Programm im Familien- und Generationenzentrum der Emmausgemeinde immer bunter Angebote für alle Altersgruppen

Sandra Schierhorn (links) hilft auch bei den Ferienspielen mit. Bild: pelka

Jügesheim – Kirche soll auch Kontaktbörse sein und möglichst alle einbinden. Das Familien- und Generationenzentrum der evangelischen Emmausgemeinde nimmt in Jügesheim hierbei eine Schlüsselposition ein. Es macht regelmäßige Angebote für alle Altersgruppen. Leiterin und Koordinatorin ist Sandra Schierhorn.

In ihrem 450-Euro-Job findet die 47-Jährige Erfüllung. Als Kauffrau für Bürokommunikation fehlten ihr im Berufsleben in Banken und Versicherungen immer die menschliche Komponente und ein tieferer Sinn. Das wurde ihr spätestens klar, als sie sich mit Ehemann Christian dafür entschied, Dauerpflegeeltern zu werden und sich ihr ganzer Fokus auf die Familie richtete. Im Familien- und Generationenzentrum kann die gebürtige Neu-Isenburgerin, die seit 20 Jahren in Rodgau lebt, ihre beruflichen Wünsche nun komplett verwirklichen: „Ich kann meine kaufmännischen Fähigkeiten und meinen Spaß am Organisieren und mein großes Interesse am Zwischenmenschlichen ideal miteinander verbinden. Als mir eine Freundin die Stellenanzeige gezeigt hat, war ich regelrecht froh.“

Das war 2021. Seit Dezember 2021 ist Sandra Schierhorn nun Leiterin des Zentrums mit gemeindeeigener Kita, die unter Regie von Britta Ebertshäuser-Heil steht. Der Start der damaligen Neuerung war unverschuldet holprig. Denn Anfangs machte Corona ein kontinuierliches Angebot unmöglich. Zurück geht die Idee für ein solches Zentrum schon auf den früheren Pfarrer Dr. Andreas Goetze, der die Gemeinde 2012 verlassen hatte. Sieben Jahre später entstand dafür ein Konzept als Grundlage, um per Förderantrag das für den Betrieb erforderliche Geld zu beschaffen. Als die Umstände es zuließen, nahm das Programm immer festere Formen an. Inzwischen hat Sandra Schierhorn eine Drei-Monats-Fortbildung absolviert, die es ihr erlaubt, auch inhaltlich zu arbeiten – etwa in einem Eltern-Kind-Kurs. Zusammen mit Kooperationspartnern wie dem Deutschen Kinderschutzbund, der Johanniter-Unfallhilfe und der Evangelischen Familienbildungsstätte organisiert sie Kurse. Aber auch Gemeindemitglieder bereichern die Tage. Zum Beispiel Rentenberater Karlheinz Hackel (mittwochs, 9 bis 11 Uhr nach Vereinbarung) oder Heilpraktikerin Birgit Grebe (Sitzgymnastik für Senioren). Es gibt eine Kleidertauschbörse, ein Seminar für Paare (Paar-Kommunikation), den Mäusetreff für Kinder bis drei Jahre, Gymnastik für Frauen, Qigong, und am 17. November Aktionen zum Vorlesetag. Als „Vorlese-Sandra“ bringt sich Sandra Schierhorn übrigens auch einmal die Woche in der Kita ein. Und sie arbeitet derzeit bei den Herbstferienspielen mit und unterstützt das Team um Gemeindepädagogin Marlies Merkel. 35 Kinder machen das Gemeindezentrum an der Berliner Straße aktuell zu einem großen Spielzimmer. Mit „Lego City“ und dem Verein „Das kunterbunte Kinderzelt“ bauen sie aus Legosteinen eine große Stadt nach ihren eigenen Vorstellungen. Somit heißt es täglich von 9 bis 16 Uhr für Kinder der ersten bis sechsten Klasse bauen, spielen, singen, Spaß haben, aber auch Andacht halten.

Von Bernhard Pelka