfe, über Betreuung bis hin zu medizinischer Unterstützung, Therapie und Pflege. „Wir haben sehr gut ausgebildetes Personal, das die ganz Palette abdecken kann“, erklärte Bader.

„Die Mainterrasse GmbH bietet die ganze Dienstleistungskette der Alltagshilfen, Pflege und Betreuung an“ erklärt Manfred Maaß, „angefangen beim Mahlzeitendienst, der tagtäglich rund 150 Haushalte mit frisch hergestelltem Essen beliefert, über ambulante Pflege und Betreuung zuhause, die Tagespflege als teilstationäres Angebot, bis hin zu Verhinderungs-, Kurzzeit - und Langzeitpflege reicht die Palette der Dienstleistungen.“ Für das Jahr 2019 hat die Mainterrasse GmbH bereits ein neues Projekt ins Auge gefasst. Für die geplante neue Seniorenwohnanlage in Steinheim mit 31 Wohnungen übernimmt das Pflegezentrum die Betreuungsträgerschaft. Ihr Mitarbeiterteam, das im Moment aus rund 200 Menschen - darunter acht Auszubildende - besteht, wollen sie bis dahin noch einmal deutlich aufstocken.

„Ich bin wirklich beeindruckt von der guten Arbeit, die Sie leisten!“, sagte OB Kaminsky am Ende der Tour. „Gut geführte Einrichtungen wie die Ihre, gewinnen in unserer Gesellschaft des langen Lebens immer mehr an Bedeutung und haben Leuchtturmcharakter.“

Der Altersdurchschnitt der Gesellschaft steige stetig an „und obwohl wir insgesamt immer länger fit und agil bleiben, steigt der Anteil der Menschen, die Unterstützung benötigen ebenfalls an“, stellte der OB fest. „Dieser Tatsache müssen wir Rechnung tragen und eine entsprechende Infrastruktur bereithalten. Gut, dass Sie hier mit gutem Beispiel vorangehen!“

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