Virtuelle Veranstaltung gibt Anregungen für kommende Jahre 24 Stunden unterwegs

Die Gruppe Die Allerscheenste blieb bei ihrem gewohnten Konzept der sportlichen Betätigung per Dauerlauf. Sie liefen um Punkt 12 Uhr mit Schlussspurt auf dem Rathausplatz ein. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Da strahlten die Veranstalter mit dem blauen Himmel um die Wette. Beim 24-Stunden-Lauf des Vereins Gemeinsam mit Behinderten (GmB) wurde im Vorfeld mit einer Spendensumme von 30.000 bis 40.000 Euro gerechnet. Am Ende stand eine Spendensumme von mehr als 60.000 Euro für die Arbeit mit Behinderten in den Büchern.

Da die Veranstaltung dieses Jahr vom Rathaus aus gesteuert wurde sammelten sich Sportler nicht wie gewohnt am Sportgelände des TSV Dudenhofen. Eine Präsenzveranstaltung war nicht möglich. Ein lebendiges Miteinander war es trotzdem: „Es war sehr intensiv“, fasste Lothar Mark vom Vorstand die Stimmung zusammen. Viele Menschen nutzten das neue virtuelle Format, um Teil der guten Sache zu werden.

Der Elfer-Chor des JSK frönte seinem gesellschaftlichen Hobby des gemeinsamen Gesangs. Mit Gitarre und Bollerwagen ging es für die Fassenachter am Samstag, dann bis in die Nacht und erneut am Sonntagvormittag zu insgesamt 24 Rodgauer-Fastnachtsprinzenpaaren der vergangenen Jahrzehnte. Alle Tollitäten bekamen ein Ständchen, verbunden mit der Bitte um eine Spende für GmB. 11.111 Euro kamen so zusammen.

Die GmB-Cocktailbar, die sonst am Sportplatz für erfrischende Mixgetränke sorgt, machte sich 24 Stunden lang auf die Socken, um Getränke gegen Spende anzubieten. Sonntagmittag kündigte das Glockengeläut der Sankt Nikolaus-Kirche das Ende der 24-stündigen Veranstaltung an. Zeitgleich erklang aus der Wettkampfzentrale die obligatorische Abschlussmelodie „We are the Champions“. Und genauso konnten sich alle Teilnehmer fühlen – als Sieger.

Rodgau und die Welt konnten sich in das Computersystem der Organisatoren einklinken. Tolle Ideen erreichten GmB. Viele Menschen machten sich zu einem Teil der guten Sache. Schon vor dem offiziellen Startschuss durch Bürgermeister Jürgen Hoffmann kamen Videos von Sportlern, die schwimmend oder per Liegestütz ihre sportliche Solidarität zum GmB kundtaten. So Mancher lief 24 Mal die heimische Treppe rauf und runter; Solidarität und Freude am Dabeisein war Trumpf.

Die Gruppe Die Allerscheenste blieb bei ihrem gewohnten Konzept der sportlichen Betätigung per Dauerlauf. Sie liefen um Punkt 12 Uhr mit Schlussspurt auf dem Rathausplatz ein. Der GmB-Vorsitzende Christian Goldmann bekam bei seinen Dankesworten eine Gänsehaut: „An eine solche Unterstützung habe ich nicht geglaubt“.

Insgesamt mehr als 7.000 Internetbesucher verfolgten die Veranstaltung über die sozialen Medien.

Steht nun die Frage im Raum wie nach dem Erfolg des virtuellen Großereignisses die Zukunft aussieht. Eine Entlastung der Sportler, die bei der Präsenzveranstaltung 24 Stunden lang körperlich bis an ihre Grenzen gehen, stand eh im Raum. Eine Kombination könnte das Nonplusultra sein. Lothar Mark: „Wir werden künftig an einer Hybrid-Veranstaltung nicht vorbeikommen“.

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