Lebensqualität nach vorne bringen

Alt-Sachs: Initiative AltSaxNeu will Ruf verbessern

Frank Winkler (von links), Jürgen Vieth, Markus Frank, Uwe Becker, Denise Omurca und Uli Schlepper bei der Vorstellung der Pläne. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Alt-Sachsenhausen ist vor allem an den wärmeren Wochenenden kein Ziel mehr für Frankfurter und ihre Gäste; es ist fest in den Händen junger Feierwütiger, billiger Alkohol fließt in Strömen, es ist schmutzig und es gibt Schlägereien. Diese Zustände will die Initiative AltSaxNeu ändern und informierte im „Daheim im Lorsbacher Thal“ gemeinsam mit Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker sowie dem Dezernenten für Wirtschaft, Sport, Sicherheit und Feuerwehr, Markus Frank, die Medienvertreter.

„Vor einigen Monaten kam die Initiative AltSaxNeu auf die Stadt zu und stellte ihre Ideen vor, um die Lebensqualität von Alt-Sachsenhausen nach vorne zu bringen“, sagte Becker. Das könne langfristig nur gelingen, wenn sich alle beteiligten. „Es geht darum zu zeigen, dass man im Quartier auch leben und wohnen kann. Und so etwas ist nicht per Erlass der Stadt zu erreichen, dafür muss lange und geduldig wie an einem Mosaik gearbeitet werden“, erklärte Becker, der mit Alt-Sachsenhausen auch „ein Stück Tradition“ erhalten möchte.

Markus Frank fügte hinzu: „Wir haben Erfahrungen mit dem Bahnhofsviertel und dem Friedberger Platz im Nordend. Wenn wir es nicht schaffen, die Menschen des Areals zu aktivieren, wird sich nichts verändern.“ Urbanität sei ohne die Bewohner nicht möglich. „Und das Ganze ist eher ein Marathon als ein Kurzstreckenlauf“, bemerkte Frank. Erste Erfolge gäbe es jedoch bereits, der seit Mai 2017 auf dem Paradiesplatz stattfindende Freitagstreff bringe neue Besucher nach Alt-Sachs.

Ziele digital präsentiert

„Uns ist schon klar, dass wir bis Ende 2018 keine paradiesischen Verhältnisse im Quartier haben werden, obwohl es Paradiesgässchen und -platz bereits gibt“, bekräftigte Mit-Initiator Frank Winkler, der vor dreieinhalb Jahren die seit 1803 bestehenden Schankwirtschaft „Lorsbacher Thal“ übernahm. Anhand einer digitalen Präsentation erläuterte er die Ziele der Initiative.

„Uns geht es darum, dass die Leute keinen Bogen mehr um Alt-Sachsenhausen machen, sondern dieses Viertel wieder gerne zeigen“, erklärte Winkler. Möglicherweise können von den etwa 90 Betrieben nicht alle überzeugt werden, aber damit muss man eben auch umgehen können. „Lautstärke ist eines der härtesten und schwierigsten Themen“, weiß der Gastronom. Sauberkeit, Beleuchtung und Begrünung sind weitere wichtige Punkte.

„Ortsdiener" soll auf Missstände aufmerksam machen

Mit der Frankfurter Entsorgungs- und Service-GmbH (FES) habe man schon gesprochen. Die Stelle eines „Ortsdieners“, der sich regelmäßig umsieht und auf Missstände aufmerksam macht, werde demnächst ausgeschrieben. „Wir haben vor drei Jahren das Magazin „Ein Viertel“ herausgegeben, das besondere Menschen und Orte in Sachsenhausen zeigt, und wollen das weiterführen“, sagte Denis Omurca, Geschäftsführerin der Gästegemeinschaft Libertine Lindenberg und seit über drei Jahren auch kulturell aktiv im Stadtteil.

Jürgen Vieth, mit über 30 Jahren im Viertel ein „alter Hase“, zeigt in seinem „Oberbayern“, wie es gehen kann: „Seit etwa zwei Jahren müssen Junggesellenabschiede angemeldet werden, ein zu buchendes Partypaket gehört dazu. Wer schon angetrunken ist oder eigenen Alkohol mitbringt, hat bei uns nichts verloren.“ Leerstände seien im Quartier nicht das Problem, aber die hohe Fluktuation mache zu schaffen. Deshalb wollen die Initiatoren auch mit den Eigentümern sprechen.

Attraktivität des Viertels steigt

Uli Schlepper, der mit Vieth den Sachenhäuser Weihnachtsmarkt und den Freitagstreff anregte, sieht schon Veränderungen: „Die Attraktivität des Viertels steigt langsam.“ Dezernent Markus Frank verdeutlichte: „Die Stadt unterstützt das Konzept mit 20,000 Euro. Auch Stadtplaner und die Netzdienste der Mainova sind mit im Boot.“ Uwe Becker fügte hinzu: „Wir wollen bei baulichen Themen ebenfalls helfen.“ Ein neuer Anlauf für Alt-Sachs. Vielleicht gibt es ja diesmal ausreichend langen Atem und genügend Mitstreiter.

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