Ölfilm auf dem Fließgewässer verschmutzt die Umwelt Die Rodau glitzert in allen Farben

An der Egerstraße band die Feuerwehr den Ölfilm mit biologisch abbaubarem Material. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Am Morgen des Feiertags Fronleichnam alarmierte eine Person die Feuerwehr wegen eines Ölfilms auf der Rodau. Einsatzkräfte der Feuerwehr-Süd rückten aus. Auf der Internetseite gaben sie einen ersten Einsatzbericht: „Aufgrund eines Ölfilms auf der Rodau wurden die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr Rodgau alarmiert. Zur Ursachenermittlung wurde ein Gerätewagen-Messtechnik der Feuerwehr Neu-Isenburg, sowie die Stadtwerke Rodgau angefordert. Die Feuerwehr kontrollierte alle Kanaleinläufe, setzte eine Ölsperre und streute Ölbindemittel aus“.

Die Anrufe bei der Wehr und auf der Notrufnummer rissen nicht ab. Es läge immer noch ein Geruch nach Farbe in der Luft, teilte eine Passantin in Dudenhofen gegen Mittag mit.

Mehr und mehr Bürger erkannten das Problem. Auch der Naturschutzbund wurde von einer Bürgerin informiert.

Von Nieder-Roden bis Jügesheim schillerte ein Film in allen Regenbogenfarben. Es hätte romantisch wirken können, wäre da nicht das gravierende Ausmaß an Umweltverschmutzung. Von Fachleuten ist zu hören, ein Tropfen Öl verunreinigt eine Million Liter Wasser.

Auf Höhe des Dudenhöfer Tennis- und Fußballgeländes saß eine Stockente lethargisch auf dem Holzsteg. Ihr Gefieder hatte Schaden genommen.

Der Rodgauer stellvertretende Stadtbrandinspektor Michael Gröschl gab am Tag danach eine Stellungnahme ab: Um 8.19 Uhr wurde der Standort Süd alarmiert. Der erste Einsatzort war die Rodaubrücke in der Römerstraße. Danach suchten die Einsatzkräfte im Industriegebiet Nieder-Roden nach dem Grund. Es wurden alle Kanaldeckel geöffnet, um die Ursache zu finden. Die Herkunft der Verschmutzung konnte allerdings nicht geortet werden, so der stellvertretende Stadtbrandinspektor Michael Gröschl. Ein Seiteneinlauf wurde vermutet. Deshalb wurden die Stadtwerke informiert, da dort nähere Informationen und Pläne vorliegen, von wo überall Wasser in die Rodau fließt.

Außerdem war ein Gerätewagen-Messtechnik der Feuerwehr Neu-Isenburg im Einsatz, um das schmierige Material im Wasser zu bestimmen. Festgestellt wurde ein Kohlenwasserstoff, ob Benzin oder Öl ließ sich nicht genau benennen.

Inzwischen waren mehrere Ölsperren gelegt worden, an der Römerstraße und in Jügesheim Höhe Mühlstraße, so Michael Gröschl. Bindemittel wurde auf Höhe der Jügesheimer Egerstraße genutzt, um durch dieses biologisch abbaubare Material den Schmierstoff aufzunehmen. Das gleiche bachabwärts des Finkensees in Hainhausen an der Alfred-Delp-Straße. Gegen 13 Uhr waren die Maßnahme der Feuerwehr beendet.

Die Feuerwehr informierte wegen des Ölfilms die Stadtwerke. Der Kanaltrupp konnte die Ursache für die Verschmutzung nicht ausmachen. Daraufhin wurde ein privatrechtlicher Umweltdienst beauftragt, den Regenwasserkanal zu spülen. Das Öl wurde an den Ölsperren abgesaugt und fachgerecht entsorgt. Die Stadtwerke teilten mit, den Zustand der Rodau in den folgenden Tagen weiter zu überwachen.

Bereits im März 2019 schlugen Bürger Alarm. Tote Fische lagen damals auf Höhe des Finkensees in und an der Rodau. Die Wasserbehörde wurde eingeschaltet, konnte die Ursache aber nie klären. Zwei Tage später im März 2019 wurden etwa 100 verendete Tiere in Lämmerspiel gemeldet. „Was wir prüfen konnten, haben wir geprüft“, hieß es damals aus dem Rodgauer Rathaus, es gab keine Grenzwertüberschreitungen, die Ursache blieb somit unentdeckt.

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