Plakate junger Gestalter als Willkommensgruß für Georgien, Ehrengast der Frankfurter Buchmesse

Annäherung durch Lernen

Sarah Gebhard erreichte mit ihrem Plakat (rechts) den zweiten Platz. Foto: Faure

Sachsenhausen (jf) – Eine dunkelhaarige und dunkeläugige junge Frau mit kantiger Pelzmütze lächelt den Betrachter an. Ein bisschen wie Mona Lisa. Aber etwas irritiert auf dem Schwarz-Weiß-Porträt; über ihren Lippen, einem Schnurrbart gleich, steht „Made by Characters“. Das ist das Motto des georgischen Gastauftritts zur diesjährigen Frankfurter Buchmesse. So bekommt das Plakat einen androgynen Aspekt. Die Gestalterin Leonie Schneider siegte mit ihrem Entwurf.

Im Museum Angewandte Kunst sind bis zum 22. Juli die zehn besten Plakate junger Gestalter ausgestellt.

Grit Weber, stellvertretende Direktorin des Museums und Jurymitglied, begrüßte die Gäste zum Soft Opening: „292 Entwürfe aus 20 Hochschulen aus Deutschland und der Schweiz wurden im Wettbewerb zur Gestaltung eines Willkommensplakats für den Buchmesse-Ehrengast Georgien eingereicht. Seit 2011 präsentiert das Museum Angewandte Kunst die besten Plakate. Die Ausstellung passt gut zu uns.“

„Die Idee für den Wettbewerb hatte 2006 Gregor Krisztian von der Hochschule Rhein-Main. Seitdem ist der Wettbewerb ständig gewachsen und wird seit drei Jahren bundesweit ausgeschrieben. Die Plakate und die Postkarten der zehn besten Entwürfe sind sehr beliebt“, ergänzte Simone Bühler, verantwortlich für das Ehrengastprogramm der Frankfurter Buchmesse. Aus dem Contest, den die Buchmesse in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Frankfurt, Michael Eibes Design und dem Museum Angewandte Kunst veranstaltet, gehen die beiden bestplatzierten Plakate in Druck und werden zur Buchmesse ab Mitte September stadtweit veröffentlicht. Die ersten drei Plätze sind dotiert.

„Georgien ist nicht so bekannt wie beispielsweise Frankreich, Ehrengast 2017. Man muss sehr genau hinschauen, um das Signifikante zu erkennen und herauszuarbeiten. Obendrein hat Georgien ein anderes Alphabet“, erläuterte Bühler.

Die Jury, der Aino Kelle, Kulturamt Frankfurt, Grit Weber, Michael Eibes, Anastasie Kamarauli, Ehrengast-Koordination, Simone Bühler und Tobias Voss angehören, urteilte zunächst online über alle Einreichungen und wählte in der ersten Runde 76 Entwürfe aus. Nach weiteren Diskussionsrunden im Museum Angewandte Kunst standen schließlich die zehn besten Plakate fest.

Es war ein bisschen schade, dass nur drei der siegreichen jungen Gestalter zum Soft Opening gekommen waren. Auch die Siegerin Leonie Schneider, Technische Kunstschule Hamburg, fehlte.

Den zweiten Platz belegte Sarah Gebhard, Hochschule Rhein-Main. Die Anwesende erläuterte zu ihrem Entwurf, auf dem geübt wird, die Buchstaben des georgischen Alphabets zu schreiben: „Ich wollte zeigen, wie es geht, wenn man sich Georgien lernend nähert. Die Buchstaben habe ich mit Kreide selbst auf eine Tafel in der Hochschule geschrieben.“

Sehr modern und dynamisch ist das dritte Plakat von Caroline Kasper, Mediadesign Hochschule Berlin. Ein „g“ aus dem lateinischen Alphabet verwandelt sich von Grün zu Pink schwungvoll in ein „?“ des georgischen Alphabets. „Das Design erinnert an die Elektro- und Technoszene, die in Georgien aktuell eine große Rolle spielt“, urteilte die Jury. Das besondere georgische Alphabet, seit 2016 Unesco Weltkulturerbe, wird von vielen Gestaltern in ihren Arbeiten aufgenommen. Auch Lisa Schmidtke, Fachhochschule Potsdam, hat damit gespielt und georgische Schriftzeichen in ihren Entwurf eingefügt. „Es gibt in der Hauptstadt Tbilisi eine monumentale Frauenstatue mit einer Weinschale und einem Schwert in der Hand. Das Schwert habe ich durch Bücher ersetzt“, erklärte Schmidtke.

„Ich wollte Frankfurt und Georgien zusammenführen. Deshalb habe ich den für Georgien typischen Holzbalkon an den Messeturm versetzt und ‚Der Balkon Europas’, eine Selbstbezeichnung Georgiens, dazu geschrieben“, erläuterte Lea Warren, Fachhochschule Potsdam.

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