Die fünfte Jahreszeit wird beim JSK fast komplett eingestampft Karnevalisten packen Narrenkappen weg

Carsten Jansen vom JSK packt die Narrenkappe weg. Vor dem Hintergrund der Covid 19-Pandemie ist nicht die richtige Zeit für Schunkeln, Küsschen und Umarmungen. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Schon im Sommer liefen die Telefonleitungen bei den Rodgauer Karnevalisten heiß: Was ist, wenn die fünfte Jahreszeit ausfällt? „Wir brauchen Kostüme, wir müssen Choreografien einstudieren, einkaufen sowie die Kostüme eigenhändig schneidern“. So klang es in den Telefonkonferenzen der Fastnachtsvereine und der Karnevalsabteilungen der Klubs.

Nun ist es gewiss. In Sitzungen beschlossen die Entscheidungsträger rodgauweit: Nach dem 11. November kommt bis zum Aschermittwoch kein Helau über die Lippen. So packt auch Carsten Jansen, Abteilungsleiter des JSK seine Narrenkappe in die dafür vorgesehene Tasche. „Das traditionelle hissen der Fahne werden wir machen“, betont er. Am 11. November um 11.11 Uhr darf somit auf dem Rathausplatz kurz gejubelt werden. Vermutlich wird das närrische Symbol auf Halbmast geflaggt. Die Rodgauer Narren tragen Trauer. Wenn überhaupt, kommt bei JSK nur ein weiteres Veranstaltungsformat infrage: Dann präsentieren die Kindergruppen unter Einhaltung der Hygieneregeln das Einstudierte ihren Familien. Aber alle anderen Aufführungen liegen diesen Winter auf Eis. „Dass der Prinzenball ausfällt, die Red-Devil-Party-Sitzung und die Frauensitzung, das war früh klar“, blickt Carsten Jansen auf die Zeit der Überlegungen und Entscheidungen zurück. Diese Partys leben von Lachen, Tanzen und Jubeln. Und was ist schon Fastnacht ohne Schunkeln, Küsschen und Körperkontakt.

Die Hoffnungen lagen auf den Sitzungen. Aber wie soll das unter Einhaltung von Abstandsregeln funktionieren? Wo an gewohnter Stätte in der Aula der Georg-Büchner-Schule sonst 240 Besucher Platz finden, dürften laut Plan der Stadt nur maximal 100 Menschen den Bühnenakteuren zujubeln. Und selbst dann wäre für ein ausgelassen und gestenreiches Helau kaum genug Fläche. Für die Kapelle und den Einmarsch des neuen Prinzenpaares mit Gefolge reichte der Saal unter Einhaltung des Bestuhlungsplans nicht aus. Die Techniker sitzen auf der Empore verhältnismäßig eng, somit kaum Raum für Distanz. In der Umkleide sind die Verhältnisse nicht anders. In Anbetracht einer begrenzten Zahl der Bühnenmikrofone müssten diese nach jeder Nutzung desinfiziert werden.

Das finale Urteil fiel natürlich schwer. Aber in der Abteilungsleiterkonferenz des JSK mit allen Verantwortlichen der Fastnachtsgruppen waren sich letztendlich alle einig. „Das ist nicht die Fastnacht, die wir feiern wollen“, betont Carsten Jansen. Und die Entscheidung musste frühzeitig fallen: Bühnenbilder malen, Säle mieten und Verträge mit Externen kündigen musste rechtzeitig erfolgen. Es war keine Zeit mehr, für einen Aufschub. Somit bleibt das aktuelle Prinzenpaar im Amt. Mit den Insignien wird es beim Fahne hissen 2020 und 2021 dabei sein. Die neuen Kampagneorden waren schon in der Mache. Die Jahreszahlen blieben somit frei. Hoffentlich werden sie im Sommer nächsten Jahres mit dem Schriftzug „Kampagne 2021/2022“ versehen werden können.

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