Vortrag über Wildbienen und andere Insekten Mehr Naturnähe in den Gärten wagen

Beim Insektenvortrag des Nabu Rodgau gab es eine thematische Exkursion in die Welt der Schmetterlinge. Der in Rodgau heimische Bläuling nutzt auch die gelben Blüten des Rainfarn. Dieser wiederrum bietet Dutzenden Arten Nahrung. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – „Das Arten- und Insektensterben ist in aller Munde“, betonte der Naturliebhaber Klaus Dühr. Bei seinem Vortrag beim Naturschutzbund (Nabu) Rodgau war während seiner Ausführungen die in ihm wohnende Herzensangelegenheit zu spüren. Ob die Braunschuppige Sandbiene, die Schmalbauchwespe oder die Rotschopfige Sandbiene, Klaus Dühr zeigte sehr schöne und detaillierte Nahaufnahmen.

Um Lebensräume für Insekten zu erhalten oder neu zu schaffen, plädierte er für Mäharbeiten in mehreren Abschnitten.

Leider werden heute Wiesen von der öffentlichen Hand und von Landwirten meist großflächig und komplett gemäht. Tiere finden nur dann Lebensraum und Nahrung, wenn Teile des Areals unberührt bleiben: „Stellen Sie sich vor, Sie kommen morgens in den Supermarkt, und alles in ausverkauft“, zog Klaus Dühr einen Vergleich zum menschlichen Lebensraum.

Eher als Gesprächsrunde denn als Frontalvortrag gestaltete er den Abend vor 45 Besuchern. Seit 30 Jahren lebt der gebürtige Bonner im Taunus. Heute ist Kronberg seine Heimat. Dort begann er mit Naturbeobachtungen im März 2012. Mit Enthusiasmus nahm er die Insekten unter die Lupe. Besonders die Wildbienen haben es ihm angetan. Autodidaktisch arbeitete er sich tief in die Materie hinein.

Für den Vortrag hatte der Nabu gegenüber des eigenen Vereinsheims beim Schützenclub Gamsbock Räume gefunden.

Klaus Dühr hob die in der Natur häufige Symbiose zwischen Tieren und Pflanzen hervor. So ernähren sich die Falter des Wiesenknopf-Ameisen-Bläulings nur vom Großen Wiesenknopf. Und nur dorthin werden die Eier gelegt. Er erwähnte weitere Arten, die für die kleinen Tiere von lebensnotwendigem Nutzen sind: „Der Rainfarn ernährt 70 Insektenarten“. Glücklicherweise wächst der gelbe Korbblütler auch heute noch an vielen Wegrändern.

Dühr:: „Die noch vorhandenen Arten kommen, wenn wir Nahrungspflanzen und Nistgelegenheiten anbieten“. Selbst kleine Flächen, wie Baumscheiben voller Blumen, bieten Nahrung für die Insekten. Sie sind der Beginn der Nahrungskette. Distel, Natternkopf, Hornklee, Blutweiderich und Moschus-Malve werden von kleinen Fliegern gerne angesteuert. Darüber hinaus bietet Totholz Gelegenheit für die Eiablage. Die Blaue Holzbiene frisst Löcher in abgestorbene Äste und sorgt darin für die nächste Generation.

Der Fortbestand der Wildbienen und anderen Insekten kommt auch dem Mensch zugute. Denn 80 Prozent der Blütenpflanzen benötigen Insekten für die Befruchtung.

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