Besi&Friends aus Rodgau wurde Dritte ihrer Altersklasse

Auch Berge hielten die Radler nicht auf

Die Luftballons der „Besi and friends“ brachten gelbe Farbtupfer in den blauen Himmel. Der Verein Sportfreunde Rodgau begrüßte seine Rückkehrer aus Amerika. Die vier Radsportfreunde Stefan Fäth, Thorsten Ostrowski, Christian Thometzek und Derk Schneider landeten vergangenen Donnerstag am Frankfurter Flughafen. Beim Frühstück in der Radsporthalle ließen Teilnehmer, Freunde und Familien die Luftballons steigen. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Bei der Rückkehr aus den USA gab es ein großes Hallo für die Heimkehrer. Müde, aber glücklich zeigte sich die Rodgauer Mannschaft, die am härtesten Radrennen der Welt teilgenommen hatte: Dem Race across America (RAAM).

Die große Tour startete am 13. Juni. Damals verabschiedeten die Kameraden der Sportfreunde Rodgau die Protagonisten Stefan Fäth, Thorsten Ostrowski, Christian Thometzek und Derk Schneider in Richtung Los Angeles.

Dort starteten sie drei Tage später das RAAM. Immer mit dabei die Betreuer, die bei dem Staffelrennen die vier Radrennfahrer begleiteten. Race across America bedeutete, Tag und Nacht radeln in zwei Zweierstaffeln. Es ging über eine Strecke von 4.800 Kilometer von Kalifornien nach Annapolis am Atlantik. Einen Ruhetag gab es nicht, in der Nacht musste mit maximal drei Stunden Schlaf ausgekommen werden.

Der Tross gehört zur Initiative „Besi and friends“, der mit seiner Teilnahme am Rennen Spenden sammelte für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung. Die Stiftung hilft an Multipler Sklerose erkrankten Menschen bei der Bewältigung der Alltagsprobleme.

Das RAAM steht für Anstrengung, Müdigkeit und Erschöpfung. Es gab für die Teilnehmer aber auch jene unvergleichlichen Momente, die eine wunderbare Erinnerungen an die Zeit wach halten werden: „Echt lustig“, schickte einer der Betreuer über das Handy eine Nachricht nach Hause: Irgendwo mitten im US-Bundesstaat Indiana stand eine ganze Familie im Garten und feuerte die RAAM-Fahrer an. „Das war echt klasse“, freuten sich die Teilnehmer über solch außergewöhnlich positive Erfahrung. Die Einheimischen kannten über die Startnummern sogar die Namen der Sportler und belohnten mit Verpflegung.

Derk Schneider betonte den fantastischen Mannschaftsgeist, der die Radsportler auf den amerikanischen Highways begleitete. „Selbst wenn man sich gegenseitig überholte, feuerte man sich an“. Derk Schneider teilte sich mit Thorsten Ostrowski den „Nachtdienst“. Die Fahrten in der Dunkelheit waren für die Lenker der Begleitfahrzeuge besonders anstrengend, sie leuchteten den Radsportlern in der Dunkelheit den Weg per Lichtkegel, und mussten den schmalen Grat bewältigen zwischen Sicherheitsabstand und perfekter Straßenausleuchtung.

Weitere Begegnungen gab es mit den örtlichen Sheriffs. „Wir hatten ein kurzes und nettes Gespräch, mussten keine Strafe zahlen“, kam eine weitere Information während des Rennens von den Begleitfahrzeugen. Es war lehrreich für alle Zuhausegebliebenen, dass in den USA für eine Geschwindigkeitsüberschreitung durchaus „lediglich“ ein erhobener Zeigefinger ausgesprochen wird.  Der „beste Freund“ des Radrennfahrers ist und bleibt der Plattfuß. Wenn Pech im Spiel war, dann traf es ein und denselben Sportler zweimal am Tag.

Auf der Strecke gehörte ein unverbindlicher amerikanischer Smalltalk zum Programm. Beim Überholen anderer Teilnehmer fielen oft Sätze wie: „See you in Annapolis“. Die kurze Antwort widerspiegelte die Hoffnung auf ein gesundes Ende: „I hope so“. Denn bekanntermaßen stellt das Gebirge der Appalachen für Solofahrer ein schwer zu überwindendes Hindernis kurz vor dem Ziel dar; bei jedem RAAM geben dort Einzelfahrer auf.

Dann war es geschafft, der „Besi-and-friends“-Tross erreichte den Zielort Annapolis, die Freude und Erleichterung war riesengroß. Die Mannschaft wurde Dritte in ihrer Altersklasse und Sechste von 23 Vierer-Teams. Beim Empfang der Rückkehrer in der Radsporthalle dankte Andreas Beseler als Initiator von „Besi and friends“ allen Teilnehmer. Besonderer Dank ging an Stefan Fäth, genannt Sandale, der kurzfristig für Besi eingesprungen war. Andreas Beseler absolvierte nämlich sein ganz persönliches Race-across-America im heimischen Rodgau. Nach dem schweren Radunfall, bei dem er durch ein Auto zu Sturz kam, steht für ihn demnächst eine weitere Operation an. Alle Heimkehrer werteten den Zusammenhalt in der Gruppe als riesen Geschenk. Während des Rennens ans Aufgeben denken? Nie und nimmer! „Der Zusammenhalt in der Gruppe - jeder hat jeden unterstützt - das ist für mich das Highlight, das ich mitnehme“, betonte Christian Thometzek. Und so durfte er nach zwei Wochen wieder seine Liebste in den Arm nehmen.

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