128 Aussteller bei Rodgauer Bildungsmesse

Die Digitalisierung wird immer wichtiger

Wolfgang Turner brachte im Info-Truck der Metall- und Elektroindustrie moderne Arbeitsweisen der Jugend nahe. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Die 22. Rodgauer Bildungsmesse öffnete in der Heinrich-Böll-Schule (HBS) ihre Pforten. Die 128 Aussteller boten ein breites Spektrum an privaten Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Jugendliche kamen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz teils mit exakten Vorstellungen, sie sprachen gezielt die Standbetreiber ihrer favorisierten Berufe an. Andere zeigten sich „erschlagen“ von den in Deutschland existierenden Möglichkeiten, sie suchten auf der Messe nach Orientierung für die Zeit nach dem Abitur: Ausbildung oder Fachhochschule?

Organisator Gerrit Kratz von der Stadt Rodgau begrüßte im Außenbereich so viele Aussteller wie noch nie. Die hohe Nachfrage nach Messeständen sorgte für volle Flächen in den Hallen und davor. Um die 4.000 Besucher erwartete die Stadt im Vorfeld. Die Jugend kam häufig mit den Eltern. „Die Eltern sind die wichtigsten Ratgeber bei der Berufswahl“, so Kratz. HBS-Schulleiterin Petra Fischer betonte, „es ist prima, wenn die Wirtschaft in die Schule kommt, Schule ist heute mehr, als nur Unterricht. Das Hauptanliegen ist, das Individuelle bei der Jugend herauszufordern und zu fördern, es gilt Ziele und Vorlieben zu wecken“.

HBS-Schüler gut vorbereitet

Die Heinrich-Böll-Schule schickte die Teenager vorbereitet ins Rennen. Christiane Daiber, Stufenleiterin 8 bis 10, entfernte sich bei den Vorbereitungen der Schüler von den früher üblichen Laufzetteln, auf denen Schüler vorgefertigte Fragen an den Ständen abarbeiteten. Dieses Jahr ging es mehr um die Gespräche vor Ort. Die Lehrkräfte gingen im Unterricht die Messebroschüre durch, und die Jugendlichen sollten im Internet über interessante Unternehmen recherchieren. Telefonate und Bewerbungsgespräche wurden geübt. Petra Fischer wies in diesem Zusammenhang auf das selbstständige Arbeiten der Schüler in der Cafeteria hin, unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften und den Arbeiten in der Küche an einer „Produktionsstraße“.

Bei der Offenen Jugendarbeit der Stadt übten junge Leute das Bewerbungsschreiben. Am Stand Fielmann war Optikermeister Christian Hartmann für Personalmarketing zuständig, er sprach über die internen Anforderungen an Azubis: Bei Fielmann gibt es keine Einschränkung in Bezug auf den Schulabschluss, leichter tun sich Realschüler, wichtiger als ein Einser-Abi sei eine ausgeprägte Dienstleistungsbereitschaft, handwerkliches Geschick und eine Affinität für Mathe und Physik. „Man muss nicht Goethe oder Einstein sein, ein gesundes Interesse ist wichtiger, die Noten sind nicht so entscheidend“. Lob hatte Christian Hartmann für die Stadt als Organisator der Veranstaltung „eine der besten im Rhein-Main-Gebiet“.

Dienstleistung gefragt

Stadtrat Michael Schüßler stellte den Schwerpunkt der Messe vor, Arbeitswelt 4.0 Digitalisierung. „Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten“, sagte Stadtrat Schüßler, „wir sind mittendrin“. Es fängt im privaten Pkw an, mit der Vernetzung zum Smartphone. Die Schülerinnen und Schüler sollen von Anfang an dabei sein und die Veränderungen in den Berufsbildern beobachten, es gilt, die Angst vor diesen Veränderungen zu nehmen. Das Thema ist in den Rodgauer Firmen längst angekommen, so Schüßler.

Der Pendelbus zum Messegelände fuhr nicht wie angekündigt ab dem Parkplatz Strandbad, sondern uneinsehbar in zweihundert Metern Entfernung innerhalb der Bebauung. So standen die Messebesucher in der Kälte und warteten vergebens. Nach einem Hinweis reagierten die Verantwortlichen sofort und setzten Personal ein, um die Messeinteressenten vom Parkplatz zur Bushaltestelle zu schicken.

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