Frauchen hat nach Rückenmarksinfarkt nicht aufgegeben Rocky flitzt dank Rolli

Mit seinem Rolli kann der Rüde dem Ball wieder hinterherflitzen. Foto: pulwey

Jügesheim – Es kam ganz plötzlich und aus dem Nichts. Beim Spielen schaffte es der Labrador Rocky (9) von einer Sekunde auf die andere nicht mehr auf die Pfoten. Was in einem Augenblick noch ausgelassenes Spiel war, wurde im nächsten bitterer Ernst. Rocky erlitt einen Rückenmarksinfarkt – vergleichbar mit einem Schlaganfall beim Menschen. Sofort trat eine Lähmung im hinteren Teil des Hundekörpers ein.

Für Frauchen Sylvia Spöckinger war es ein Schock. „Es war schrecklich“, denkt die Jügesheimerin an die schlimmen Stunden zurück. Ihr Haustier leiden zu sehen, ohne Gewissheit, dass der vierbeinige Liebling wieder auf die Pfoten kommen wird, war fürchterlich. Zwei Jahre ist das nun her.

Einen Rückenmarksinfarkt, sagten die Veterinärmediziner in der Gießener Klinik, kann jeder Hund erleiden. Dann ließen die Tierärzte durchsickern, Rockys Leben solle ein Ende gesetzt werden. Aber Sylvia Spöckinger wollte dem Hund wieder auf die Beine helfen, schließlich gehört er bereits seit dem Welpenalter zur Familie.

Als in den Tagen nach dem Klinikaufenthalt Stück für Stück kleine Besserungen auftraten, kam bei Frauchen Hoffnung auf. Und damit auch der Gedanke, warum jetzt vom geliebten Tier verabschieden? In ihrem Beruf als Krankenschwester hat sie schon viel erlebt. So zeigte sie sich kämpferisch und fand Hilfe in einer Physiotherapie. Zu Hause wurde mit Rocky viel gearbeitet und Geduld aufgebracht. Es ging vorwärts. Auch eine Wasserbadtherapie und Akupunktur halfen. Heute läuft Rocky kleine Wegstrecken wieder auf allen vier Pfoten. Bei längerem Gassigehen hilft ihm eine Art Rolli, in den er hineingesetzt wird. Dann ist er voller Elan und flitzt dem geworfenen Ball hinterher; schneller als Beobachter glauben mögen. Der Hund hat wieder Spaß am Leben, und mit ihm Sylvia Spöckinger. So kümmert sie sich sehr liebevoll um ihr Haustier und hofft, noch ganz lange Freude am gemeinsamen Gang durchs Leben zu haben.

Aber jedem Hundebesitzer stellt sich die Frage, wie lange ein Hund denn eigentlich lebt? Tierärztin Katrin Grosser sieht die Faustformel, nach der ein Menschenjahr sieben Hundejahre entsprechen, mit Skepsis: „Die Altersbestimmung bei Hunden richtet sich stark nach der Rasse“, erläutert die Veterinärin, die ihre Praxis in Nieder-Rodens Borsigstraße hat und auch Rocky in seiner schweren Zeit behandelte. „Es gibt Hunderassen mit einer eher niedrigen Lebenserwartung wie Doggen mit sieben bis acht Jahren. Jack Russel Terrier dagegen oder Chi Hua Huas werden durchaus 15 bis 18 Jahre. Die Gründe sind in anatomischen und züchterischen Gründen zu finden, so die Tierärztin. Rassen wie der Labrador und Mischlinge haben eine Lebenserwartung zwischen zwölf und 15 Jahren. Katrin Grosser: „Auch bei Hunden ist es so, nicht jeder wird Hundert, wie bei uns Menschen auch, da werden viele 80 bis 90 Jahre und nur wenige älter.“ So bleibt für jeden Tierliebhaber nur zu hoffen, dass die Zeit mit einem gesunden Vierbeiner möglichst lange anhält.
 pul

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