Ausstellung: Heimat, Flucht, Träume

Dieter Mammel zeichnete mit Flüchtlingskindern

Eine außergewöhnliche Ausstellung mit dem Titel „Zeig mit, woher du kommst – Kinder zeichnen Heimat, Flucht und Träume“ ist zurzeit im Weltkulturenmuseum zu sehen. Foto: Schieder

Sachsenhausen (ms) – „Wir sind in einer Umbruchzeit“, erklärte Eva Raabe, die kommissarische Leiterin des Weltkulturenmuseums, bei der Vernissage der Ausstellung „Zeig mir, woher du kommst – Kinder zeichnen Heimat, Flucht und Träume“. So sei es auch zu der Ausstellung gekommen, die für das Museum eigentlich nicht zum Programm gehört.

„Es ist einmalig, dass im April eine Ausstellung vorgeschlagen wird, die bereits im August realisiert wird. Normalerweise hat so etwas zwei bis drei Jahre Vorlauf“, sagte der Künstler Dieter Mammel. Er hat mit Flüchtlingskindern in zwei Berliner Erstaufnahmeeinrichtungen gemalt.

Angefangen hatte alles damit, dass er vor einem Jahr auf der Insel Kos erste Begegnungen mit Flüchtlingen hatte. Dann wollte er in Deutschland Menschen helfen und sie kennen lernen. Bewogen hat ihn dazu seine Familiengeschichte. Großeltern und Eltern waren im Zweiten Weltkrieg vom Balkan nach Deutschland geflohen. Darüber hat er auch ein Buch geschrieben.

Das Zeichnen und Malen war für beide Seiten eine Möglichkeit, trotz Sprachgrenzen miteinander zu kommunizieren. Dabei sind eindrucksvolle Zeichnungen und Gemeinschaftswerke der fünf- bis 15-jährigen Kinder entstanden. Sie berichten von ihrer Heimat in Syrien, im Irak und in Afghanistan, von ihrem Weg nach Deutschland und ihren ersten Eindrücken hier.

Zu sehen sind Zeichnungen von Panzereinsätzen, Bombardierungen, gefährlichen Bootsüberfahrten, bewachten Grenzen und Angst. Doch auch von Freundschaft, Zukunftshoffnungen und Lebensträumen erzählen sie. Fünfzig Einzelzeichnungen und vier Gemeinschaftswerke sind in der Ausstellung zu sehen. Sie sind gruppiert nach den Themen Heimat, Flucht und Träume. Außerdem werden vier Werke von Dieter Mammel gezeigt, die sich ebenfalls mit Fluchterfahrungen beschäftigen. Auch ein Film von Matthais Grübel läuft in einem Raum, wo er und Mammel mit den Kindern über ihre Arbeiten sprechen.

Zur Vernissage war auch Oberbürgermeister Peter Feldmann gekommen. Die Musiker Ghulam Hussain und Mirwais Neda spielten traditionelle afghanische Weisen. Die Ausstellung ist noch bis 9. Oktober zu sehen und zwar Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr und Mittwoch von 11 bis 20 Uhr im Haus Schaumainkai 29.

Im Begleitprogramm gibt am Dienstag 13. September, um 19 Uhr einen Vortrag „Migration – Flucht und Trauma“ und am Mittwoch, 5. Oktober um 19 Uhr noch einen vom Dr. Sabine Kroner von Berlin-Mondiale. Außerdem wird Dieter Mammel am Sonntag, 9. Oktober, um 15 Uhr durch die Ausstellung führen und Einblicke in die Zusammenarbeit mit den Kinder und die Entstehung der Ausstellung geben.

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