Kabarett von En Haufe Leut gewohnt hochklassig

Locker, flockig – und eine tiefe Zäsur in Rodgau

Seit 25 Jahren präsentiert die Gruppe „En haufe Leut“ „Kabarett aus em Parlament“. Mit spitzer Zunge ging es beim Auftritt von „Herzblatt“ den Rechtspopulisten an den Kragen. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – „Ei gude ihr Leut‘“. Gewohnt locker und flockig begrüßte Lothar Mark die Gäste zum Kabarett bei „En haufe Leut“.

Gleich im zweiten Satz wurde dem Publikum in der ausverkauften Georg-Büchner-Schulen-Aula die Tragweite des Abends bewusst: „Herzlich willkommen zu meiner letzten Bühnenshow von En haufe Leut“. Der Mann der ersten Stunde gibt nach 25 Kabarett-Jahren den Staffelstab weiter an Claudia Wenhardt. Seit einem Viertel Jahrhundert macht die Truppe „Kabarett aus em Parlament“.

Dieses Mal darf sogar ein Politiker auf die Bühne

Zum Jubiläum brachen die Giesemer sogar mit einem „no-go“ (geht gar nicht), wie es Lothar Mark formulierte: Erstmals durfte ein Politiker die Bretter der Bühne mit dem Ensemble teilen. Mit Kulturdezernent Winno Sahm stimmte endlich das ganze vertretene Volk einem Politiker in allen Belangen zu. Beim seinem Plädoyer für die Freiheit (und einem guten Getränk aus dem Gerippten) brachte der Stadtrat mit fetzigen Liedern Stimmung in den Saal und auf sein Kommando sang die ganze Gemeinde mit.

„Ich bin seit 1967 auf der Bühne“, blickte Lothar Mark auf die vergangenen fünf Jahrzehnte zurück. Seit dieser Zeit immer an seiner Seite, „meine Liebste“ – natürlich gemeint: seine Gattin Elfriede. Die Arbeit des Lothar Mark ist aber trotz Abgang von der Bühne längst nicht vorbei: „Ich werde mich, immer wenn mich das Fell juckt, an meinen PC setzen und Texte schreiben“. Und die Blicke richteten sich auf weitere Projekte, an denen Lothar Mark mitwirkt. So fließt der Reinerlös aus den beiden Kabarettsitzungen der Hospizstiftung Rotary Rodgau zu, die ein Gebäude am Wasserturm errichten wird.

Nach dreieinhalb Stunden durfte Lothar Mark beruhigt von der Bühne gehen. Für Nachwuchs ist gesorgt. Die Hälfte des 21-köpfigen Ensembles ist jünger als 25 Jahre. Claudia Wenhardt übernimmt die Leitung der Truppe. Wenn sie in ihrer Paraderolle als Christine Häberle im Rampenlicht steht, wird kräftig geschwäbelt. Seit ihrem dritten Lebensjahr sammelt sie Bühnenerfahrung. Sie hat Theaterwissenschaften und Journalismus studiert und bringt als Projektmanagerin Marketingerfahrung mit.

Die Kabarettisten halten uns allen den Spiegel vor

Männer der ersten Stunde wie Nobi Goergen, Peter Otto und Harald Mahr werden - unterstützt von jungen Talenten - das „Kabarett aus em Parlament“ weiter hoch halten. So wird unter dem Motto „es geht de Mensche wie de Leut‘“ auch weiterhin der Gesellschaft und der Politik der Spiegel vorgehalten.  Regie und Gesamtleitung der beiden Abende lagen in den Händen von, na klar: Lothar Mark!

Kommentare

Na, da hat er ja endlich

Na, da hat er ja endlich seinen Großen Abgang, der MAnn der ja alles im Rodgau erfunden hat!!!

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