Das Bauvorhaben am Doktorhaus hat begonnen Anwohner hoffen noch auf Änderung der Pläne

Noch haben die Anwohner einen schönen Blick auf das Doktorhaus. Aber der Bau von 33 Wohnungen auf dreieinhalb Stockwerken hat begonnen. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Am Montag findet die Stadtverordnetenversammlung statt. Dann fällt die Entscheidung über die Form der Bebauung am Doktorhaus in Dudenhofen. Die Interessengemeinschaft Bauvorhaben Doktorhaus ist gegen die bisher bestehenden Pläne des Bauträgers und der Stadt. Entlang der Nieuwpoorter Straße am nördlichen Eingang von Dudenhofen soll ein dreieinhalbstöckiger hufeisenförmiger Bau hinter dem denkmalgeschützten Haus entstehen. Anwohner unternahmen diverse und aufwändig gestaltete Anstrengungen, um eine reduzierte Bebauung zu erreichen. Sie befürchten ein Vorbild für mögliche weitere Bauvorhaben in der Siedlung an der Ecke Mainzer Straße.

Die ersten Abrissarbeiten haben auf dem Gelände stattgefunden. Zurzeit wird das Doktorhaus vom Bauträger renoviert. Dabei kam es diese Woche zunächst zu einem Baustopp wegen einem defekten Verteilerkasten. In der Nachbarschaft fiel der Strom aus.

„Wir haben einen konstruktiven Vorschlag gemacht“, erläutert Isabel Friedrich das Vorgehen der Interessengemeinschaft. Das Bauvorhaben soll reduziert werden, um sich dadurch der ortsüblichen Bebauung anzupassen. Die Interessengemeinschaft schlug vor, aus den 33 geplanten Wohnungen 21 werden zu lassen, und aus dreieinhalb Stockwerken sollen zwei werden. „Das fügt sich in die Gegend besser ein“.

Durch das geplante Projekt ändert sich hier der Bebauungsplan, fürchtet sie, dann kann in der ganzen Gegend so und in die Gärten reingebaut werden, sagt Isabel Friedrich.

Als Referenz für die durchgeführte Planung wird von Seiten der Stadtverwaltung der dreigeschossige Bau Mainzer Straße 2-4 herangezogen, sagt sie, „der war damals eine Ausnahmeregelung für den sozialen Wohnungsbau“. Diese Befürchtung hat auch Lutz Frank: Es sieht so aus, als ob dies ein kleines lokales Problem wäre. Wenn hier über Gebühr gebaut wird, ziehen andere nach“. Wir haben hier ein Verkehrsproblem am Eingang zu Dudenhofen. „Es hat Ausstrahlung auf den Verkehr, auch nach Jügesheim“.

Im Kampf gegen die Pläne kontaktierte die Interessengemeinschaft die Untere Denkmalschutzbehörde, den Regierungspräsident, die Landesregierung, den Naturschutzbund, legte einen Gegenvorschlag durch einen Architekten vor, suchte rechtlichen Beistand, die Sitzungen im Rathaus wurden besucht, politische Parteien, Bürgermeister und Stadtrat wurden angeschrieben und eine Unterschriftensammlung vorgelegt. „Wir wollen in Dialog treten“, betont Nicole Westenburger, „die Bürgerbeteiligung hat eindeutig gefehlt“. Trotzdem wird positiv in die Zukunft und dem entscheidenden Termin am Montag entgegen geblickt. Nicole Westenburger: „Wir können nicht so recht glauben, dass die Leute, die Rodgau für eine lebenswerte Stadt halten, anders entscheiden. Wir gucken dann auf einen Bau, der nicht mehr wegzunehmen ist, dann ist es vorbei“.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann hielt sich im Vorfeld einer Sitzung des Finanzausschusses und der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung bedeckt. Er persönlich kann die Situation der im Umfeld Lebenden zu 100 Prozent nachvollziehenden, dass ein solches Objekt mit dreieinhalb Geschossen als Einfluss auf das persönliche Leben wahrgenommen wird. „Es gibt so viele Hinweise und Einwendungen und es gibt auch eine Diskussion im politischen Raum, nun ist es an der Politik, die Vorschläge entweder anzunehmen oder zu gestalten“.

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