Kabarett mit En Haufe Leut im Rodaupark Raus aus dem Saal – hinein ins Grüne

Chefin Claudia Wenhardt prüft derweil die Akustik im Rodaupark. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Außergewöhnliche Situationen erfordern ausgefallen Reaktionen, und manchmal öffnet das Schicksal somit Pfade hin zu einem neuen Konzept. So machen die kreativen Köpfe der Kabarettgruppe En Haufe Leut aus den Pandemievorschriften das Beste und verlegen ihre Aufführungen in den Rodaupark. „Ich liebäugelte eh mit einem anderen Ort“, verrät Chefin Claudia Wenhardt, so geht es dieses Jahr raus aus dem Saal und hinein ins Grüne.

Das Ensemble bleibt mit 150 Zuschauern für die Veranstaltung bewusst unter der zulässigen Vorgabe. „Damit bleiben wir weit unter den erlaubten 250 Zuschauern“, erklärt Claudia Wenhardt. Zum einen soll so die Sicherheit der Zuschauer gewährleistet werden und zum anderen der Charakter der Kleinstbühne mit einem Kleinstzuschauerraum erhalten bleiben.

Ansonsten bleibt das Konzept der Vorstellungen unter dem Motto „Mit de ganz Korona an die Bach“ wie bislang angekündigt: Es gibt bei der Premiere neun (später acht) Kabarett-Stationen im Rodaupark mit jeweils einem kleinen „Zuschauerraum“ davor. 15 bis 20 Personen werden mit ausreichend Abstand zueinander vor den jeweiligen Auftrittsflächen sitzen können. Somit ganz neu: Die Darsteller wandern im Verlauf der Vorstellung von Station zu Station und spielen so ihr Programm ein mal auf jeder Mini-Bühne. Das Publikum verbleibt an Ort und Stelle. Somit sind es acht bis neun Auftritte pro Abend für jeden Künstler. Eine Herausforderung, auf die Claudia Wenhardt gespannt ist. Wird es für die Kabarettisten im Lauf des Abends ermüdend oder bringen sie die Erfahrungen der ersten Auftritte mit zu den nächsten Stationen? Die Chefin vertraut ihren Bühnenakteuren, genügend Erfahrung ist vorhanden.

Dass es ganz besondere Abende mit einem unwiederbringlichen Gefühl für Publikum und Aktive werden, davon ist Claudia Wenhardt überzeugt. In all den Jahren, die sie im Saal auf der Theaterbühne stand, erlebte sie danach die Aufführungen im Freien mitten auf dem Marktplatz ihrer Heimatgemeinde Nürtingen besonders intensiv. „Es ist eine unglaubliche Erfahrung, ganz anders als im Saal, wo man als Bühnenakteure das Publikum aufgrund des Gegenlichts kaum sieht“. Ganz nah dran – für beide Seite eine tolle Erfahrung, verspricht sie.

Den letzten Schliff bekommt das Programm innerhalb der Sommerferien. Stehen die Kabarettisten auf einem Podest oder dürfen sie ihre neugewonnene Freiheit im weitläufigen Park auskosten? Die Moderatoren werden es verraten, denn diese bleiben am jeweiligen Aufführungsort und lassen die Protagonisten kommen und gehen. Unter den Moderatoren sind Neulinge, aber auch eingefleischte Bühnenakteure, selbst die Jüngeren haben reichlich Bühnenpräsens vorzuweisen.

„Kabarett ist eine Untersparte des Theaters, das macht es so spannend“, erläutert Claudia Wenhardt den Reiz der Programmchoreografie. „Man hat unglaublich viele Möglichkeiten, Kabarett ist entweder den Leuten den Spiegel vorhalten und die andere Variante, das politische Kabarett. Bei En Haufe Leut machen wir beides, da haben wir eine Mischung, das ist das Besondere, was ich grandios finde, es kommen viele eigenständige Varianten zusammen, durchaus subtil, teils philosophisch, es muss nicht immer gut ankommen, es muss Raum haben, diese ganz breite Vielfalt, die macht es bei En Haufe Leut aus“.

Übrigens, Korona sei hessisch, verriet Claudia Wenhardt einer ihrer Mitstreiter, und es bedeutet: Gesellschaft. Somit gehen En Haufe Leut Mit de ganz Korona an die Bach. Die Aufführungen sind bereits fast ausverkauft.

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