Frankfurter Stadtfarm: Neuer Schub für die Gemüseheldinnen Wenn die Arbeit Früchte trägt

Die Informationsschilder sind ein Gemeinschaftswerk aller Ehrenamtlichen der Gemüseheldinnen. Bild: -

Sachsenhausen (iz) – 2019 begannen Laura Setzer und Juliane Ranck aktiv, gegen den Klimawandel vorzugehen. Sie besetzten ungenutzte, vermüllte Gärten, entrümpelten sie und bauten Bio-Gemüse an. Es waren die Anfänge der Gemüseheldinnen. Inzwischen gibt es rund 350 Teilnehmer, die das Projekt unterstützen. Vor zwei Jahren entstand in Kooperation mit der Sachsenhäuser Gärtnerei Anja Ruppel die Frankfurter Stadtfarm. „In der Zeit wurden Beete angelegt und Folientunnel installiert. Im vergangenen Jahr haben wir gemerkt, dass wir die Kooperation nicht nachhaltig fortsetzen können“, berichtet Philina Schmidt von den Gemüseheldinnen.

Die Stadtfarm verband ein Gemeinschaftsgartenprojekt mit dem professionellen Verkauf der Bio-Lebensmittel. Jeder, der hilft, kann sich Obst und Gemüse für seinen Bedarf nehmen. Jetzt steht die Frankfurter Stadtfarm auf eigenen Beinen, abgekoppelt von der Gärtnerei. Die Flächen für das Projekt hat der Verein von der Stadt Frankfurt gepachtet. „Der Verkauf des Gemüses ist nicht unser Anspruch. Für uns stehen Bildung, Austausch und Erfahrung im Fokus“, sagt Setzer. Inzwischen gibt es viele Informationsschilder, die über verschiedene Themen wie Totholz oder Permakultur informieren. Vielmehr sehen die Gemüseheldinnen in dem Projekt das gemeinsame Miteinander, die Biodiversität und den Klimaschutz im Vordergrund.

Der Neustart wird mit einem Tag gefeiert, an dem sich Politik und andere Gäste ein Bild von dem Verein und der Stadtfarm machen können. „Es ist für uns ein Start in verschiedene Projekte“, sagt Schmidt. Inzwischen sind unter anderen 18 Gärten in der Grünen Lunge entrümpelt, angelegt und bepflanzt worden. „Insgesamt reden wir von 15.000 Quadratmetern in Frankfurt, wo wir uns für ein ökologisches und soziales Ökosystem einsetzen“, berichtet sie. Es gehe um Kontakt mit Natur vor der eigenen Tür, was die Stadtbewohner ansprechen soll. Frankfurt essbar machen und dem Klimawandel entgegenwirken, ist das Hauptziel.

Die Arbeit trägt Früchte. So dürfen sich die Gemüseheldinnen über eine finanzielle Zuwendung von der Stiftung der Polytechnischen Gesellschaft freuen. Das sorgt unter anderem etwa für eine feste Stelle. „Aktuell sind sechs Personen fest angestellt für viereinhalb Stellen“, erläutert Setzer. Denn auch wenn das „Gartenprojekt“ von vielen eine Herzensangelegenheit ist, sei es wichtig, das Ehrenamt durch Hauptamt zu unterstützen, um das Engagement auf einem gesunden Maß zu halten, ohne in die Erschöpfung zu geraten. Die Kosten allein für Saatgut, Materialien, Pacht und mehr belaufen sich im Jahr auf etwa 20.000 bis 30.000 Euro, die Personalkosten lägen bei 75.000 Euro.

Getragen wird das zum einen durch den Vereinsbeitrag der 130 Mitglieder, zum anderen durch Fördermittel und Spenden. Die Stadt Frankfurt unterstützt die Gemüseheldinnen bereits. Tina Zapf-Rodriguez (Grüne), designierte Stadträtin für Klima, Umwelt und Frauen, zollte ihren Respekt für die Arbeit der Gemüseheldinnen: „Es ist ein großes Bildungsangebot für die Stadt. Die Arbeit dieser engagierten Gruppe spricht für sich. Die Einbindung der Stadtgesellschaft, das soziale Miteinander und das für jeden offene Projekt sind einfach großartig.“ Professor Frank Dievernich, Vorstandsvorsitzender von der Stiftung Polytechnische Gesellschaften, wünscht sich, dass die Ausbildung zum Stadtfarmer, die von den Gemüseheldinnen angeboten wird, zum Leuchtturm über Frankfurt hinaus wird und von anderen aufgegriffen wird: „Das ist ein Weg, um Frankfurt zukunftsfähig zu machen.“

Auf der Frankfurter Stadtfarm stehen 4500 Quadratmeter auf drei Flächen zur Verfügung. So befindet sich auf einer der Market Garden, auf dem verschiedene Gemüsepflanzen auf kleiner Fläche in dichtem Abstand auf gleich langen Beeten angebaut werden. Dazwischen wachsen inzwischen Blumen wie Bartnelke und Mohn, um Insekten gegen die Schädlinge anzulocken. Neben dem Market Garden gibt es noch die Permakulturinsel und das Mandala-Beet. Noch im Entstehen ist der Naturteich, der 100 Quadratmeter fassen soll. Zu tun gibt es noch einiges. Wer die Gemüseheldinnen unterstützen möchte, der kann sich auf gemueseheldinnen.de informieren oder auf Instagram @gemueseheldinnenfrankfurt.

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