Seminar zum Thema Wespen- und Hornissen Stichhaltige Argumente für Schutz von Wespen

Peter Tauchert (rechts) informierte in einem Seminar zur fachgerechten Beratung und Umsiedlung in Bezug auf Wespen- und Hornissenvölker interessierte Teilnehmer aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland. Foto: Pulwey

Rodgau (pul) – Ein Wespennest in Haus und Garten sorgt in den meisten Fällen für Unsicherheit unter den menschlichen Nachbarn. Dann stehen bei Umweltämtern, Imkern, Naturschutzverbänden, Schädlingsbekämpfern und Feuerwehren die Telefone nicht mehr still. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz stehen Wespen unter allgemeinem und Hornissen unter besonderem Schutz. Es ist verboten, wild lebende Tiere zu beunruhigen oder sie ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten.

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet, die Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen zu zerstören.

Nur in begründeten Einzelfällen, wenn sich ein Nest im unmittelbaren Lebensbereich des Menschen, wie beispielsweise im Rollladenkasten befindet, darf Peter Tauchert eingreifen. Mit dem Wespenseminar schuf der Feuerwehrmann nu Rechtssicherheit bei den Teilnehmern in Bezug auf das korrekte Vorgehen.

Damit Bürger beim Suchen nach kompetentem Rat den richtigen Ansprechpartner finden, bildete Peter Tauchert im Rahmen einer Tagung 75 Interessierte zum Wespenberater und Wespenumsiedler aus. Der Lehrgang fand bundesweit und in der Schweiz Anklang.

Peter Tauchert setzt sich ein für Schutzmaßnahmen der Hautflügler und reduziert diesbezügliche Informationsdefizite in der Bevölkerung. So schafft der Jügesheimer eine positive Haltung gegenüber den heimischen Wespen und Hornissen.

Im Hochsommer geht es los. Ruckzuck landen sie auf Kuchen und im Limoglas. Selbst Hausmittel wie Duftstoffe (Nelken, Thymian und Kaffee) helfen nicht, so Peter Tauchert. Lediglich eine Ablenkfütterung kann für Entspannung sorgen. Wer einen Grillabend plant, stellt acht bis 14 Tage vorher ein Schälchen mit Marmelade in eine Ecke des Gartens. Die fliegenden Schleckermäulchen gewöhnen sich an die Futterquelle und lassen die besetzen Tische beim Grillabend außer acht.

Als Feuerwehrmann ist der Träger des Kreis-Umweltpreises kritische Situationen gewohnt. Somit ist er sehr entspannt im Umgang mit durchaus zum Stechen aufgelegten Insekten. 1993 wurde er im Rahmen einer beruflichen Ausbildung mit dem Thema konfrontiert. Nachdem er Fachlektüre verschlungen hatte, begann sein Engagement pro Wespenschutz in seiner Heimat. Inzwischen wird er jährlich durchschnittlich mit 300 Anfragen konfrontiert.

In den meisten Fällen kann der Bürger über den korrekten Umgang mit den Insekten aufgeklärt werden. Störungen am Nest und fuchtelnde Armbewegungen sind zu vermeiden. Dann bleiben auch die gelb-schwarz geringelten Nachbarn friedlich.

Nur in Notsituationen werden Nester vorsichtig entfernt und an anderer Stelle neu angesiedelt.

Peter Taucherts Internetseite www.aktion-wespenschutz.de wurde bereits mehr als zwei Millionen Mal aufgerufen.

Seine Gedanken pro Naturschutz fasste der Rodgauer so zusammen: „Der Schutz von Natur und Umwelt ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Die Lebensbedingungen der Menschen, Pflanzen und Tierwelt werden ... bestimmt vom Maß der Bereitschaft aller, für diese Aufgaben einzustehen“.

Peter Tauchert erhielt im Jahr 2000 für seine Arbeit im Wespen- und Hornissenschutz den Umweltpreis des Kreises.

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