Abschied vom langjährigen Dirigenten Jürgen K. Groh Rodgau: Stehende Ovationen für das Orchester

Eine großartige Leistung lieferte das Konzertorchester des Musikvereins Nieder-Roden ab im 100. Jahr der Vereinsexistenz. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Ein großes musikalisches Ausrufezeichen setzte der Musikverein Nieder-Roden am Ende des Jubiläumsjahrs zum 100-jährigen Bestehen. Beim von Stefan Rebmann moderierten großen Festkonzert setzten Dirigenten und Musiker mit Stücken wie „Libertadores“ (von Oscar Navarro Gonzales) dem Monumentalen gleichende Akzente. Nach vorgetragenen Kompositionen von bis zu 15 Minuten Länge erhob sich das Auditorium und jubelte ob der musikalischen Leistung.

Auch ließen sich die Zuhörer nicht lange bitten, als Moderator und Dirigent Jürgen K. Groh das Publikum als Hintergrundchor einband. Für die Gestaltung der Naturgeräusche des Amazonasgebiets waren ab diesem Zeitpunkt alle Gäste zuständig, ob mit Fingerschnippen oder per Vogelgezwitscher.

Ein Jürgen K. Groh (60) in Hochform, wie immer engagiert und mit Herz und Leidenschaft den Taktstock schwingend, stand nicht nur in Person des Dirigenten im Zentrum. Im Laufe des Abends machte sich Wehmut breit, zum einen verabschiedete sich der Musikverein vom 100. Jahr seines Bestehens, zum Anderen ging auch eine der zentralen Vereinsgrößen von der großen Bühne ab. Jürgen K. Groh, im Verein als Leiter des Konzertorchesters und Moderator tätig, trat einen Schritt zurück. Er leitete 20 Jahre das musikalische Aushängeschild des Musikvereins, seit drei Jahren bildeten er und Marleen Martiny ein Dirigenten-Tandem. Beide teilten sich beim aktuellen Konzert erneut die Leitung des Konzertorchesters. Vorher leitete Groh das Jugendorchester – zusammen kommt er beim Musikverein auf 25 Jahre Dirigat.

"Bleiben Sie der Musik gewogen"

Der Dank vom Vorstand und vom Orchester ging an den scheidenden Maestro. Stefan Eyßen hielt die Laudatio. Die Instrumentalisten reckten vor der schwarzen Bühnendekoration einen bunten Schriftzug mit Dankesworten in die Höhe. Das Kompliment gab der Gewürdigte an seine Musikerinnen und Musiker zurück: „Mit diesem Orchester war es mit das Schönste, was im Leben passieren kann“. Einen musikalischen Abschiedsgruß trugen Sabine Bussalb („Time to say Good bye“) und das Blechbläser-Sextett vor. Jürgen K. Groh ist Master of Arts, Musikdirektor, Autor, Moderator und Diplom-Wirtschaftsinformatiker.

Nun bleibt beim Konzertorchester aller Raum für die Ideen der jüngeren Generation. „Das wird ganz toll“, blickte der Scheidende auf die Arbeit seiner Nachfolgerin vor. Die Leitung obliegt somit künftig allein Marleen Martiny. Wie schon in den letzten Jahren führte sie das Orchester bei einigen Stücken. Zwei Titel stammten aus der Feder des österreichischen Komponisten Thomas Doss. Der Verein spendierte den Musikern im Vorfeld ein eintägiges Seminar mit ihm. So ließen sich die Vorstellungen des Komponisten in den einzelnen Titelpassagen noch besser interpretieren.

Zuvor läutete das Jugendorchester mit Leiter Christian Ott den Abend ein. Für die Leistung gab es vom Publikum schon vor der Zugabe lang anhaltenden Applaus und Jubelrufe. Am Ende der zweieinhalb Stunden verabschiedete sich Dirigent Groh vom Publikum mit den Worten: „Bleiben Sie uns gewogen“. Auch er bleibt dem Musikverein gewogen, als Moderator der Jazz-Big Band und bei den Auftritten des Orchesters Klangfarben.

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