Seelsorge im evangelischen Dekanat Rodgau

Wechsel im Dienst an den Schwellen des Lebens

Am vergangenen Freitag verabschiedeten das Evangelische Dekanat Rodgau und Pröpstin Gabriele Scherle in Jügesheim Pfarrer Frithjof Decker (Vierter von rechts) nach über 38 Jahren Dienst, darunter 30 im Bereich des Dekanats und in den vergangenen Jahren in der Notfall-, sowie in der Alten-, Kranken- und Hospizseelsorge, in den Ruhestand. Gleichzeitig führte Dekan Carsten Tag die Pfarrerinnen Kathrin Brozio (Hainburg) und Sabine Beyer (Jügesheim) als Deckers Nachfolgerinnen auf den beiden 0,5-Stellenanteilen ein. Foto: Fuchs/p

Rodgau (red) – Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes und mit einem anschließenden zwanglosen Beisammensein verabschiedeten die Pröpstin für Rhein-Main, Pfarrerin Gabriele Scherle, und das Evangelische Dekanat Rodgau Pfarrer Frithjof Decker nach 38 Jahren im kirchlichen Dienst, davon 30 Jahren im Evangelischen Dekanat Rodgau, langjähriger Pfarrer in Urberach und den vergangenen neun Jahren in der Notfallseelsorge sowie im Dienst an alten und pflegebedürftigen Menschen in den Ruhestand.

Als Deckers Nachfolgerinnen führte der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag, die Pfarrerinnen Sabine Beyer und Kathrin Brozio auf den beiden Stellenanteilen des Kirchenkreises ein.

Über 180 Gäste waren ins Gemeindezentrum der Jügesheimer Emmausgemeinde gekommen, um Anteil am Gottesdienst zu nehmen, Frithjof Decker dienstlich Adieu zu sagen und die beiden neuen Kolleginnen willkommen zu heißen: Sabine Beyer, bereits als Gemeindepfarrerin mit halber Stelle in der Jügesheimer Emmausgemeinde tätig, übernimmt mit einem weiteren halben Dienstauftrag zusammen mit Johannes Geldermann vom Katholischen Dekanat Dreieich die Koordination der Notfallseelsorge in Stadt und Kreis Offenbach. Die regionale Pfarrstelle für Alten-, Kranken- und Hospizseelsorge geht ebenfalls ab 1. August auf Pfarrerin Kathrin Brozio, die in der Evagelischen Kirchengemeinde Hainburg gleichfalls mit halbem Dienstauftrag im Gemeindedienst arbeitet.

Frithjof Decker im Ruhestand

„Heute haben sie ein letztes Mal im aktiven Dienst getan, wozu sie im Oktober 1980 in der Neu-Isenburger Johannesgemeinde berufen wurden“ – nämlich als Pfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau das Wort Gottes zu verkündigen, so Pröpstin Scherle mit Bezug auf Deckers letzte Predigt, die er im Festgottesdienst hielt.  „Sie haben ihr Augenmerk im Dienst immer auf das Leben an der Schwelle gerichtet – und damit auf die, die ‚draußen vor‘ sind“, was Teilhabe am Leben in Gemeinschaft angeht: von Flüchtlingen über Menschen ohne Obdach, Einsame, Hochbetagte und Pflegebedürftige bis hin zu Menschen, die ein schwerer Verlust aus dem alltäglichen Leben gerissen hat., so Scherle weiter.

Und: „Sie wollten immer ‚dem Gott der kleinen Leute‘ auf der Spur bleiben und die Frohe Botschaft allen gleichermaßen verständlich machen, haben dabei gerade in der Urberacher Petrusgemeinde vieles ausprobiert, ihre Gemeinde in die Gesellschaft geführt und spirituell aufgebaut.“

Neben dem ausdrücklichen Dank durch Dekan Tag „für die Möglichkeit, einen Teil ihrer Wegstrecke gemeinsam zu gehen“, fand auch der stellvertretende Präses des Evangelischen Dekanats Rodgau, Dr. Rainer Hollmann, Worte des Lobes und Danks für Frithjof Decker: „Ohne sie wäre das Evangelische Dekanat Rodgau heute nicht, was es ist“. So habe er das Dekanat nicht nur als Gemeindepfarrer begleitet, sondern auch in der Dekanatssynode, im Synodalvorstand, zuletzt auch als stellvertretender und sogar kommissarischer Dekan in der Zeit der Vakanz mitgeprägt – dies nicht nur in Ämtern, sondern auch mit seinen Themen: Umwelt, Flüchtlinge und zuletzt seiner neuen Leidenschaft, dem Pilgern.

Zwei Pfarrerinnen folgen nach

Nach der Verabschiedung Deckers führte Dekan Carsten Tag die Pfarrerinnen Sabine Beyer und Kathrin Brozio in ihre neuen Dienste ein. „Gott begabt nicht, ohne zu berufen, und er beruft nicht, ohne zu begaben.“  Mit diesen Worten des Theologen Karl Barth begrüßte er die beiden Seelsorgerinnen in ihrem neuen Zusatzdienstauftrag neben dem Gemeindepfarrdienst.

Und er führte weiter aus: „Die Bibel ist voll von Berufungsgeschichten. In der Notfallseelsorge sowie in der Seelsorge für Alte, Kranke und Sterbende werden sie oft in existenziellen Situationen an der Grenze von Leben und Tod arbeiten. Das Bild von Gott als Quelle des Lebens kann ihnen helfen, indem Sie selbst daraus schöpfen und andere daran teilhaben lassen. Wir wünschen Ihnen sprudelnde Quellen lebendigen Wassers, offene Herzen und leuchtende Augen für ihren künftigen Dienst.“

Zwei Pfarrerinnen übernehmen Seelsorge-Aufgaben

Die künftige Koordinatorin der kirchlichen Notfallseelsorge in Stadt und Kreis Offenbach, Sabine Beyer, hat sich erst nach einem Studium der Betriebswirtschaft und acht Jahren Tätigkeit in der Finanzbranche für das Studium der Theologie entschieden. Nach dem Ersten Theologischen Examen 2010 absolvierte sie ihr Vikariat in der Emmausgemeinde, wo sie auch ihre seitherige erste Pfarrstelle antrat.

Direkt nach dem Abitur hatte Kathrin Brozio das Theologie-Studium im westfälischen Münster sowie in Marburg aufgenommen. Von 2006 bis 2012 arbeitete die Pfarrerin in Hanau – für die Katinka-Platzhoff-Stiftung sowie in der Niederländisch-Wallonischen Gemeinde. Seit September 2013 ist sie Gemeindepfarrerin in Hainburg.

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