Freiwillige sammeln Gänsekot am Strandbad Rodgau Kein Job für feine Nasen

Eine junge Kanadagans ist sicherlich für jeden Betrachter ein putziges Federknäuel. Um groß zu werden muss sie ganz viel Gras futtern, und dieses kommt bekanntlich am anderen Ende auch wieder heraus. Die Hinterlassenschaften der Gänse am Strandbad sind seit Jahren ein ekliges Thema. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Seit der Eröffnung des Strandbads im Jahr 1977 übersteigt die addierte Zahl der Besucher die 7,4 Millionen Grenze. Wie viele Gänse täglich auf der Grünfläche rasten ist zwar nicht bekannt, aber ihre Hinterlassenschaften sind seit Jahren ein Thema. Jeden Morgen suchen bezahlte Helfer Sand und Rasen nach den Ausscheidungen des Federviehs ab.

„Es ist zwar kein erbauender Job, aber die Idylle ist auch nicht zu verachten“, gewährt einer der vier Helfer Einblick in sein Inneres. Mit der Aussicht auf den schönen See ist der anrüchigen Arbeit doch etwas Melancholisches abzugewinnen. Die Sonne kriecht über den östlichen Hügel der Liegewiese, und schickt ihr goldenes Licht über die Wasserfläche. Dort machen es sich die Verursacher der Problematik gemütlich. Der Gänseschwarm treibt langsam in der Strömung und gackert dabei vor sich hin.

Flottes Arbeiten nötig

Für die Sammler der Gänseausscheidungen besteht der erste Job am Morgen im Vertreiben der grasenden Vögel. Schließlich soll die sogleich gereinigte Fläche nicht im nächsten Augenblick wieder ein Opfer der Verdauungsreste werden. Dann beginnt die große Reinigungsaktion. Einer der Arbeiter fährt mit einer Sammelmaschine die Rasenfläche ab. Die anderen sind zu Fuß im Sand unterwegs, um die Würstchen aufzusammeln.

Um 8 Uhr kommen Badegäste

Einer der Freiwilligen kommt regelmäßig als Badegast ans Standbad: „Es ist enorm, was sich hier abspielt“, sagt er. Besonders nach regnerischen Tagen, wenn kein Publikum die Liegewiese für sich beanspruchte, gibt es viel Arbeit. Die Gänse hatten dann ihre Freiheiten, sie wurden nicht von den Badegästen gestört, und entsprechend viel gibt es aufzulesen.

Wie oft die typische Handbewegung mit der Schippe jeden Morgen absolviert wird, lässt sich nicht sagen. Aber es ist eine intensive Arbeit, man muss sich konzentrieren. Ab 6.30 Uhr beginnt der Frühdienst, dann geht es für zwei Stunden oder mehr im Gänsemarsch über die Grünfläche. Der Eimer und die Schaufel sind dann die ständigen Begleiter.  Anschließend gilt es, das Federvieh erneut zu verscheuchen, sonst wäre die soeben geleistete Arbeit für die Katz‘. Und schließlich will man mit der Tätigkeit möglichst weit vorangekommen sein, wenn um acht Uhr die ersten Badegäste kommen.

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