Rodgau: Bei En Haufe Leut bleibt alles „anners“ Humor, so rabenschwarz wie der Hintergrund

Wann schließt der Ammie denn nun? Darauf hatte Frau Nöth bei ihrem Auftritt bei En Haufe Leut die passende Antwort: Wenn ich die Tür zuschließ . Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Alles bleibt anners - die Veränderung an der Spitze der Kabarettgruppe En Haufe Leut ließ sich kaum treffender hervorheben. Beim aktuellen Programm betraten die bekannten Protagonisten die Bühne.

Eine große Veränderung gab es aber doch - und zwar gleich zu Beginn: Jahrelange Besucher der Veranstaltung waren den Charakterkopf von Lothar Mark gewöhnt. Über viele Jahre hatte er den Auftakt der Kult-Veranstaltung besetzt. Gedankenversunken schob er für gewöhnlich Stühle und Tische von links nach rechts, während er dabei über die Veränderungen und die Auswüchse in der Gesellschaft sinnierte. Der Mann der ersten Stunde gab 2017 nach 25 Kabarett-Jahren den Staffelstab weiter.

Nun trat Claudia Wenhardt als neuer Kopf in die Fußstapfen ihres Vorgängers. Seit ihrem dritten Lebensjahr sammelt sie Bühnenerfahrung. Sie hat Theaterwissenschaften und Journalismus studiert und bringt als Projektmanagerin Marketingerfahrung mit. Nun stand sie im Scheinwerferlicht in der Aula der Georg-Büchner-Schule. „Jetzt fragt ihr euch, was macht sie anders. Fußstapfen so groß wie Yeti-Spuren, überall Erwartungen und Ratschläge“. Ist anders immer besser, nur weil es anders ist? Den Weg gehen, ohne sich zu verbiegen, ist ihr Rezept.

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In gewohnter Manier traten danach die kabarett- und fastnachtserfahrenen Akteure vor das Publikum. Der Hintergrund der Bühne rabenschwarz, der der Spitzen und des Humors teilweise auch. Bildungssystem, digitale Welt, autonome Mobilität, Stellplatzsatzung, Toleranz und Psychiatrie sowie Plaketten-Wahn wurden hinterfragt. Eine Hommage an eine Kult-Gastwirtschaft kam aus Giesemer Kehlen: Wann schließt der „Ammie“ denn nun? Darauf hatte Frau Nöth in Person von Wirtin Uschi Nöth bei ihrem Gastauftritt die passende Antwort: „Wenn ich die Tür zuschließ‘“. 

In der Pause passierte hinter den Kulissen ein Malheur, es waren wohl Scherben im Spiel und Claudia Wenhardt musste mit Verletzungen an der Hand ins Krankenhaus. Nobi Goergen übernahm die Moderation. Zuvor hatte er in seiner unnachahmlichen Manier aus trockenem Humor, gewürzt mit launigen Anmerkungen aus dem wahren Leben, über Sinn und Unsinn der modernen Küchenhilfen sinniert. „Ich kauf‘ mir doch keinen Thermomix, damit ich später weiß, dass ich keinen will!“.

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