Stadt will Klimaschutzaktivitäten ausbauen „Der Klimawandel hat angefangen“

Am Abend der Gesprächsrunde zum Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzept der Stadt Rodgau bildeten sich Gruppen, um über Verbesserung der Situation zu beratschlagen. Zum Moderatoren-Team zählte David Sommer (rechts) von der energielenker Beratungs GmbH. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Der Abend stand im Zeichen des Integrierten Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepts der Stadt Rodgau, mit dem Ziel der Profilierung der Stadt im Klimaschutz. Vertreter der Politik und aus dem Vereinsleben waren anwesend, als Bürgermeister Jürgen Hoffmann die 60 Gäste begrüßte und zur Erstellung und Erweiterung eines Konzeptes lud, auf dessen Grundlage die begonnenen Klimaschutzaktivitäten der Stadt ausgebaut werden sollen. So kündigte der Bürgermeister beispielsweise den Ausbau der E-Mobilität-Ladestationen in Rodgau an.

Dr. Heike Hübener vom Fachzentrum des Hessischen Landesamts für Klimaschutz, Umwelt und Ökologie, referierte über den Status quo in Hessen. „Der Klimawandel hat angefangen“, machte die Meteorologin keine Hoffnung auf Rücksetzer gen null. Die Jahresmitteltemperatur seit Beginn der Aufzeichnungen zeigt, unterdurchschnittliche Jahrestemperaturen sterben aus. Die roten, Hitze visualisierenden Balken auf dem gezeigten Diagramm dominierten, besonders seit den 1990-er Jahren.

2018 war in Hessen deutlich das wärmste Jahr, das je gemessen wurde. Und extrem trocken dazu. „2018 bot einen Vorgeschmack auf das, was durch den Klimawandel häufiger wird“, so Dr. Hübener. Als heiße Tage bezeichnen Meteorologen Temperaturen von 30 Grad oder mehr.

„Machen wir so weiter wie bisher, dann werden 20,6 heiße Tage pro Jahr dazu kommen“, prognostizierte sie für den Zeitraum ab 2071 - entsprechende Belastungen für alte und kranke Menschen sowie kleine Kinder eingeschlossen.

Aus den Hochrechnungen resultierte die Frage an die Kommune, wie halten Stadtplaner eine Stadt lebenswert bei Hitze und Trockenheit. Waldflächen kühlen und nehmen den selbst bei Trockenheit auftretenden Starkregen gut auf, ohne ihn in die Kanalisation abfließen zu lassen, gab Dr. Hübener einen Tipp.

Florian Voigt bot Rat und Hilfe an zu Themen Fotovoltaik und Heizungsanlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung für den Endverbraucher; die Landes-Energie-Agentur unterstützt Kommunen bei Klimazielen wie Anpassung des Fuhrparks in Bezug auf E-Mobilität.

Moderator Dipl. Ing. Thomas Pöhlker läutete den Teil der aktiven Mitarbeit der Anwesenden ein: Was ist relevant, welche Ideen haben die Bürger in Bezug auf die Aufgabenfelder Mobilität, Planen, Bauen, Sanieren, Gewerbe, Handel, Industrie und Erneuerbare Energien? Fragen und Vorschläge machten die Runde. Günstigerer Personennahverkehr und ein Fahrradnetzwerk würden Motorenemissionen reduzieren, dies stellte eine mehrfach vorgeschlagene Verfahrensweise dar.

Die Hinweise aus der Bevölkerung gehen nun in eine Expertenrunde, der Abschlussbericht findet seinen Weg in die politischen Gremien zur Abstimmung. Der Abschluss ist nach der Sommerpause geplant.

Der Abend bot Raum für Appelle, oder wie es Dr. Heike Hübener formulierte: „Was ich von jedem Menschen erwarte, ist nachdenken“. An dem Abend ging es um Klimaschutz, es ging um die Verringerung der Schadstoffemissionen in der Luft, beispielsweise durch Verzicht auf das Auto. 60 Personen waren anwesend, einige dürften zu Fuß gekommen sein, nur vier Fahrräder standen vor der Veranstaltungshalle.

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